Porcupine Tree - Deadwing (2005) (Atlantic Records/Warner Music) |
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| von Andreas Scheuber am Sonntag, 1. Mai 2005 in Neuerscheinungen | |
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Scharfe Stacheln Zu Beginn sei ein wohlgemeinter Rat erlaubt: Wer sich "Deadwing" zu Gemüte führen möchte, soll Ruhe bewahren; voreilige Kurzschlüsse sind hier fehl am Platz, es ist die geduldige Hörerschaft, die belohnt werden wird! Über beinahe zehn Minuten erstreckt sich die Eröffnung mit "Deadwing" und liefert einen kleinen Vorgeschmack auf das anstehende Menü. Psychedelisch progressiver Spacerock, verwoben mit knallharten manischen Metalelementen, voluminös, kraftvoll und harmonisch wie eine Sturmfront. "Shallow" mutet einem Spiel zwischen Gut und Böse an, massive Akkorde von Bass und Gitarre kämpfen gegen ein harmonisches Piano. Man stellt sich vor, wie schweinisch scharf diese Stacheln live doch sein müssen, wie man sich Kopf voran in die herannahende Klangwand legt und daran hilflos zerschellt. Bei "Lazarus" werden aus den spitzen Stacheln wunderschöne zu Boden gleitende Blätter, die es dem Rezensierenden eiskalt den Rücken hinunterlaufen liessen. "Halo" holt einen zurück in die Realität - die Welt ist doch nicht so schön wie man zu hoffen wagte - und bereitet vorsichtig auf den Höhepunkt der Platte vor. Man kommt schliesslich irgendwo an, nur nicht hier: "Arriving Somewhere But Not Here" konstruiert aus dem Nichts heraus einen gigantischen Spannungsbogen, der sich kontinuierlich steigert und seine Vollendung in der Zerstörung seiner Selbst erreicht, die jeden Zuhörenden vollkommen durchdrehen lässt. Ein Konstrukt, das sich über zwölf Minuten hinzieht und in seiner Form seinesgleichen sucht - ein Vergleich mit "Blackmail" ist in diesem Falle durchaus berechtigt. "Mellotron Scratch" und "Open Car" erlauben etwas Erholung. In schwebendem Zustand plätschert man ruhig vorwärts, vielleicht hinunter, vielleicht hinauf und kann das Erlebte zwar noch nicht richtig fassen, möchte es sich aber unbedingt noch einmal antun. "Start Of Something Beautiful" lässt das Gute endgültig siegen, Bass und Piano werden zu einer Einheit verschmolzen und hypnotisieren die Zuhörenden, damit mit "Glass Arm Shattering" der Abschied immerhin einigermassen überstanden werden kann. Seit 25. März 2005 im Handel. Anspieltipps: Shallow, Lazarus, Arriving Somewhere But Not Here, Start Of Something Beautiful similar artists: Spock's Beard, Blackfield > Hören und Kaufen > Offizielle Seite > Label > CH-Vertrieb Bio: Der Porcupine Tree (Stachelschwein-Baum) hat eine unglaubliche Geschichte hinter sich: 1987 ist dieser Baum als fiktive Band von Steven Wilson gepflanzt worden. Mit gefakten Disko- und Biografien ist Porcupine Tree als eigentlich nicht existierende Band unter die Fittiche von Delirium genommen worden und hat zwei Demo-Tapes unter dem Namen "On The Sunday Of Life" veröffentlicht, die auf unerwartet grosse Resonanz gestossen sind, worauf Steven Wilson sich bald eine richtige Band zulegen musste. Heute unterstützen ihn Richard Barbieri am Keyboard, Colin Edwin am Bass und Gavin Harrison an den Drums. Für "Deadwing" haben zudem die Gäste Mikael Akerfeldt und Adrian Belew in die Saiten gegriffen. Diskographie: > On The Sunday Of Life (1991) > Up The Downstair (1993) > The Sky Moves Sideways (1995) > Signify (1996) > Coma Divine (1997) > Metanoia (1998) > Stupid Dream (1999) > Voyage 34: The Complete Trip (2000) > Lightbulb Sun (2000) > Recordings (2001) > Stars Die: The Delerium Years 1991-1997 > In Absentia (2002) > Deadwing (2005)
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