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Okkervil River - The Stand-Ins

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von Michael Messerli am Donnerstag, 28. August 2008 in Neuerscheinungen   

Genre: Folk, Indie, Rock  |  Label: Jagjaguwar (Irascible)  |  Unsere Wertung: 7.0/10

The Stand-InsKeine Macht den Poplügen
Während Will Sheff vor fast exakt einem Jahr mit «The Stage Names» die Künstlichkeit aus unseren Köpfen sang, legt er jetzt mit «The Stand Ins» nach. Der Schein bleibt somit trügerisch – und die Protagonisten kommen immer noch nicht gut weg.

Das fünfte Album von Okkervil River knüpft in (fast) jeder Hinsicht an den Vorgänger an. Und tatsächlich: es ist der zweite Teil eines ursprünglich erdachten Doppelalbums. So lässt sich das Frontcover von «The Stand Ins» unter das von «The Stage Names» legen und plötzlich erhält die oberflächliche Hand einen verbrauchten Körper. Dass sich der Songwriter Sheff mit diesem zweiten Teil selbst die Ehrlichkeit auferlegt und dem kalkulierten «sing along» den Stinkefinger zeigt, muss man ihm nicht zwangsläufig abkaufen. Zu selbstironisch wählt er seine Worte: «He’s the liar who lied in his pop song/ And you’re lying when you sing along». Künstlichkeit ist austauschbar, die Welt aber ändert sich dadurch kein bisschen. Die kindlichen Empfindungen, die manche «Singer Songwriter» bei uns auszulösen vermögen, werden auch einmal erwachsen. Und wenn man mit auf Tour geht, mit Zykos und den gemachten Beobachtungen, die Sheff auf seine manchmal zerbrechliche und manchmal bestimmte Art erzählt, werden auf sympathische Weise offene Türen eingerannt.

Nebst den Geschichten rund um Groupies, Glashäuser und dem Songwriter, der leider nur mit dekorativem Geschmack ausgestattet wurde, überzeugt «The Stand Ins» auch musikalisch. Wenngleich nicht im selben Masse, wie der Vorgänger. Dafür ist z.B. die Single «Lost Coastlines» gegen Ende etwas zu lang geraten und auch sonst fehlt in gewissen Momenten das letzte Quäntchen Zündstoff. Die Songs liefern sich jedoch gegenseitig ihre Auffangnetze, allen voran das in seiner Grossartigkeit genau richtige Anklagelied «On Tour With Zykos» oder das nachtrauernde «Calling And Not Calling My Ex». Ein Album, das sich selber nach Hause bringt. Schaut man sich den gefallenen Kerl auf dem Frontcover an, versteht man, dass dies nicht allen gelingt: «We’re pretty sure he needs a hand/ He says he can’t stand/ And when we pick him up/ He asks us where this ship will land.»

Seit 22. August 2008 im Handel.

Anspieltipps: On Tour With Zykos/ Calling And Not Calling My Ex/ Bruce Wayne Campbell Interviewed On The Roof Of The Chelsea Hotel, 1979
Trackliste: 1) Stand Ins, One; 2) Lost Coastlines; 3) Singer Songwriter; 4) Starry Stairs; 5) Blue Tulip; 6) Stand Ins, Two; 7) Pop Lie; 8) On Tour With Zykos; 9) Calling And Not Calling My Ex; 10) Stand Ins, Three; 11) Bruce Wayne Campbell Interviewed On The Roof Of The Chelsea Hotel, 1979
similar artists: Bright Eyes, The Arcade Fire, Shearwater, Ryan Adams, Beirut

> Hören und Kaufen > Offizielle Webseite > MySpace > Label > CH-Vertrieb

Okkervil River
Diskographie:
> Don’t Fall In Love With Everyone You See (2002)
> Down The River Of Golden Dreams (2003)
> Black Sheep Boy (2005)
> The Stage Names (2007)
> The Stand Ins (2008)
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