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Panico - Subliminal Kill (2005) (Tigersushi/RecRec)

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von Andreas Scheuber am Mittwoch, 1. Juni 2005 in Neuerscheinungen   
Wurzelbehandlung

Panico - Subliminal Kill (2005) (Tigersushi/RecRec)Weg von hypnotisierend endlosrunden Hüftschwüngen, hin zu etwas rudimentäreren Bewegungen, wobei etwas Leichtigkeit nicht fehlen darf. Panico schlagen mit "Subliminal Kill" weltlich rockendere Töne an, ohne ihre Wurzeln abzustossen.

Eigentlich ist es erstaunlich, dass man hierzulande praktisch keine Kenntnisse vom Musikgeschehen ausserhalb Europas und dem angelsächsischen Raum besitzt. Gerade Afrika und Südamerika bewahren eine riesige kulturelle Vielfalt, auch in der Musik, die Menschen sind verrückt danach. Nur einige wenige Bands schaffen den Sprung auf die geldbringenden Kontinente im Norden, so auch Panico aus Chile. Um aus dem Sprung keinen Absturz werden zu lassen, wird die ursprüngliche Musik unweigerlich einem Wandlungsprozess unterzogen, was keinesfalls immer schlecht sein muss. "Subliminal Kill" ist die südamerikanische Herzlichkeit nur noch unterschwellig und in einzelnen Songs, wie zum Beispiel "Lupita", anzumerken. Die Einflüsse westlicher Musik sind offensichtlich. Die Dame am Bass groovt ordentlich in die Socken, der Opener "Que Pasa Wey" verspricht mit seinem Drang nach vorne und den elektronischen Verzerrungen einiges. Im selben Stil geht's mit "Transpira Lo" weiter, Dance-Beats treiben an und lassen einen kaum ruhig sitzen. Mit "Anfetaminado", gleichnamige Single ist im Frühjahr erschienen, wird's dann aber plötzlich punkig und der anfängliche Schwung geht allmählich verloren - leider. Die Songs folgen keinem übergeordneten Schema mehr, sie werden zu allein stehenden Punkten, die ihre zugehörige Linie suchen. Das Album wird gegen Schluss zunehmend oberflächlicher und zugleich enttäuschender. Erst die letzte Nummer "Telephone Dilemma" nimmt die dreckige Unterlage wieder als Plattform für einen wenigstens versöhnlichen Abschluss.
Es scheint, als ob Panico noch immer auf der Suche nach ihrem Sound sind, "Subliminal Kill" kommt deshalb nicht über den Status eines Versuchs hinaus. Die Punk-Rock-Versuche fallen chancenlos durch, diese Art von Musik kennt man schon zur Genüge. Die härteren Elektronik-Rock-Versuche sind durchwegs gelungen und sind mit Bestimmtheit der richtige(re) Weg für die Zukunft von Panico. Es ist zu hoffen, dass sie es auch so sehen - man darf gespannt sein!

 
Seit 27. Juni 2005 im Handel.

Anspieltipps: Que Pasa Wey, Transpira Lo, Telephone Dilemma
similar artists: The Rapture, Radio 4

⇒ Hören und Kaufen ⇒ Offizielle Seite ⇒ Label ⇒ CH-Vertrieb

Bio:
Seit 1994 versetzt die chilenische Band vorwiegend die Menschen in Südamerika in Panico. Mit dem neusten Tonträger "Subliminal Kill" wollen Eduardo Pistolas (Gitarre, Vocals), Carolina Tres Estrellas (Bass, Vocals), Mambobit (Piano), Seba (Drums) und DJ Squat mit rockendem Elektro-Pop und Post-Punk endgültig auch die restliche Welt erobern.

Panico - Subliminal Kill (2005) (Tigersushi/RecRec)
Diskographie:
⇒ Rayo Al Ojo (1998)
⇒ Canciones Para Aprender A Cantar (1997)
⇒ Subliminal Kill (2005)


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