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Nada Surf – The Stars Are Indifferent to Astronomy

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von Michael Messerli am Freitag, 27. Januar 2012 in Neuerscheinungen   

Genre: Indie |  Label: City Slang (TBA)  |  Unsere Wertung: 7.0/10

The Stars Are Indifferent to AstronomySchau zum Himmel
Nada Surf suchen mit ihrem sechsten Album die Konstanz und geben sich die grösste Mühe, dass man das nicht mit Stagnation verwechselt. Immer gelingt ihnen das nicht.

Das muss man dann auch einfach zugeben: „Lucky“ war als Album ganz in Ordnung, aber was sollte nach einem Lied wie „See These Bones“ noch kommen? Einem der besten Indierock-Songs seit Erfindung der Hornbrille? Was, wenn bereits nach einem Song alles gesagt ist? Matthew Caws ist ein Typ, dem solche Stücke gelingen. Kein Mann, der in komplizierten Metaphern verpackt, was niemanden etwas angeht. Musik und Text passen auch heute noch so einfach zusammen, wie diese Melodien zu entstehen scheinen. Solide Rockmusik. Eine Bezeichnung, die man Nada Surf schnell anheften könnte – wenn man „The Stars Are Indifferent to Astronomy“ als einfache Gitarrenmusik vorverurteilt. Tut man eben dies, verpasst man die cleveren Schlenker, die dem Trio immer wieder gelingen. „The Weight is a Gift“ war ein Album, das voll und ganz bewiesen hat, wie gut das klingen kann. Das scheint schon eher das Problem des neuen Albums: Es überrascht in dieser Hinsicht niemanden mehr.

Wenn Caws jedoch auspackt, was in ihm steckt („When I Was Young“), dann fühlt man sich unweigerlich zuhause. Das ist die andere, wohltuende Seite des Umstands, dass Nada Surf nach 20 Bandjahren gar nicht in der Lage sein müssen, alles anders zu machen. Es braucht solche Bands, die auch das sehr gut können. Und Nada Surf sind vor allem eine beobachtende Band, ein Trio mit Blick nach innen sowie fürs Detail. Diesbezüglich einem Mark Oliver Everett ziemlich ähnlich und diesmal mit ebenso klarem Bezug zur Jugend. Songnamen wie „When I Was Young“ oder „Teenage Dreams“ stellen Vergangenheitsbezüge her. Die Träume in den Sternen suchend, sich über die Zukunft und die Welt Gedanken machen („The Future“). Blicken da drei alternde Menschen nostalgisch zurück? Man gewinnt eigentlich mehr den Eindruck, dass Bilanz gezogen wird. Ergebnis: „It’s never too late for teenage dreams“. Es geht noch was. Ein „See These Bones“ ist ihnen dabei nicht gelungen. Dafür ein Song wie „Let the Fight Do the Fighting“. Für den Moment zumindest fühlt man sich unweigerlich zuhause.

Seit  20. Januar 20112 im Handel.

> Hören und Kaufen > Offizielle Webseite > MySpace > Label > CH-Vertrieb

Anspieltipps:
> Clear Eye Clouded Mind
> Let the Fight Do the Fighting
> When I Was Young

Diskographie:
> High/Low (1996)
> The Proximity Effect (1998)
> Let Go (2002)
> The Weight Is a Gift (2005)
> Lucky (2008)
> The Stars Are Indifferent to Astronomy (2012)

Ähnliche Künstler:
> The Shins
> Death Cab For Cutie
> The Lemonheads
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