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Pop Will Eat Itself - New Noise Designed by a Sadist

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von Robert Best am Dienstag, 4. Oktober 2011 in Neuerscheinungen   

Genre: Indierock, Electro |  Label: Cooking Vinyl (Community)  |  Unsere Wertung: 4.5/10

New Noise by a SadistAlle waren glücklich
So richtig weltberühmt sind Pop Will Eat Itself nie geworden, obwohl sie das Zeug dazu hatten, und die Zeitläufte waren ja auch auf ihrer Seite. 1986 gegründet, emanzipierten sie sich rasch vom gängigen Wavepop, banden bald Industrialelemente ein und hatten teils dank, teils trotz einsetzenden Madchester- und Britpop-Wahnsinns treue Fans und einige Hits.

Die konnte man gut auf Partys zwischen Happy Mondays und Primal Scream spielen, und alle waren glücklich. Interesse an der – übrigens durchaus politischen (auch eine Ausnahme) - Band kam zudem aus anderen musikalischen Ecken: Trent Reznor produzierte Songs mit ihnen und nahm sie mit auf Nine-Inch-Nails-Tour. Public Enemy durften sie damals sogar bis in die UdSSR begleiten und wurden dort regelmässig von der Bühne gebuht und mit Flaschen beworfen.
Klingt gut, war gut und dann aber bald vorbei. Nach einigen Besetzungsänderungen (schon zu Beginn wurde der Schlagzeuger durch die damals sehr beliebte Drum-Machine ersetzt) war irgendwann Schluss. Best-Ofs und Remixe gab’s noch, neue Projekte in Richtung Big Beat (eine Musikrichtung, die auch 15 Jahre nach ihrem Boom niemand plausibel erläutern kann). Sänger und Gitarrist Clint Mansell wurde als Soundtrack-Komponist v.a. von Darren Aronofsky dann übrigens doch noch berühmt.

Jetzt, zum 25-jährigen Jubiläum, erscheint ein neues Album von Pop Will Eat Itself, und geschrieben hat es fast allein Graham Crabb, einziges Original-Mitglied des heutigen Line-Ups. Wer die anderen sind, war auf die Schnelle nicht zu ermitteln. Es klingt aber so, als sei die Drum-Machine „Dr. Nightmare“ auch wieder an Bord.
Das stimmt natürlich alles ungeheuer skeptisch, aber so richtig bestätigen wollen sich die schlimmsten Befürchtungen, dass lediglich der Backkatalog gefleddert wird, nicht. „New Noise…“ ist sicher kein Meisterwerk, da fehlt es an Einfällen und wohl auch am Können. Der rote Faden ist Routine, aber trotzdem klingen die neuen Songs schön frisch, erfrischend sogar. Pop Will Eat Itself sind 2011 seltsam roh, ungestüm und, ja das Wort muss leider her, experimentierfreudig. Natürlich: Womit da experimentiert wird, haut heute nicht mehr viele aus den Socken. An allen Ecken werden Breakbeats verbraten, manchmal Reggae zitiert, Crabb versucht möglichst britisch akzentuiert zu rappen, die Riffs hat man sich sicher von KMFDM oder sogar Marilyn Manson abgeschaut.
Aufregend ist das alles nicht. Aber wer Aufregung will, soll eben versuchen, mit ein paar Kilo Crack im Sack durch den Zürcher Zoll zu kommen.

Seit  3. Oktober 2011 im Handel.

> Hören und Kaufen > Offizielle Webseite > MySpace > Label > Vertrieb

Anspieltipps:
> Seek & Destroy
> Disguise

Diskographie:
> Box Frenzy (1987)
> This Is the Day...This Is the Hour...This Is This! (1989)
> Cure for Sanity (1990) (expanded reissue in 1991)
> The Looks or the Lifestyle? (1992)
> Dos Dedos Mis Amigos (1994)
> New Noise Designed by a Sadist (2011)

Ähnliche Künstler:
> Jesus Jones
> The Prodigy
> The Orb
> Carter USM
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