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My Brightest Diamond – Bring Me The Workhorse

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von Nina Hochstrasser am Freitag, 25. August 2006 in Neuerscheinungen   
Genre: Songwriting
Label: Asthmatic Kitty Records
CH-Vertrieb: Irascible
Unsere Wertung:
My Brightest Diamond – Bring Me The Workhorse

Das Stimmwunder
My Brightest Diamond – Bring Me The WorkhorseWo eine professionelle Opernsängerin abgesehen von der Mailänder Scala auch landen kann, das demonstrieren My Brightest Diamond auf ihrem ersten Album „Bring Me The Workhorse“.

Ob gewollt oder nicht, „Bring Me The Workhorse“ erinnert unwillkürlich an die Trip-Hop-Pioniere Portishead. Diese düstere Grundstimmung, diese (teilweise) etwas unheimliche Frauenstimme, diese schleppende Komplexität – das hat man doch alles schon gehört. Pferdenärrin Shara Worden, Kopf und Herz von My Brightest Diamond, zählt unter ihren Einflüssen allerdings eher Grössen wie Mariah Carey, Debussy oder ihre Eltern auf.

Der Name My Brightest Diamond bezeichnet das für Worden Wichtigste in ihrem Leben: ihre Musik. Diese sei „the most precious gift she could give to the world“, so der Promotext der Plattenfirma. Globales Denken wird in der heutigen Welt ja ausgezeichnet und so ist es kein Wunder, können My Brightest Diamond nun stolz auf ihr erstes Album blicken. Doch beginnen wir am Anfang.

Zur Musik kam Worden natürlicherweise durch ihre Eltern, beide Musiker. Schon als kleines Kind begann sie zu singen, mit drei Jahren die erste Aufnahme, mit acht singen im Chor und Klavierausbildung und dann das Unvermeidliche: Ein Musikstudium in New York. Und wie man es von Studenten so kennt, war die Universität nicht die einzige bevorzugte Location und so wechselten sich in Wordens Studienzeit klassische Oper und moderne Grooves ab. Erste selbst geschriebene Songs folgten, eine Band wurde gefunden und so begann Wordens Karriere mit Auftritten in kleinen New Yorker Bars. Anschliessend lernte sie, professionell zu komponieren.

Sie schimmert durch, die klassische Ausbildung. Das Vibrato von Wordens weichem Alt ist ein sauber erarbeitetes; sie schreit, jauchzt und kräht und erzeugt mühelos Klänge in Glas zersprengenden Höhen und unheimlichen Tiefen. Allen elf Songs auf „Bring Me The Workhorse“ ist aber eines gemeinsam: Ein düsterer Grundtenor, der einmal mehr an bereits erwähnte Portishead erinnert. Es ist aber keine Melancholie, die Worden hier reproduziert, und auch kein Weltschmerz, sie bemitleidet sich nicht selber. Vielmehr schafft es My Brightest Diamond eine Brücke zu schlagen zwischen der Zartheit der Musik und der Power von Wordens Stimme; ein Versuch, der in „Gone Away“ beispiellos gelingt. Während die Band, beinahe in den Hintergrund gedrängt, einen leisen, aber effektiven Klangteppich ausbreitet, schmeicheln sich die Vocals sehr gekonnt in des Hörers Ohr.

Doch leider ist das Album nicht immer so spannend, wie in „Gone Away“ oder vor allem in „Freak Out“. Allzu oft wird primär auf die Stimme fokussiert, die zwar facettenreich, aber halt doch nur eine Stimme ist. Wem dies nicht zusagt, der hat es schwer, zu diesem eh schon relativ komplexen Werk den Zugang zu finden. Deshalb ist „Bring Me The Workhorse“ am ehesten etwas für Fans von stimmgewaltigen Powerfrauen, denen es auch nichts ausmacht, wenn diese mal hysterisch oder ein wenig pathetisch werden, sowie für Menschen, die nicht vor Schwarzmalerei zurückschrecken.

My Brightest Diamond sind momentan mit Sufjan Stevens auf Tour. Sie live zu erleben, könnte übrigens auch eine optisch interessante Erfahrung werden, trug Shara Worden doch an Konzerten auch schon Superman-Umhänge, Ballkleider oder stieg im Korsett auf die Bühne...


Ab 26. August 2006 im Handel.

Anspieltipps:
Gone Away; Something Of An End
Trackliste: 1) Something Of An End; 2) Golden Star; 3) Gone Away; 4) Dragonfly; 5) Freak Out; 6) We Were Sparkling; 7) Disappear; 8) The Robin's Jar; 9) Magic Rabbit; 10) The Good & The Bad Guy; 11) Workhorse
similar artists: Heather Nova, Regina Spektor, CocoRosie

> Hören und Kaufen > Offizielle Webseite > MySpace.com Seite > Label > CH-Vertrieb

Bio:

Der Grossvater Epiphonist, der Vater Akkordeon-Champion und die Mutter Organistin – Musikerin zu werden, liegt bei diesem Background in den Genen. Shara Worden, die hinter dem Projekt My Brightest Diamond steht, wurde bereits als Kleinkind mit Musik von unterschiedlichster Provenienz konfrontiert und nahm als Dreijährige ihr erstes Lied auf. Musik begleitet sie durch ihr gesamtes Leben, zuerst im Klavierunterricht, dann als Sänger im Kirchenchor und in diversen lokalen Produktionen. Erwachsen geworden, machte sie sich auf, um zuerst das Musik-College abzuschliessen und anschliessen Operngesang in New York zu studieren. Eine Ausbildung als Komponistin rundete ihr Profil ab.
Seit Jahren schon tritt Shara Worden zusammen mit einer Band als My Brightest Diamond auf. „Bring Me The Workhorse“, aufgenommen im Jahr 2005, ist ihr erstes Album. Parallel dazu entstand das noch nicht veröffentlichte „A Thousand Shark's Teeth“, auf welchem sie von einem vierköpfigen Streicherensemble begleitet wird.

mybrightestdiamond
Diskographie:
> Bring Me The Workhorse (2006)



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