Das Werk ist im Grossen und Ganzen einigermassen gut, aber da gibts doch ein nicht zu verachtendes ABER. Zu Beginn harmlos, ja gar kreativ und inspirierend, ziemlich ruhig und verträumt, verliert die Platte schon beim dritten Stück, „Gideon“ an Originalität, weil dieses etwa ganz genau so klingt, als ob der Ritter des Weltfriedens, Bono Vox, es persönlich geschrieben, gespielt und vor allem gesungen hätte. „What A Wonderful Man“ beginnt dank lustigem, aufgestelltem Klavierspiel zwar niedlich und rockt dann später auch freundlich, wenn nur der Gesang nicht dermassen mühsam hoch und quietschig, ja schampar nervig wäre. „Off The Record“ versucht sich dann mit Reggaebeat wie man ihn schon oft gehasst hat und führt endgültig zu Verwirrung. Was wollen die hier genau spielen? Wie nennt man diesen Stil(mix)? Eine vernünftige Prise Rock, zwei Teelöffel Gemütlichkeit oder Chillout, psychedelische Pilze, ein paar Fingernägel von Bono, Elton Johns Brille, das ganze mit 2 Litern Unentschlossenheit gemischt, ergibt eine nicht allzu köstliche Suppe namens „Z“. Gut, bis anhin ist nur das halbe Album besprochen, man sollte nichts verschreien bevor es zu Ende gespielt ist. „Into The Woods“ klingt dann wieder etwas interessanter, der ¾ Takt walzert, während der Synthesizer im Hintergrund gefährlich-mystisch-verzerrt quietscht. Leider folgt gleich darauf mit „Anytime“ wieder ein rockiges Bono Lied, welches die spannende Wald-Stimmung vom vorhergehenden Stück wieder zur Sau macht. Noch schlimmer wird’s bei „Lay Low“. Tatsächlich sieht man (mit geschlossenen Augen sich vorstellend, wer dieses Stück spielen könnte) Sir Elton John aus einer seiner wunderschönen Designerbrillen lächeln oder gar zwinkern, der Appetit ist endgültig vergangen. Weiter geht’s mit „Knot Comes Loose“, einer Country Ballade, nicht übel, ziemlich gemütlich aber schon wieder Stilwechsel. „Dondants“ schliesst das Ganze ab, erst ruhig dann rockig, doch auch irgendwoher abgeschaut, zumindest mit dem besten Gitarrensolo der ganzen Platte (Gitarrensoli sind tatsächlich zahlreich vertreten und selten schwach). Ideen (wenn auch teils geklaut) wären vorhanden, den roten Faden sucht man jedoch vergebens, was mir, als Bewunderer roter Fäden, etwas gegen den Strich geht. Abwechslungsreichtum gibt normalerweise Pluspunkte, man kann’s jedoch auch übertreiben, was dann wiederum zu Punktabzügen führt.
Seit 27. Januar 2006 im Handel
Anspieltipps: It Beats 4You, Into The Woods,
Trackliste: 1) Wordless Chorus; 2) It Beats 4 U; 3) Gideon; 4) What A Wonderful Man; 5) Off The Record; 6) Into The Woods; 7) Anytime; 8) Lay Low; 9) Knot Comes Loose; 10) Dondants
Similar artists: U2, Elton John, Jimmy Sommerville (Bronsky Beat), The Police,
Neutral Milk Hotel, Neil Young, Architecture in Helsinki
> Hören und Kaufen > Offizielle Webseite > Label > CH-Vertrieb Bio: My Morning Jacket sind fünf Amerikaner, die aus dem spannenden Louisville, Kentucky, stammen. Gut, ihre Wurzeln haben sie eigentlich im Country (den in Kentucky wahrscheinlich überhaupt niemand mag…), sie sind aber trotzdem zuerst in Europa (Holland) vom Publikum geschätzt worden. Zwischenzeitlich erschien das vierte Album von Jim James (Songschreiber und Sänger), Jonny Quaid (git.), J. Glenn (dr.), Danny Cash (key.) und ‘twotone’ Tommy (ba.), welches dann doch eher als Eigenart in Kentuckys Musikszene bezeichnet werden dürfte. Ausserdem wird die Band auf beiden Kontinenten geschätzt und gemocht.
Diskografie: > The Tennessee Fire (1999)
> At Dawn (2001)
> It still moves (2003)
> Z (2006)