Zur Verwirklichung braucht es viel Zeit und Ambition. Shara
Worden spielte vorerst das Album "Bring Me The Workhorse" ein, dachte
parallel aber immer an "A Thousand Shark's Teeth", ein Edelstein, der
im Vergleich zum Vorgänger viel transparenter und passionierter ist.
"Inside a boy
I found a universe
And in his eyes
Are a thousand stars
On a dark sky"
So fängt die Liebesgeschichte von My Brightest Diamond an. Doch Shara Wooden befindet sich nicht, wie vielleicht vermutet, auf einer griechischen Insel der Lust, sondern schwebend in einem traumhaft verwunschenen Universum der Träume, das so gigantisch und episch ist, dass wir uns wie Himmelsköper fühlen, die mal schwerelos aufeinander treffen, mal auf endloser Suche sind. Schreie und Geständnisse geraten in diese Bahnen, werden leiser, aber nie vollständig verschluckt. Musik, die nachhallt, aber schwer zu greifen ist.
Frontfrau Shara Worden war Anführerin der Illionoisemakers, einer singenden, tanzenden und pyramidenbildenden Cheerleadertruppe, die
Sufjan Stevens vor drei Jahren auf seiner legendären Tour (unter anderem in der Roten Fabrik) begleitete. Diese bunte und humorvolle Schöpfung des begnadeten Songwriters Stevens entspricht abgesehen davon, dass beide mit unersättlichen Talent, Kreativität und Schrillheit ausgestattet sind, gar nicht dem opernhaft-rockigen Stil und der opulent-düsteren Kunst von Shara Worden.
Einen wesentlichen Teil dieser Atmosphäre haben die erst später zugeführten Streicher und die Opernstimme Wordens. So ist beispielsweise "Apples" ein fast ausnahmslos mit gezupften und gestrichenen Streichinstrumenten zusammengeführtes Gesamtkunstwerk, das anfangs bodenständige und folkige "From The Top Of The World" gerät getrieben von der anmutenden und reinen Stimme und den hallenden Streichern in eine Umlaufbahn, die nicht mehr aufzuhalten ist, "To Pluto’s Moon" streicht dir fein, aber unsichtbar, über die Haut und "The Diamond" erklärt den Widerspruch dieser idyllischen Ausweglosigkeit abschliessend.
Und so endet die Liebesgeschichte von My Brightest Diamond wie sie angefangen hat. Steig irgendwo auf und versuche mitzutreiben. Irgendwann wird es dich packen.
"We are stars colliding
Now we crash
Like lighting into love"
Seit 20. Juni 2008 im Handel.
Anspieltipps: Inside A Boy, From The Top Of The World, To Pluto’s Moon
Trackliste: 1) Inside A Boy; 2) Ice And Storm; 3) If I Were Queen; 4) Apples; 5) From The Top Of The World; 6) Black And Costaud; 7) To Pluto’s Moon; 8) Bass Player; 9) Goodbye Forever; 10) Like A Sieve; 11) The Diamond
similar artists: Fiona Apple, St. Vincent,
Jeff Buckley, Nina Simone,
Nina Nastasia, Emiliana Torrini,
Dresden Dolls, Laura Veirs,
Regina Spektor, Portishead, Beth Gibbons & Rustin Man, Joan As Police Woman,
Antony & The Johnsons
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Bio:
Shara Worden kommt aus einer Musikerfamilie; ihr Vater ist ein ausgezeichneter Akkordeonspieler, die Mutter Organistin in einer Kirche. Sie selbst wurde im Kirchenchor gross und kam so mit Gospel -und Kirchenmusik in Berührung. In Texas studierte sie dann Oper und zog darauf nach New York, um an ihrer Stimme zu basteln und Kontakte zur Musikerszene zu knüpfen. Mit ihrer Band Awry veröffentlichte sie ein erstes Album und gründete nach den zahlreichen Liveauftritten mit Sufjan Stevens ihr neues Projekt My Brightest Diamond. Dem beachtlichen Debut
"Bring Me The Workhorse" liess sie mit "Tear It Down" ein dazugehörendes Remixalbum folgen, welches sie mit dreizehn renommierten DJs und Musikern einspielte.
Diskographie:
> Bring Me The Workhorse (2006)
> Tear It Down (Remix) (2007)
> A Thousand Shark’s Teeth (2008)