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Pearl Jam - Live on Ten Legs

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von Michael Messerli am Donnerstag, 27. Januar 2011 in Neuerscheinungen   

Genre: Alternative  |  Label: Universal

Live on Ten LegsVon zwei auf zehn
Es gibt viele Gründe, sich ein Live-Album von Pearl Jam zu kaufen. Und es gibt unglaublich viele Live-Alben von Pearl Jam. Mit „Live on Ten Legs“ nun langsam eines zu viel?

Zum einen ist da das Bühnenjubiläum: 20 Jahre stehen Pearl Jam nun schon auf den Brettern, die die Welt bedeuten. Zum anderen konnte Bandtechniker John Burton aus dem Vollen schöpfen: Live-Material aus 7 Jahren standen zur Verfügung. Und zum Dritten sind Pearl Jam nach wie vor eine aussergewöhnlich gute Liveband. Aber für Komplettisten wird die Liebe zu dieser Band langsam eine teure Sache: Unmengen an Bootlegs und weitere Live-Veröffentlichungen kann oder konnte man sich anschaffen. Auch wenn viele der Band hinterher reisen, weil sie live so gar keine Routine aufkommen lassen will und die Setlisten unterschiedlicher nicht sein könnten, läuft man dann doch Gefahr, ein bisschen übersättigt zu werden. Da hat man doch bereits Konzerte von überall aus der Welt zusammengekauft, Highlights gefunden wie das Bootleg von Verona aus dem Jahre 2000 oder dasjenige von Pennsylvania aus dem Jahre 2003, das Akustikkonzert aus der Benaroya Hall und das Megapack „Live at the Gorge“ erstanden. Dazu „Live on Two Legs“ aus dem Jahre 1998, dem eigentlichen und sinngemässen Vorgänger – was klar wird, wenn man die damalige Songauswahl mit der aktuellen vergleicht. Unschlagbar sind aber am Ende vor allem die Bootlegs derjenigen Konzerte, bei denen man selber mit dabei war. Insbesondere das von Bern aus dem Jahre 2006.

„Live on Ten Legs“ macht daher Sinn für Neueinsteiger. Anstelle der Best of „Rearviewmirror“ ist dieses Livealbum zu empfehlen, denn es bildet viel besser ab, wer Pearl Jam sind. Es ist homogener in seiner Intensität und kompakter in seiner liebevollen Auswahl der Songs. Ein Querschnitt, der nicht hitorientiert sein will, obwohl diesmal die Hits nicht fehlen: „Alive“, „Jeremy“ und „Rearviewmirror“ beispielsweise. Pearl Jam sind nicht im Jahre 1998 stehengeblieben. Auch das beweist dieses Livealbum. An den Songs, der Qualität und sowieso an allem, was man hier sieht und hört, ist wahrlich nichts auszusetzen. Es ist genauso, wie es sein sollte. Es bietet den vielleicht besten Livesong von Pearl Jam „Animal“, den bestimmt besten Rausschmeisser „Yellow Ledbetter“, eine überzeugende Coverversion wie „Arms Aloft“, ein ewiges Lieblingslied wie „State of Love and Trust“ und den Beweis, dass sich neue Songs wie „Got Some“ oder „The Fixer“ dermassen gut einfügen, als wären sie vor 20 Jahren geschrieben worden. Wer also schon viele hat, braucht vielleicht dieses nicht mehr. Wer Pearl Jam aber endgültig und richtig kennenlernen will, kauft sich noch heute „Live on Two Legs“ sowie „Live on Ten Legs“.

Seit  14. Januar 2011 im Handel.

> Hören und Kaufen > Offizielle Webseite > MySpace > Label

Anspieltipps:
> Animal
> Rearviewmirror
> The Fixer
> Jeremy

Diskographie:
> Ten (1991)
> Vs. (1993)
> Vitalogy (1994)
> No Code (1996)
> Yield (1998)
> Binaural (2000)
> Riot Act (2002)
> Pearl Jam (2006)
> Backspacer (2009)

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