My Chemical Romance sind auf ihrem dritten Album dem Grössenwahn verfallen.
Hier stimmt die Chemie nicht ganz: My Chemical Romance versuchen mit ihrem dritten Album das, was Green Day nach 15 Jahren wagten: Ein bombastisches Konzeptalbum. Wo die Poppunk-Veteranen eher auf dem Boden blieben und über Unterschicht und Vorstädte sangen, orientieren sich Gerard Way und seine Mitstreiter an Wagner und Queen und schmettern eine dramatisch-bombastische Punkhymne nach der anderen. Einige Überraschungen wie das polkainspirierte „Mama“ mit Gastsängerin Liza Minnelli, die vom Alter her die Mutter der Bandmitglieder sein könnte, und gute Ansätze im Songwriting, werden mit tonnenweise Kitsch überzogen. Will man so den Mainstream erobern? Es klingt vor allem nach einem Versuch, diese moderne Art von Punk, die oft Emo genannt wird, auf Stadionrock und Dramatik zu trimmen. Dass dabei Einiges schieflaufen kann, ist klar. Alles wird ausprobiert, von Klavier- und Streicherintros über grosse Chöre; von die Tanzfläche füllenden Knallern bis zu herzzerreissenden Balladen ist alles vorhanden - ein heilloses Stilpotpourri aus Punk, Emo, Metal, Stadionrock, Queen, Post-Hardcore und vielem mehr. Die Texte von Gerard Way sind sehr düster und drehen sich um Tod und Verderben – auch hier gibt es viele Fettnäpfchen, und einige davon werden auch nicht ausgelassen. Aber genug genörgelt: Mir gefällts nicht, aber wer die moderne und alternative Version von Queen oder Guns’n’Roses möchte, ist hier sicherlich gut bedient.
Seit 20. Oktober 2006 im Handel.
Anspieltipps: Mama
Trackliste: 1) The End; 2) Dead!; 3) This Is How I Disappear; 4) The Sharpest Lives; 5) Welcome To The Black Parade; 6) I Don’t Love You; 7) House of Wolves; 8) Cancer; 9) Mama; 10) Sleep; 11) Teenagers; 12) Disenchanted; 13) Famous Last Words; 14) (Hidden Track)
similar artists: Green Day, Alkaline Trio, Avenged Sevenfold
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Bio:
Gerard Way (voc), Mikey Way (bass), Frank Iero (git), Ray Toro (git) und Bob Bryar (dr) aus New Jersey machen seit 5 Jahren zusammen Musik. Die Band wurde wenige Tage nach dem Attentat des 11. Septembers 2001 gegründet, die Gerard als Augenzeuge miterlebte. Der erste Song war denn auch eine Verarbeitung dieses Erlebnisses. Nach zahlreichen lokalen Konzerten wurde 2002 das Debütalbum “I Brought You My Bullets, You Brought Me Your Love” aufgenommen und auf Eyeball Records herausgegeben. Das brachte der Band einen Major-Deal mit dem Label Reprise Records ein. Mit dem 2004er Album „Three Cheers For Sweet Revenge“ wurden MCR den Status des Geheimtipps endgültig los und setzen mit dem dritten Album „The Black Parade“ zum Sprung in die Stadien an.