Olli Schulz & Der Hund Marie – Das beige Album (2005) (Grand Hotel van Cleef/RecRec) |
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| von Severin Bellwald am Mittwoch, 3. August 2005 in Neuerscheinungen | |
![]() Beige deluxe Alleine der Name der Band und auch die Erinnerung an ihr erstes Album „Brichst du mir das Herz, dann brech’ ich dir die Beine“ lassen vermuten, dass diese Scheibe dem Symbolcharakter von Beige nicht gerecht wird. Gemeinhin assoziiert man mit diesem Farbton eher Eintönigkeit und Spiessbürgertum als die Kreativität und Schlitzohrigkeit, die man von Olli und dem Hund kennt. Dennoch ist der Albumtitel nicht unpassend gewählt, da sich die Musik abseits von experimentellen Effekten in sehr einfachen und ruhigen Gefilden bewegt. Viele der Songs kommen mit Gesang und ein bis zwei Akustik-Gitarren aus, Marie apportiert das Stickchen am Schlagzeug, sonst herrscht eher Kargheit. Eine Ausnahme bildet etwa das überdrehte Banjo in „Die Ankunft der Marsianer“. Hierin wird über das Bedürfnis des Nicht-Beige-Seins und der Gier nach Sensationen gesungen und obwohl das Country-Flair den musikalischen Tiefpunkt der CD markiert, passt es sehr gut zum Text. Viele bezeichnen die beiden rockigen Nummern „Dann schlägt dein Herz“ und die Singleauskopplung „Jetzt gerade bist du gut“ als Highlights der Scheibe. Letztere hat durchaus Qualitäten zum Radiohit, zu beiden Tracks ist aber zu sagen, dass sie zwar schneller und lauter sind, jedoch nicht den tieferen Eindruck hinterlassen als einige der ruhigen Lieder, welche das Album prägen. So gehört „Der Film beginnt“ zu den stärksten Songs und wartet darauf, dass jemand den Film dazu dreht. Aber auch die unspektakulären Leisetreter „Schon lange was defekt“ und „Affenbär“ versprühen einen ganz besonderen Reiz. Vor allem „Affenbär“ scheint beim ersten flüchtigen Hinhören so sinnlos, dass es dem Zuhörer hilft, die ganze Art von Olli Schulz & Der Hund Marie zu verstehen. Wer einen Moment lang genau hinhört, wird erkennen, dass hier (und wie man mit dieser Erkenntnis feststellt, auf der ganzen Scheibe) mit den Worten, die auf Anhieb die wenigsten verstehen, Situationen beschreiben werden, die die meisten kennen. Olli Schulz hat bestimmt keine aussergewöhnliche Stimme oder unglaubliche Gitarren-Skills, er und sein Hund werden es wahrscheinlich nie über den Insidertipp hinaus bringen, aber gerade dadurch haben sie einen sehr eigenständigen Charakter, der weder aufblast noch verkleidet, was dahinter steht: Einfache, gute Musik. Seit 27. Juni 2005 im Handel. Anspieltipps: Der Film beginnt, Jetzt gerade bist du gut, Spooky Girlfriend, Bettmensch similar artists: …irgendwie zumindest: Der Junge mit der Gitarre, Joachim Deutschland > Hören und Kaufen > Offizielle Seite > Label > CH-Vertrieb Bio: Olli Schulz (Gesang und Gitarre, heute 30 Jahre alt) hatte eigentlich nie die Absicht, Musiker zu werden. Als ihn aber sein Freund Marcus Wiebusch von Grand Hotel van Cleef fragte, ob er mit den Liedern, die er mit 18 Jahren zum Spass über und für seine Freunde komponierte, nicht eine Platte aufnehmen wolle, liess er diese Chance nicht aus. Er fragte seinen damaligen Nachbarn in St. Pauli, den Musiker Max Schröder (Schlagzeug und alles andere), ob er nicht Lust hätte an dem Projekt mitzumachen. Max, der damals mit dem Künstlernamen Le Chien Marie durch die Gegend lief, sagte zu. Die Beiden bevorzugen Stille und Abgeschiedenheit und leben heute in einem ruhigen Stadtteil in Westberlin. Zur Aufnahme ihres zweiten Albums zogen sie sich auf eine ruhige Nordseeinsel zurück. Diskographie: > Brichst du mir das Herz, dann brech’ ich dir die Beine (2003) > Unten mit dem King (EP/2004) > Das beige Album (2005)
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