...würde ich dem Tier nach Siegfried oder Roy sofort den
Sänger des nervösen Cabarets empfehlen... Merde, tais-toi ou bien
fiche-moi la paix!!!
Tja, dieser Zirkus ohne Zauber, ohne Siegfried, ohne Roy – ganz einfach ohne Wenn und Aber – nervt; nervt wegen ihm, dem Sängerknaben – dem Miesepeter würd' ich beinahe sagen – der alles zerstört, was eigentlich gut gemeint, nett arrangiert und schön instrumentiert versucht wird!
Elyas Kahn sollte zurückbuchstabiert werden – Nhak Sayle... Reicht es denn nicht, wenn er offensichtlich viel und guten Anteil am Gesamtsound hat, indem er locker nebenher für Gitarre, Bass und Elektronisches verantwortlich zeichnet? Muss er um Himmels Willen denn wirklich noch singen?
Es ist so, dass ich meine, Nervous Cabaret mit Kaizers Orchestra vergleichen zu müssen. Bastard-Musik mit Hang zum Humba-Humba-Überhang. Wenn denn aber bei den Kaisern Zampano Ottesen seine Band führt und dem kruden Gesamtarrangement mit seiner unwiderstehlichen und charismatischen Stimme bzw. Gesang einen Bärendienst erweist, so muss man in aller Deutlichkeit das Gegenteil im Falle des daraus resultierenden nervenbösen Cabarets behaupten.
Die Musik an und für sich dürfte bereits schon nicht jedes Hörers Sache sein. Den Songs fehlt zudem noch zu oft die Hookline. Auch scheinen Nervous Cabaret nicht ganz frei von zu deutlichen Einflüssen zu sein. Ihre Musik lässt Song für Song Assoziationen zu – gewollt oder nicht; also da wären: Interpol, Nick Cave, Muse, The Strokes, Kaizers Orchestra, Madness, Kings Of Leon und Herr David Bowie. Trottoirmischung-Musik angelegt als Wollmilchsau, die zuletzt doch nur den Stall voll kackt.
Im Grundsatz und das peinigt mich ja so derart, handelt es sich durchaus um ein überdurchschnittlich interessantes Album. Doch die Band will zu viel, kanalisiert zu wenig, stutzt dem Sänger nicht die Stimmbänder, lässt die Bläser nach vorne drücken und huldigt die vermeintlichen Vorbilder (???) insgesamt zu deutlich. Ergo: Charisma unterdrückt und Dilettantismus forciert!
Der Spannungsbogen – so scheint's – ist insgesamt eher schlaff, sicherlich jedoch ab Song #7 oder #8 wird die Luft ganz, ganz dünn.
Das Beste zuletzt: Der Begräbnis-Song (ich nenn' den einfach so) – Titel #6 – ist umwerfend und überdurchschnittlich sehr gut gelungen. Den könnt ihr mir spielen, wenn's denn soweit sein sollte, wobei ich anmerken muss, dass ich Blumen im Allgemeinen weniger schätze als 103 dB(A).
Ab 21. September 2007 im Handel.
Anspieltipps: Dead Naked
Trackliste: 1) Break In Violence; 2) Pete Lachaise; 3) Sleepwalkers; 4) The Toast; 5) No Politics No Sex; 6) Dead Naked; 7) Les Enfants Du Papillon; 8) Pocketfull Of Gold; 9) Flame Girl; 10) Cathead; 11) The Ark; 12) Everything Matters
similar artists: Kaizers Orchestra
> Hören und Kaufen > Offizielle Webseite > MySpace > Label > CH-Vertrieb
Bio:
Nervous Cabaret sind der Inbegriff des Wortlauts "Tour De Force". Das Sextett aus Brooklyn (NY) umfasst zwei Drummer, Bass, quietschende Bläser und ein weit aufgerissener Gesang. Ihre Live-Auftritte sind der gewollte Verschnitt aus Post-Punk Led Zeppelin und dem Vaudeville Orchester. Der Sound hetzt von bös zu nett, reisst dem Raum sein Herz heraus, nur um es sogleich den Tapetenblumen offerieren zu können.
Erst seit November 2005 besitzt die Band einen Vertrag, welcher einen weltweiten Vertrieb ihrer Alben sicherstellt. 2006 wurde ihr selbstbetiteltes Debütalbum in Europa veröffentlicht, was ihnen umgehend eine anständige Fanschar im europäischen Raum heimschlug.
Die allgemein guten Kritiken zum Debütalbum sowie über die Live-Shows "brockten" ihnen drei intensive Touren in 2006 ein. Highlights daraus sind Konzerte mit: The Fugees, Clap Your Hands Say Yeah, Primal Scream, Gang of Four, Animal Collective, Dandy Warhols, Echo and the Bunnymen, Herbaliser, Anthony & The Johnsons, Liars, LCD Soundsystem, Bell Orchestra, Two Gallants, Coco Rosie u.v.m.
Diesen Herbst erscheint nun ihr zweites Album, für welches eine ausgedehnte Tour geplant ist.