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Quasi – When The Going Gets Dark (2006)

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von Florentin Jäggi am Mittwoch, 5. April 2006 in Neuerscheinungen   
Genre: Abgedrehter Piano-Indie-Pop, Rock
Label: Domino
CH-Vertrieb: Musikvertrieb
Unsere Wertung:Quasi – When The Going Gets Dark (2006)

Harmonien ramponieren
Quasi – When The Going Gets Dark (2006) Quasi lassen die Katze aus dem Sack oder zumindest den Löwen aus dem Ghettoblaster. Na dann, fröhliche Weihnachten.

Carfahreranekdoten sind meist scheisse. (Etwa so scheisse wie dieses Vorurteil hier und etwa so scheisse wie diese Einleitung.) Folgende Geschichte macht da keine Ausnahme: Es ist diejenige vom Typen, der quasi dreimal gestorben ist. Irgendwo in Spanien ist einer im Meer am Baden und denkt sich nichts Böses. Ein Löschflugzeug ist im Anflug und füllt den Tank mit Meerwasser. Der Mann ertrinkt darin. Traurige Geschichte. Aber Sterben kann man offenbar, auch wenn man bereits tot ist. Beim Wasserlassen des Flugzeugs stürzt der arme Kerl auch noch zu Tode. Als ob das nicht schon genug wäre, wird er auch noch im brennenden Wald gegrillt. Glücklicherweise war der gute Busfahrer ein nicht besonders redseliger Zeitgenosse, so dass der Reisegemeinschaft weitere Geschmacklosigkeiten erspart blieben.

Zusammenhang wie Vorhang? Fast, aber nicht ganz.  Immer wenn das Wort „quasi“ fällt, muss ich an den Busfahrer denken, welchem für immer der Spitznamen „der quasi“ anhaften wird. Es ist also glücklicherweise nicht so, dass man beim Hören von Quasis „When the Going Gets Dark“ drei Mal abkratzen muss. Zu tief sollte man jetzt aber nicht durchatmen, denn das Album ist irgendwie bizarr, obskur und eben schon auch ein bisschen „tötelig“. Vieles ist in Schräglage, wie man das von den klassischen Indie-Schrammlern halt so kennt. Basislegend sind die wahnwitzigen Pianolinien, die sich dem Tonleiterli-Spiel verschreiben oder bei „The Rhino“ den Boogie-Woogie aus der Versenkung befreien und ihn indie-tauglich machen. Oft vorhandene Harmonien werden durch die holpernden, polternden und stolpernden Drums und Pianos teilweise bis zur Unkenntlichkeit entstellt.

Quasi sind sozusagen ein Duo. Auf Platte werden Gesang, Piano und Schlagzeug mit Gitarren-Solo-Einlagen ergänzt, die übrigens auch ziemlich kakophon anmuten. Alles andere wäre aber auch einer Überraschung gleichgekommen. „When The Going Gets Dark“ ist eigentlich eine tolle Sache, nur fällt es mir schwer, diese Platte ins Herz zu schliessen. Sie ist, jedenfalls mir, irgendwie unsympathisch. Doch vielleicht will sie gerade das sein. Quasi sind der feuchte Traum eines jeden Indie-Fans, habe ich mir in einer Presse-Info sagen lassen. Kann sein.


Seit 17. März 2006 im Handel.

Anspieltipps: The Rhino; Death Culture Blues
Trackliste: 1) Alice The Goon; 2) The Rhino; 3) When The Going Gets Dark; 4) I Don’t Know You Anymore; 5) Peace And Love; 6) Beyond The Sky; 7) Presto Change-o; 8) Poverty Sucks; 9) Merry X-Mas; 10) Death Culture Blues; 11) Invisible Star
similar artists: Built To Spill, Pavement, Guided By Voices, Wolf Parade

> Hören und Kaufen > Offizielle Webseite > Label > CH-Vertrieb

Bio:
Das Line-Up von Quasi besteht aus Janet Weiss (Schlagzeug, Vocals, Tasten) und Sam Coomes (Gesang, Gitarre, Tasten). Die Band aus Portland veröffentlicht im Jahre 1996 ihren ersten Longplayer mit dem treffenden Titel „Early Recordings“. Vor allem „Featuring Birds“ aus dem Jahre 1998 wird in Independent-Kreisen mit viel Beifall bedacht. Während Coomes zwischenzeitlich Bassist von Elliott Smith ist, bedient Janet Weiss hauptamtlich das Schlagwerk bei Sleater-Kinney.

quasi
Diskographie:
> Early Recordings (1996)
> R&B Transmogrification (1997)
> Featuring ‚Birds’ (1998)
> Field Studies (1999)
> The Sword Of God (2001)
> Hot Shit! (2003)
> When The Going Gets Dark (2006)


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