Schon die stolze Zahl von elf Bandmitgliedern belebt in Verbindung mit den Worten „Funk“ und „Jazz“ natürlich Hoffnungen, dass „Energy State“ den Starkstrom durch die Boxen jagt. Fünf Bläser (ein Tenor-Sax, zwei Trompeten, zwei Posaunen) versprechen einiges und der Einsatz eines Berimbaus deutet auf eine exotische Ader hin. Mit dem Opener bleiben One Million Dollars vorerst hinter diesen Erwartungen zurück, denn „Who You Are“ ist 70er Jahre Discofunk, so farb- und makellos wie Tony Maneros Anzug in Saturday Night Fever. Alles ist perfekt getimt, perfekt arrangiert und viel zu glatt, um das Herz und von dort die Blutbahnen zu erreichen. Kurzer aber heller Funke zwischen der synthetischen Sterilität ist ein Flötensolo. Besser macht es „On This Day“, das mit leisen Tönen die gemütliche Atmosphäre einer Jazz-Bar herbeizaubert. Klavier und Trompete begleiten die angenehm zurückhaltende, helle Männerstimme, während man im Chill Out-Bereich abhängt. Nach Funk und Jazz wendet man sich im dritten Song der dritten Stilrichtung zu, versucht es mit Samba und endet dabei als Mediana Vista Social Club. Auch wenn die Bläser diesmal vollzählig vertreten sind und durchaus Stimmung erzeugen, kann der Track nicht begeistern. Auch die portugiesische Gesangseinlage verhallt effektlos. Wären die angesprochenen drei Annäherungen an unterschiedliche Genres erfolgreicher verlaufen, würde man One Million Dollars wohl „facettenreich“ nennen. So aber tendiert man eher zu etwas wie „orientierungslos“. Wenigstens erkennen die Dollars, dass die glücklose Suche nach dem eigenen Stil bei „On This Day“ dem Greifbaren am Nächsten war. So kehrt man zum ruhigen, etwas verträumten Mix aus Jazz und Funk zurück, erinnert in den schlimmsten Momenten an den Schweizer Soulsänger Seven, hält sich im Grossen und Ganzen zwischen Langeweile und Bedeutungslosigkeit auf und kann dank einigen pfiffigen Rhythmen und guten Instrumentaleinsätzen manchmal auch überzeugen. Der unversöhnliche Abschluss „Musica Na Cabeça“ ist ein Totalausfall und wäre der Tracklist besser ferngeblieben.
„State Energy“ ist zu brav, Seele und Spannung sind sorgfältig herausgebügelt worden, der Scheibe fehlt es an Überraschungen und Charisma. Für einmal sind eine Million nur knapp mehr als 50 Cent.
Seit 6. Oktober 2005 im Handel.
Anspieltipps: On This Day; Show Me Places
Trackliste: 1) Who You Are; 2) On This Day; 3) Quando Você Chegar; 4) Get Off; 5) The Original; 6) Happy Free; 7) Recovery; 8) Show Me Places; 9) High Places; 10) Black Cat Shuffle; 11) Musica Na Cabeça
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> Hören und Kaufen > Offizielle Webseite > Label > CH-Vertrieb Bio: Gemäss Bio auf ihrer Homepage hat die Band aus Auckland, angeführt von Songwriter Richard Setford, dem neuseeländischen Musikhimmel einen neuen Stern geschenkt. Neben dieser Grosstat spielten sie 2002 mit den Black Eyed Peas zusammen und traten 2003 bei der Premiere von Lord Of The Rings: The Two Towers auf, wo sie für die versammelte nationale und internationale Gesellschaft spielten. Weiter sind sie schon mit zahlreichen neuseeländischen Top-Acts aufgetreten und scheinen sich in ihrem Heimatland grosser Beliebtheit zu erfreuen.
Diskographie: > Engergy State (2005)