Phoebe Killdeer wird in der Presse als Sängerin von
Nouvelle Vague vorgestellt. “Weather's Coming“ ist der vermeintliche
Alleingang.
Frau Killdeer hat die Gunst der Stunde genutzt und setzt uns in den Ansturm von Veröffentlichungen ein aufregendes April-Album vor die Nase, bei dem man sowohl die ersten Frühlingsgefühle wie auch den kalten nassen Schnee, der uns dieser Tage wieder einmal überraschte, riechen kann. Produzent und Begleiter ist der Kopf von Nouvelle Vague, Marc Collin, der bei der Lancierung ihrer Karriere deutlich unter die Arme greift. Er verleiht dem Debüt all das, was über die unglaublich wandelbare und ergreifende Stimme Killdeers hinausgeht.
Offen und forschend liess sich die ehemalige Toningenieurin über die vielen Jahre von verschiedensten Musikern seit Kindheit oder an Ort und Stelle inspirieren und versucht nun langsam dem Wind eine eigene Richtung zu geben, eigenständig zu werden.
Man merkt ihr aber den Tom Waits in “He's Gone“ an, denn zu pumpendem, dumpfen Schlaginstrumenten gesellen sich Kreischen und verrückte Bläser. Auch “Let Me“ ist, abgesehen von den unheimlichen Vibraphonen, Leslie Feist in Reinform, und “Big Fight“ ist mit den hauchenden Passagen, den cool jazzigen Zwischenspielern und den Flöten und Bläsern 70er-Filmmusik.
Die Band “The Short Straws“ kommt spätestens beim rockigen “How Far” zum Vorschein, wobei der Wille auf allen Hochzeiten zu tanzen dann doch ein bisschen zu weit geht und der Stimmung Abbruch tut. Nach dem orgelbetonten und zugleich längsten Song “Stuck Inside (vier Minuten!) prasseln bei “He's Late” grosse Regentropfen herunter und erinnern mit effektvoller Einfachheit an Ane Brun.
Als einzelne Songs funktionieren auch das tanzbare “Never Tell A Lie” und das soulige “Somebody”; vieles ist brauchbar auf “Weather's Coming”, nur weiss der geübte Meterologe, dass bald ein Mai kommen wird, dass man gerne wissen möchte, was man anziehen muss oder ob man von Anfang an drinnen bleiben soll. Phoebe Killdeer wird's mit ihrer Neugier und ihrer Stimme schon richten, ich habe gute Prognosen.
Seit 28. März 2008 im Handel.
Anspieltipps: Paranoia, He's Gone, Let Me, Never Tell A Lie, Somebody
Trackliste: 1) Paranoia; 2) He's Gone; 3) Let Me; 4) Big Fight; 5) How Far; 6) Jack; 7) Stuck Inside; 8) He's Late; 9) Never Tell A Lie; 10) Looking For A Man; 11) Licorice Skies; 12) Somebody
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Bio:
Dank der langen „Bande à part“- Tour mit Nouvelle Vague und Gastauftritten bei Basement Jaxx und Bang Gang hatte die in Paris aufgewachsene Australierin Phoebe Killdeer die Möglichkeit, ihre aussergewöhnliche Stimme einem grossen Publikum zu präsentieren. Jetzt verwirklicht sie als Phoebe Killdeer & The Short Straws und einer stattlichen Anzahl von Gastmusikern ihre eigenen Ideen. Am 25. April ist die ganze Band in Lausanne zu sehen.