Pina – Guess You Got It (2005) (Pre Records/ EMI Music) |
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| von Tobias Imbach am Donnerstag, 4. August 2005 in Neuerscheinungen | |
![]() Mit Charakter Pina Kollars erstes Album stand in der Tradition von grossen Songschreibern und Folkmusikern wie Leonard Cohen oder Joni Mitchell. Von dieser Fragilität oder generell von diesen Einflüssen ist auf ihrem zweiten Album nur noch spärlich etwas zu finden. Viel mehr hat Pina mit “Guess You Got It“ auf strikte Genregrenzen verzichtet und eine interessante und eigenständige Melange aus wenig Folk, viel Blues und noch mehr Pop und Rock kreirt. Das besondere Merkmal an Pinas Musik ist aber - noch vor der bemerkenswerten Eigenständigkeit - ihre fürwahr begnadete Sangeskunst. Mit einer rauchig-kratzigen Stimme, die schön wohlig an die legendäre Woodstock-Heroin Melanie Safka erinnert, macht die begabte Wienerin schnell auf sich aufmerksam. Von selbst versteht sich da auch, dass eine solch aussergewöhnliche Stimme polarisiert. Um es gleich mal vorweg zu nehmen: Dem Rezensenten wurde das Durchhören von “Guess You Got It“ durch die Tatsache, dass die Stimme zwar gefiel, aber spätestens nach 8 Songs dann doch schwer die Nerven strapazierte, erschwert. Ein Glück in meinem Falle, dass das Album nur 10 Stücke hat. Und dass nicht nur die Stimme sondern auch ihre Musik ganz schön gut ist. Mit erdigen und charmanten Bluesrock-Klängen (“I Was Walking“) wird das Album eröffnet, mit teils wunderschönen und teils leider auch ziemlich belanglosen Stücken, in denen oben genannte Genres passend zusammengefügt werden, geht’s weiter. Zur Seite stand Pina der erprobte Produzent Tchad Blake (Travis, Ron Sexsmith), auf den wohl zum Teil auch die Individualität, die Pina mit “Guess You Got It“ an den Tag legt, zurückzuführen sein dürfte. Das eingängige “Butterfly“ überrascht mit Electronica-Elementen und eher fehl am Platz wirkenden Scratches, bei anderen Stücken werden stellenweise sogar Parallelen zu in völlig anderen Genres anzusiedelnden Acts wie Portishead (“On Such A Lovely Day“) oder Muse (“Dark Blue And Gold“) offensichtlich. Dass einige Stücke zum Teil relativ schwierig auseinander zu halten sind, weil sie so ähnlich klingen, verpasst “Guess You Got It“ einen kleinen Dämpfer. Trotzdem überzeugt das Album weitgehend und kann deswegen auch empfohlen werden. Seit 4. Juli 2005 im Handel. Anspieltipps: Brand New Face, Butterfly Similar artists: Melanie Safka (mehr in gesanglicher Hinsicht) > Hören und Kaufen > Offizielle Seite > Label > CH-Vertrieb Bio: Die aus der österreichischen Hauptstadt stammende Sängerin Pina Kollars kam in ihrem Heimatland, trotz einiger Erfolge an verschiedenen Nachwuchswettbewerben und Auftritten im Vorprogramm von namhaften Folk-Acts, nicht über den Status als “Insidertipp“ hinaus. Pina zog mit ihrer Familie von Wien nach Südwestirland, wo sie nun schon einige Jahre lebt. 2001 wurde sie während eines Auftritts in ihrer Wahlheimat von Peter Gabriel entdeckt, der sie kurz darauf unter Vertrag nahm. Unter seinem World Music Label veröffentlichte sie im darauf folgenden Jahr ihr erstes Album. Diskographie: > Quick Look (2002) > Guess You Got It (2005)
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