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Of Monsters and Men – My Head Is an Animal

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von Michael Messerli am Dienstag, 1. Mai 2012 in Neuerscheinungen   

Genre: Pop |  Label: Universal Republic  |  Unsere Wertung: 6.5/10

My Heart Is an AnimalDie Libellen fliegen
Of Monsters and Men machen Pop ohne Kunstanspruch, schreiben damit ein bisschen neben dem Indie her und sind dank dieser Bescheidenheit das eine Quäntchen besser als The bianca Story.

Obwohl sie sich vielmehr der Vergleiche mit Mumford & Sons erwehren und gleichzeitig immer wieder mit The Arcade Fire messen müssen. Letzteres ist irgendwie Blödsinn, wenn man „My Head Is an Animal“ erst einmal verfallen ist. Das geht auch nicht lange – man hat den Charme der Isländer ziemlich schnell begriffen. Das kommt gerade in diesem April recht, wo es an manchen Orten mehr schneit als blüht. Ja, Of Monsters and Men sind Islands Sonnenschein und sie singen, als würde der geradewegs aus ihren leuchtenden Augen kommen. Sängerin Nanna Bryndís Hilmarsdóttir und Sänger Ragnar Þórhallsson machen das, wie man es von den Stars kennt, und Hilmarsdóttir kann das wie Kate Nash (z.B „Lakehouse“). Nur natürlich ohne britischen Akzent. Eigentlich ganz ohne Akzent. Gewonnen haben sie zuhause einen Nachwuchscontest, davon konnte man ja zur Genüge lesen. Man darf sich jedenfalls nicht davor drücken: Diese Band ist niedlich. Aber das liest sich dann immer gleich so negativ, weil niedlich die Zwillingsschwester von nett ist und deren grössere Schwester wir alle kennen. Natürlich ist nicht jedes Lied auf „My Head Is an Animal“ eine Offenbarung. „Your Bones“ könnte beispielsweise der Soundtrack zu einem x-beliebigen Disney-Zeichentrickfilm sein. Mit den üblichen Islandbildern lässt sich diese Rezension zum Glück aber auch nicht zukleistern, dafür klingt das viel zu weltlich.

Gerade ein Opener wie „Dirty Paws“ fehlt andererseits vielen Popbands. Es ist das beste Stück eines interessant aufgebauten Debüts, das weniger mit Innovation als mehr mit der tollen Instrumentierung glänzt. Es ist auch eines der besten Stücke des Popjahres 2012. Sowieso gelingt dem Sextett ein starker Beginn in diese nicht überbunte Welt. Die Band weiss sich zurückzunehmen, nicht zu übertreiben. Denn schliesslich gab es einen gewissen Hype um sie (das furchtbare Video zu „Little Talks“ wurde bereits millionenfach angesehen) – und den spürt man auf diesem Album halt einfach kaum. Isländischen Geistern sei dank. Aber bevor wir doch noch in Klischees abdriften, pfeifen wir fröhlich mit bis zum zweitbesten und letzten Song „Yellow Light“. Und spätestens da müssen wir zugeben, dass diese Band etwas hat. Hoffentlich endet das hier aber nicht wie üblich in befindlichkeitsschwangeren Film- und Fernsehproduktionen, sondern bitte in einem noch besseren Zweitling.

Seit  3. April 2012 im Handel.

> Hören und Kaufen > Offizielle Webseite > MySpace > Label > CH-Vertrieb

Anspieltipps:

> Dirty Paws
> Yellow Light
> King and Lionheart

Diskographie:
> My Head Is an Animal (2012)

Ähnliche Künstler:
> Mumford & Sons
> Stars
> The bianca Story
> Kate Nash
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