New Model Army – Carnival (2005) |
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| von Michael Rothen am Sonntag, 9. Oktober 2005 in Neuerscheinungen | |
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Genre: Post-Punk, Folk Label: Attack Attack Records CH-Vertrieb: Musikvertrieb Unsere Wertung: ![]() Nachhaltiger ZeitgeistMan weiss nicht genau, wie es so gekommen ist. Man spürt jedoch, dass es tatsächlich anders nicht ist. Weder gut noch schlecht, nicht positiv, nicht negativ. Das rastlose Schlagzeug rollt, die linke Gitarre schrammelt, die rechte soliert und der Bass treibt melodische Läufe, wie sie heutzutage schlicht zu selten sind. Über diese New Model Army typische Klangkonstruktion singt/parliert ein vehementer und beinahe selbstverständlicher Justin Sullivan, als ob’s keine simpleren Themen mehr gäbe. Idealismus wie er nur von einer Band geprägt wird. Es ist schon so, mit „Carnival“ sagen NMA den Hörgewohnheiten ihrer Kundschaft grundsätzlich keinen Kampf an. Viel mehr erhält der Hörer das, was er erwartet, kennt und sich dennoch nicht nach Wiederholung anhört. Sei es textlich oder musikalisch, Sullivan & Co. sind gewissermassen lahm bezüglich einer umfassenderen Weiterentwicklung. Dies will keineswegs implizieren, dass auf „Carnival“ mehrheitlich schon Gehörtes repetiert wird. Es ist viel mehr der Umstand, dass NMA aus tausenden von Bands immer wieder herauszuhören sind und das seit der Veröffentlichung ihres Erstlingwerks „Bittersweet“ in 1983. „Carnival“ vermag durch einzelne Wagnisse den bereits gut polierten Kelch zum Glänzen zu bringen. Erwähnenswert ist sicherlich die erweiterte Instrumentierung. Mit Xylophon, Glockenspiel, Perkussion und Streichochester kann der Truppe getrost eine gewisse Experimentierfreudigkeit attestiert werden. Es sind sodann auch exakt jene Songs mit vorgenannter Instrumentierung, welche beim ersten Durchlauf herauszustechen vermögen („Red Earth“, „Too Close To The Sun“, „Bluebeat“, „Another Imperial Day“ und „Fireworks Night“). Wahrgenommen als Fremdkörper oder als Bereicherung sei dahingestellt – besagte Stücke erhaschen mittels ihrer unmittelbaren Frische und allfälligen Ungewohntheit jedenfalls die Aufmerksamkeit des Hörers. „Carnival“ ist für alle: Für den Kenner und den Beginner sowie für den Gleichgültigen, der sich politisch korrekt informieren lassen möchte, denn die Texte sind - wie immer und das eben seit 1983 – schlicht grandios. Seit 5. September 2005 im Handel. Anspieltipps: Red Earth, Too Close To The Sun, Another Imperial Day Trackliste: 1) Water; 2) BD3; 3) Prayer Flags; 4) Carlisle Road; 5) Red Earth; 6) Too Close To The Sun; 7) Bluebeat, 8.) Another Imperial Day, 9.) LS43, 10.) Island, 11.) Fireworks Night similar artists: - - - > Hören und Kaufen > Offizielle Webseite > CH-Vertrieb Bio: Der Bandname New Model Army wird bei der Gründung anno 1982 einem Terminus aus der Zeit des Englischen Bürgerkriegs entliehen. Als Gründer zeichnen sich die aus dem nordenglischen Bradford stammenden Justin Sullivan (Vocals), Robert Heaton (Drums) und Stuart Morrow (Bass) verantwortlich. Nach einigen Clubauftritten erscheint bereits 1983 beim Independet-Label Abstract die erste Single "Bittersweet" und wenig später gar das erste Album "Venegeance". Fleissiges Touren (150 Auftritte in ganz Europa in der Zeit von 1983 – 84) lässt die Fangemeinde rasch und nachhaltig anwachsen. Mit dem Wechsel zum Majorlabel EMI veröffentlichen NMA 1985 ihr zweites Album "No Rest For The Wicked". Kurz nach Erscheinen des Albums wird Gründungsmitglied und Bassist Stuart Morrow durch den damals erst 17-jährigen Jason Harris ersetzt. Im Dezember 1986, zeitgleich mit Veröffentlichung des dritten Albums "Ghost Of Cain", wird NMA erstmals die Einreise in die USA genehmigt, worauf die Band das „unentdeckte“ Land sogleich betourt. 1989 kommt das wesentlich folkigere Album "Thunder And Consolation" auf den Markt. 1990 sogleich „Impurity“. Die nachfolgende Europatour ist mehrheitlich ausverkauft, wobei grössere Hallen bis zu 5'000 Zuschauern gebucht werden. In 1991 offeriert die Band das Live-Album „Raw Melody Men“ und wechselt von EMI zu Epic. Das 1993 realisierte Album "The Love Of Hopeless Causes" unterstreicht die bisherige musikalische Arbeit der Band und wird allseits wohlwollend aufgenommen. Eine Auszeit beschließen die Engländer 1994, wobei sich Sullivan und Heaton sogleich ihren Solo-Projekten widmen. Der NMA-Auftritt am Bizarre Festival 1996 – gedacht als letzter der Band – entfacht erneut das Feuer unter den Musikern, so dass bereits 1998 – nach fünf Jahren Pause – das Album "Strange Brotherhood" veröffentlicht wird (wieder auf EMI). Gestärkt durch den Erfolg des Albums beschliessen NMA, ab diesem Zeitpunkt die Geschäfte eigenhändig zu verwalten und gründen kurzerhand ihr eigenes Label Attack Attack Records, über welches sodann das 2000er Album "Eight" erscheint. Die Besetzung erfährt gleichzeitig eine erhebliche Veränderung: Gründungsmitglied Robert Heaton verlässt die Gruppe und Michael Dean (Drums), Dean White (Keyboards), Nelson (Bass) und Dave Blomberg (Gitarre) vervollständigen das neue Line Up. Am 4. November 2004 stirbt Robert Heaton 43-jährig. Rund fünf Jahre nach „Eight“ widmen Sullivan & Co. das 2005er Album „Carnival“ dem verschiedenen Schlagzeuger. Diskographie: > Carnival (2005) > Eight (2000) > Strange Brotherhood (1998) > The Love Of Hopeless Causes (1993) > Raw Melody Men (1991) > Impurity (1990) > Thunder And Consolation (1989) > Ghost Of Cain (1987) > No Rest For The Wicked (1985) > Venegeance (1983)
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