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Music For Your Heart - Turning Marvel

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von Peter Gisler am Dienstag, 22. September 2009 in Neuerscheinungen   

Genre: Dream-Pop / Singer-Songwriter |  Label: Sunday Service (Irascible)  |  Unsere Wertung: 6.0/10

Wer braucht schon Superhelden?
Turning Marvel„Music For Your Heart“ ist das neuste Projekt von Sandra Zettpunkt. Praktisch im Alleingang spielte sie auf „Turning Marvel“ alle Instrumente ein und bekam bei den Aufnahmen in Glasgow und Hamburg prominente Unterstützung von Raymond McGinley (Teenage Fanclub).

Beim Albumtitel denkt man als alter Comicnarr natürlich zuerst an den wütenden grünen Hulk, an den undurchdringbaren Iron Man oder an den coolen Silver Surfer. Inzwischen verbringen jene Marvel-Helden alter Tage jedoch ein ruhiges Dasein in meinem Keller. „Turning Marvel“ ist alles andere als wütend, nicht wirklich cool und durchdringt bestimmt jedes offene Herz. „Music For Your Heart“ eben. Die eigentliche Bedeutung des Albumtitels „Turning Marvel“ ist ein optisch täuschendes Spiel aus dem 19.Jahrhundert. Ein Papier, welches an einem Faden hängt und auf beiden Seiten bedruckt ist. Wenn man es dreht, verschmelzen die beiden Komponenten. Für alle Bastelfreunde: so etwas lässt sich bestimmt sehr leicht selbst herstellen.

Die momentan in Bern lebende Sandra Zettpunkt bastelt uns mit „Turning Marvel“ - fast komplett in Eigenregie - ein schönes Werk zusammen. So schreibt und singt sie nicht nur alle Songs, sondern spielt auch gleich alle Instrumente auf dem Album selbst. Das Ergebnis lässt sich durchaus sehen und erinnert mich mit den klaren und schönen Gitarrenläufen an die New Yorker Band Ida. Ähnlich träumerisch legt Sandra Zettpunkt ihren Gesang über die Gitarren und bildet mit diesen zwei starken Komponenten - ganz im Sinne des Albumtitels - eine gekonnte Mischung.

Die Highlights unter den zwölf Songs lassen sich gleich zu Beginn des Albums finden. Der Opener „Unwound“ und das etwas beschwingter daherkommende „The One“ überzeugen restlos. Sandra Zettpunkt singt überwiegend in Englisch, doch auf „Turning Marvel“ kommt auch ihre Muttersprache nicht zu kurz. „So nah“ und der vielleicht schönste Song „Steve McQueen“ beweisen, dass die deutsche Sprache der Stimmung des Albums keinen Abbruch tut.

Leider zieht „Turning Marvel“ aber etwas gar belanglos an einem vorbei und es gibt nur wenig Momente, in denen man Neues entdecken würde. Dies ist auch ein schwieriges Unterfangen, weil die zwölf Songs sich einfach zu ähnlich sind. Wäre „Turning Marvel“ tatsächlich ein Superheld, so wäre dieser Umstand wohl der Superschurke, der fast in jedem Superhelden-Comic eine entscheidende Rolle spielt. Doch wie so oft bleibt am Ende der Superheld als Sieger zurück. So bleibt auch mir bei „Turning Marvel“ nichts anderes übrig, „Music For Your Heart“ als Gewinnerin zu bezeichnen, welche es zwar nicht schafft, sich all zu stark ins Rampenlicht zu rücken, aber jederzeit ihre Schattenseiten unter Kontrolle hat.

„Turning Marvel“ hätte es sich auf jeden Fall verdient mit seinen zwei soliden Seiten auf möglichst vielen Plattentellern zu rotieren. Beim einen oder anderen dürfte der Zauber bestimmt überspringen.

Seit 25. September 2009 im Handel.

> Hören und Kaufen > MySpace > Label > CH-Vertrieb
Music For Your Heart
Anspieltipps:
> Unwound
> The One
> Steve McQueen

Diskographie:
> Turning Marvel (2009)

Ähnliche Künstler:
> Cat Power
> Ida
> Shannon Wright
> Julie Doiron
> Mazzy Star
> Aimee Mann
> The Zephyrs
> Low
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