Die Nebengeräusche machen auf dem kurzgeratenen Solodebut von Randall Huth (Pearls & Brass) alles aus.
Tatsächlich gibt es diesen Ort Nazareth nicht nur im Norden Israels in Galiläa, sondern auch in den USA. Und zufälligerweise ist Nazareth nicht nur Heimatort vom bekannten Wanderprediger und Messias aus der Wüstenlandschaft, sondern auch Wohnort vom Interpreten der Platte, die hier besprochen wird.
Man könnte also meinen, dass Randall Huth eines Morgens aus seinem Nest ausgebrochen ist und diese acht spröden Songs im Schatten einer Kaktee geschrieben hat und in seiner Mission das eigene Leben zu reflektieren und im gewöhnungsbedürftigen „Safety In The Sands“ ein bisschen Verständnis und Frieden auf seiner Pilgerreise gefunden hat.
Die Wüste scheint es ihm wirklich angetan zu haben: Seine Stimme und Gitarre scheinen unter Wirkung der kalten Nächte etwas abbekommen zu haben und husten sich durch die Songs. In „Forever Left Turns“ sagt schon der Titel, dass er zudem die Orientierung verloren hat und nur seinen Instinkten, Gedanken und der guten alten Nase folgen will. Die Musik ist zwar warm, intim und traurig z. B. „Ballad Of A Sorry Lonely Breaking Man”, aber wegen der konstanten Sparsamkeit und rauen Stimme vor allem erdig und rustikal, manchmal schon fast grob.
Gerade mal bei “The Way” legt er die akustische Blues-Gitarre kurz weg und bedient sich einer Kuhglocke und rasselt sich durch die sphärische Dichte an Worten und Geräuschen. Die Spannung geht trotz dieser einzigen Ausnahme in dreissig Minuten nie verloren, zu fest konzentriert man sich auf die verhusteten Worte und die verlorengegangen Klänge und wiegt sich sichtlich beduselt dem Ende entgegen; der Mangel an Flüssigem und die stickige Einöde sind zu nachvollziehbar.
Am Schluss, als nämlich plötzlich sängerische Feinheiten und Melodien auftauchen, gleichen die Songs denen von M. Ward, ansonsten lässt sich Randall Huth, der auf Aufbau und Form weniger bedacht ist, mit einem folkigen Ry Cooder vergleichen.
Randall Of Nazareth setzte sich selbst dem Teufel und seinen Versuchungen aus. Das kommt mir irgendwie bekannt vor.
Seit 15. Oktober 2007 im Handel.
Anspieltipps: Safety In The Sand, The Way, Ballad Of A Sorry Lonely Breaking Man
Trackliste: 1) Safety In The Sand; 2) Climbing Trees; 3) It’s Nice To Know; 4) Forever Left Turns; 5) Living In Candles; 6) The Way; 7) Ballad Of A Sorry Lonely Breaking Man; 8) Read Your Name
similar artists: Pearls & Brass, Ry Cooder,
Ryan Adams, Led Zeppelin, Lou Barlow,
Devendra Banhart,
M. Ward, Daniel Johnston
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Bio:
Der Gitarrist und Sänger Randall Huth stammt wie seine aggressive Zweitband Pearls & Grass aus Nazareth, PA. Mit seinem Debutalbum ist auch er bei Drag City untergekommen.