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Pere Ubu - Why I Hate Women

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von Rafael Werner am Freitag, 29. September 2006 in Neuerscheinungen   
Genre: Schweissrock
Label: Glitterhouse
CH-Vertrieb: RecRec
Unsere Wertung:
Pere Ubu - Why I Hate Women

Die Grenzen der Kunst anzweifeln
Pere Ubu - Why I Hate Women"This is an irony-free recording" steht geschrieben – und nicht mal das stimmt: Bittere Lakonie aus dem übelsten Schuppen der Stadt.

Da tropft der Schweiss runter und da zittern die Kinder. Was David Thomas und Freunde auf Pere Ubus dreizehntem Album zelebrieren, wäre noch nicht mal jugendfrei, wenn die heilsten Tiergeschichten erzählt würden. Denn die Experimental-Rocker nützen jedes Geräusch, jeden Ton, jede Zeile und jeden Aufbau (und nicht zuletzt das CD-Cover) aus, um ihre Lust nach ach so kreativer Geschmacklosigkeit zu stillen. Dieses Muster der erzwungenen Disharmonie in Stimmung und Melodie (oder eben Nichtmelodie) ist schon oft in der Musikgeschichte aufgegangen und hat für grossartige Alben gesorgt. Dieser Schuss allerdings ging nach hinten los. Manche werden zwar von einem intelligenten, wichtigen, vielschichtigen Werk einer radikalen und richtungsweisenden Band sprechen und von einem Album reden, für welches man Zeit benötige, um erst richtig eindringen zu können.
Aber ich bitte sie: Für so was haben wir doch keine Zeit! „Why I Hate Women“ ist sterbenslangweilig, mühsam, aufs Neue pessimistisch, unverständlich,  lahm – und beinhaltet keine einzige anständige Melodie. Aber genau um das geht es ja allem Anschein nach. Für solche Scheisse bin ich wohl einfach noch zu jung und fröhlich.
 

Seit 15. September 2006 im Handel.

Anspieltipps: Nein.
Trackliste: 1) Two Girls (One Bar); 2) Babylonian Warehouses; 3) Blue Velvet; 4) Caroleen; 5) Flames Over Nebraska; 6) Love Song; 7) Mona; 8) My Boyfriend’s Back; 9) Stolen Cadillac; 10) Synth Farm; 11) Texas Overture
similar artists: Devo, Gang Of Four

> Hören und Kaufen > Offizielle Webseite > MySpace > Label > CH-Vertrieb

Bio:

Pere Ubu, 1975 in Cleveland, Ohio gegründet, machten mit "urbaner Dschungel-Sensibilität" ("Billboard") und exzentrischer Experimentierlust postindustrielle Trance-Musik und collagierten irritierend verfremdete Gitarrentöne, Drum-Bruchstücke, Synthesizer-Abstürze, Vokal-Exzesse zu einem amerikanischen Untergangstraum voller Schrecken und Düsternis, bei dem der Schrecken allerdings alsbald der Faszination des Absurden wich.
"Sie sehen den gesellschaftlichen Zerfall, und ihre Musik ist die Erforschung dieses Zerfalls und des Widerspruchs zwischen Realität und Phantasie" ("Sounds").
Die Rockjournalisten David Thomas (voc), geb. 1953 und Peter Laughner (g), geb. 1953, hatten 1974 die Band Rocket from the Tombs gegründet und in Anlehnung an Velvet Underground, The Stooges musiziert. Nach Differenzen unter den Mitspielern spalteten sich die beiden wieder ab und gründeten Pere Ubu, benannt nach einer militanten antibourgeoisen Satire des französischen Absurdisten Alfred Jarry. Am 22. Juni 1977 starb Laughner unter mysteriösen Umständen, vermutlich durch eine Überdosis Drogen. Die Besetzung stabilisierte sich, als Wright durch Tony Maimone abgelöst wurde. Auf dem Debütalbum The Modern Dance (1978) und dem meisterlichen Nachfolgewerk Dub Housing faszinierte Thomas mit Achterbahnfahrten für die Liebhaber vokaler Absurditäten. Mitte der achtziger Jahre bildete Thomas zusammen mit Chris Cutler (dr) und der Holzbläserin Lindsay Cooper (Henry Cow) sowie dem ehemaligen Pere Ubu-Mitstreiter Maimone die Formation The Pedestrians, sang nebenbei in einer Red Crayola-Reunion, während Maimone und Krauss in anderen Bands Unterschlupf fanden. 1988 fand der Kern der Pere Ubu-Truppe wieder zusammen und machte in der Besetzung Thomas, Jim Jones (g), Maimone, Krauss, Ravenstine, Chris Cutler erneut "Avant-Garagenmusik“.
Der "hoffnungslose Haufen von Individualisten" ("Musikexpress") wechselte 1995 zum Label Cooking Vinyl und schloss mit der LP Ray Gun Suitcase (1995) wieder an frühere Pere Ubu-Musik an. Im Album Pennsylvania (1998) porträtierte sich ein melancholischer, verbittert wirkender Musikant. Acht Jahre später liegt uns das hier besprochene „Why I Hate Women“ in den Händen.

pereubu
Diskographie:
> The Modern Dance (1978)      
> Datapanik In The Year Zero (Anthologie, EP, 1978)
> Dub Housing (1978)
> New Picnic Time (1979)
> The Art of Walking (1980)
> 390 Degrees of Simulated Stereo (Live Aufnahmen, 1981)
> Song of The Bailing Man (1982)
> Terminal Tower (Singles Zusammenstellung, 1985)
> The Tenement Year (1988)
> Cloudland (1989)
> One Man Drives While The Other Man Screams (1989
> Worlds In Collision (1991)
> Story Of My Life (1993)
> Raygun Suitcase (1995)
> Datapanik In The Year Zero (Anthologie, CD Box, 1996)
> Pennsylvania (1998)
> Apocalypse Now (Live Aufnahmen, 1999)
> The Shape of Things (Live Aufnahmen, 1999)
> St Arkansas (2002)
> Why I Hate Women (2006)

             
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