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Prince - 3121 (2006)

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von Tobias Imbach am Montag, 20. März 2006 in Neuerscheinungen   
Genre: Funk, Rock, Dance
Label: Motown
CH-Vertrieb: Universal Music
Unsere Wertung:Prince - 3121 (2006)

Der Weg zurück
Prince - 3121 (2006)War “Musicology“ so was wie ein Schritt in die richtige Richtung, so ist Prince nun mit “3121“ am Ziel angelangt.

Vielleicht war’s auch eine Umkehr, die Prince ans Ziel geführt hat: “Zurück zu den Wurzeln“ könnte sich Prince auch schon bei “Musicology“ gedacht haben. Nach den vielen unausgegorenen und schwerlich hörbaren Experimentalalben in den letzten 10 Jahren findet Prince nun definitiv zu früheren Grooves zurück. Und das ist doch eigentlich das, was sich so mancher Hörer gewünscht hat.
Wie immer gibt sich Prince höchst vielfältig, jedes der Stücke klingt einzigartig: Ob Prince nun funky und housige Tanzflächenmagnete (“Black Sweat“, “Love“), Modern R’n’B mit gepitchten Vocals (“Incense And Candles“) oder klassischen Funk-Rock (“Fury“, “Lolita“) präsentiert, es geht immer auf – zu bemängeln gibt’s selten was und wenn, dann gründet dies auf rein subjektiven Empfindungen: Die oft eingesetzten grellen Synthies, die prägnanten Gesangslinien und die zappeligen Drums – kurzum die kantenreichen Arrangements - mögen den einen oder anderen nicht allzu nervenstarken Hörer womöglich bald zur Weissglut treiben.

Balsam für die strapazierten Nerven gibt’s in Form der Stücke, bei denen Prince auf Schrill-Elektronisches verzichtete, so zum Beispiel bei der ersten Single-Auskopplung “Te Amo Corazón“. Flöte, Trompete und Streicher versüssen diese unerhört schöne und federleichte Latin-Ballade. Zugegeben, ganz frei von Kitsch ist das nicht und trotzdem zu schön, als dass man sich deswegen auch nur eine Sekunde stören könnte. Bei der gnadenlos mitreissenden Funk-Bombe “Get On The Boat“ und beim Soul-Schmankerl “Satisfied“ wurde ebenfalls auf prägnante elektronische Elemente verzichtet -  die Tracks sind absolut gelungen und dürfen zu den zahlreichen Highlights gezählt werden. Der Rezensent zumindest findet, dass Prince in diesen Songs noch mal weit stärker ist als in minimalistischen Elektro-Funk-Krachern wie der zweiten Singleauskopplung “Black Sweat“ – aber ob das nun auch wirklich so oder ob das schlussendlich doch wie immer eh alles nur Geschmackssache ist, sei dahingestellt und der Beurteilung des einzelnen Hörers überlassen. Auch ob “3121“ an Jahrzehnte alte Grosstaten wie “Sign “O“ the Times“ heranreicht (- oder nur knapp nicht), mag man für sich selbst beurteilen. Wichtig ist nur, dass das auf “3121“ Gebotene unbestreitbar gut ist … und der geneigte Leser sich dieses Abenteuer nicht entgehen lässt.


Seit 20. März 2006 im Handel.

Anspieltipps: Te Amo Corazón; Black Sweat; Fury; Get On The Boat
Trackliste: 1) 3121; 2) Lolita; 3) Te Amo Corazón; 4) Black Sweat; 5) Incense And Candles; 6) Love; 7) Satisfied; 8) Fury; 9) The Word; 10) Beautiful, Loved & Blessed; 11) The Dance; 12) Get On The Boat
similar Artists: George Clinton, Lenny Kravitz, Bootsy Collins, Michael Jackson und unzählige andere

> Hören und Kaufen > Offizielle Webseite > Label > CH-Vertrieb

Bio:

Zählt man heute die noch aktiven Superstars in der Musik auf, wird man sie wahrscheinlich an einer Hand abzählen können, aber klar ist: Prince Roger Nelson ist immer dabei. Das 1958 in Minneapolis(, Minnesota) geborene Multitalent gilt als eine der grössten und wichtigsten Figuren in der Black Music. Seinen Bekanntheitsgrad verdankt Prince sicher vor allem seinem Fleiss und der Tatsache, mit unglaublich viel Talent gesegnet zu sein … aber auch seinem aussergewöhnlichen Auftreten. Vor allem in jungen Jahren noch, zu Zeiten seiner grössten Erfolge, war Prince aufgrund seiner Laszivität und Hemmungslosigkeit berühmt-berüchtigt. Schon mit seinem zweiten Album “Prince“ erzielte er Verkaufserfolge in Millionenhöhe, bei seinen bis dato vermutlich besten Alben “1999“ und besonders “Purple Rain“ steigerten sich die Verkaufszahlen ins Sagenhafte. Solche extremen kommerzielle Höhenflüge konnte Prince nicht mehr wiederholen, aber in qualitativer und kommerzieller Hinsicht hielt sich Prince in den 80er-Jahren auf einem äusserst hohen Level.
Im darauf folgenden Jahrzehnt entschied sich Prince dazu, sich einen anderen Künstlernamen zuzulegen – sehr zum Missfallen seines Labels. Nun als “Symbol“ (eigentlich war sein Name so gar nicht aussprechbar, sein neuer Künstlername stellte schlicht das sogenannte “Love-Symbol“ dar) Alben zu veröffentlichen war eine erste Aktion in einem für ihn äusserst turbulenten Jahrzehnt. Nachvollziehbarerweise folgten darauf ernsthafte Probleme mit seiner Plattenfirma, an die er aufgrund eines Vertrags noch für einige weitere Alben gebunden war. In dieser schwierigen Phase veröffentlichte Prince auch als TAFKAP (The Artist Formerly Known As Prince) weitere Alben, um den Vertrag zu erfüllen. Erst mit dem 2001er-Werk “ The Rainbow Children“ kehrte Prince Roger Nelson zu seinem anfänglichen Namen zurück und veröffentlicht nun in etwas grösseren Abständen neue Alben. Mit “3121“ besinnt sich Prince nun definitiv auf eine Rückkehr zu den Grooves seiner früheren Zeit. Einzelne Tracks hat der Multiinstrumentalist alleine aufgenommen, bei anderen erfährt er Unterstützung durch grossartige Musiker wie Maceo Parker oder der R’n’B-Sängerin Tamar, welche zudem auch Princes neuster Schützling ist.
 
prince
Diskographie:
> For You (1978)
> Prince (1979)
> Dirty Mind (1980)
> Controversy (1981)
> 1999 (1982)
> Purple Rain (1984)
> Around the World in a Day (1985)
> Parade (1986)
> Sign 'O' The Times (1987)
> Lovesexy (1988)
> Batman (1989)
> Graffiti Bridge (1990)
> Diamonds and Pearls (1991)
> The Love Symbol Album (1992)
> Come (1994)
> The Gold Experience (1995)
> Chaos And Disorder (1996)
> Emancipation (1996)
> New Power Soul (1998)
> Rave Un2 The Joy Fantastic (1999)
> The Rainbow Children (2001)
> N.E.W.S. (2002)
> Musicology (2004)
> 3121 (2006)


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