Der kalifornische Singer/Songwriter Nik Freitas bringt im Windschatten von Bright Eyes-Mastermind Conor Oberst sein viertes Soloalbum heraus.
Eigentlich war Nik Freitas ja schon selbständig, bevor er zu seinem berühmten Chef kam. „Sun Down“ ist bereits das vierte Solo-Album des kalifornischen Songwriters. Erst Anfang August 2008 gab Nik Freitas auf seiner Homepage bekannt, dass er mit Conor Oberst und dessen Mystic Valley Band auf Tour gehen würde, nachdem er schon bei den Aufnahmen zum ersten Soloalbum von Oberst dabei war. Im Gegenzug veröffentlichte dieser „Sun Down“ auf seinem Label Team Love Records in den USA im Mai 2008, nun bringt es Affairs Of The Heart aus Hamburg auch in Europa heraus, gerade nachdem die Mystic Valley Band durch den alten Kontinent getingelt ist.
Ein bisschen Folk, ein bisschen Country, eingängige Melodien, Anklänge an Bright Eyes und die Beatles (ohne die extremen, exzessiven Seiten dieser beiden Bands) – immer schön, schnell ein bisschen eintönig. Viele akustische Gitarren, ein bisschen Piano hier und da, ein scheues Schlagzeug, schöne Lieder, gutes Handwerk – eines ist klar: alle Beteiligten sind Könner. Die Texte schwanken zwischen Optimismus und Sehnsucht: „I believe that there’s love around.“ Weitergehende Gefühlsausbrüche fehlen aber, lyrisch wie musikalisch.
Das ist Musik, die man nie schlecht finden wird, aber doch kein Album, das man sich immer wieder von neuem anhört. Wenn solche Musik im Mainstream-Radio laufen würde, wäre man entzückt und würde sich keine CDs mehr kaufen; aber dies ist nun mal nicht so, und man muss selber nach der guten Musik suchen. Es gibt so viele Singer/Songwriter und Indie-Pop-Bands, die irgendwie ähnlich klingen wie Nik Freitas oder zumindest ähnlich schön und gut, und man will es nicht beliebig oder belanglos nennen, aber irgendwie hat man das alles schon mal gesehen. Die Songs sind nicht so zwingend oder extravagant wie bei den Bright Eyes. Man kann eigentlich nichts Schlechtes sagen über Nik Freitas, ausser dass ihm dieses letzte Quentchen Genie oder Wahnsinn fehlt, das einen Musiker wie Conor Oberst über die Masse der guten Bands erhebt.
Seit 26. September 2008 im Handel.
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Anspieltipps:
> All The Way Down
> Shhh
Diskographie:
> Here’s Laughing At You (2002)
> Heavy Mellow (2003)
> Voicing The Hammer (2006)
> Shoe Bee Do Bop (EP, 2007)
> Sun Down (2008)
Ähnliche Künstler:
> Bright Eyes
> Rilo Kiley
> The Beatles