Retribution Gospel Choir – 2 |
|
|
|
von Florentin Jäggi am Montag, 1. Februar 2010 in Neuerscheinungen
|
|
Genre: Indierock, Slowcore, Alternative Rock | Label: Sub Pop (Irascible) | Unsere Wertung: 6.0/10
The Great Destroyers
Wie der Albumtitel vermuten lässt, handelt es sich hierbei um das
zweite Album des Seitenprojekts von Low-Sänger Alan Sparhawk.
Erfrischend rockig und stilvielfältig, aber nicht immer ganz kurzweilig
und geschmacksicher, hört es sich an.
Die letzte Low-Platte „Drums and Guns“ war ein Geduldsspiel aus schleppenden Rhytmen, geloopten Chorpassagen und minimalistischen Saitentönen. Die Texte über Mord und Totschlag luden die Spannung zusätzlich auf. Wem das zuviel war, dem sind an dieser Stelle die neue und alte Retribution Gospel Choir ans Herz gelegt. Zwar ist „2“ kein Leichtgewicht, doch ist von musikalischen Zwängen wenig zu spüren. Der Opener „Hide It Away“ ist ein wirkungsvoller Eisbrecher und vielleicht das eingängigste Stück aus der Feder von Sparhawk seit „Sunflower“. Der Retribution Gospel Choir scheint seine Spielwiese zu sein, auf welcher er mit diversen Stilen und Tempi herumexperimentieren kann. Die Band wirkt auf ihrem Album sichtlich gelöst, wobei manchmal knapp am guten Geschmack vorbeimusiziert wird. Die Hardrock-Nummer „Workin’ Man“ ist für Fans dieses Genres vielleicht ein Genuss. Das Nervenkostüm eines Abtrünnigen wird aber einem ziemlich happigen Qualitätstest unterzogen. Dass es Sparhawk seinem Publikum nicht nur einfach machen will, dürften jedoch auch die Gutgläubigsten nicht wirklich erwartet haben. Selbst die im Laut-Leise-Schema gehaltenen Songs „Poor Man’s Daughter“ oder „Electric Guitar“ sind noch einigermassen sperrig. Die verzerrten rockigen Parts und Songs des Albums aktivieren Erinnerungen an die verhältnismässig ausufernde Low-Platte „The Great Destroyer“. Und sogar an The God Machine, die gute alte Metal-Band von Robin Proper-Shepard. Eine Gewohnheit, die Proper-Shepard bei Sophia und Sparhawk bei Retribution Gospel Choir (leider!) teilen, ist, dass sie ihren durchaus sauber produzierten Alben einen Lo-Fi beziehungsweise No-Fi-Track (hier „Someting’s Going To Break“) unterjubeln. Dass die Songs trotz der Stilvielfalt noch irgendwie zusammenpassen, ist der Band dann wiederum positiv anzurechnen. Mit der überraschend überschwänglichen Folk-Ballade „Bless Us All“ mit mehrstimmigen Vocals gelingt der Band zudem ein versöhnlicher Abgang.
Seit 26. Januar 2010 im Handel.
> Hören und Kaufen > Offizielle Webseite > MySpace > Label > CH-Vertrieb
Anspieltipps:
> Hide It Away
Diskographie:
> Retribution Gospel Choir (2008)
> 2 (2010)
Ähnliche Künstler:
> Low
> Red House Painters
> The God Machine
» Noch keine Kommentare
Es gibt bisher noch keine Kommentare.
» Kommentar schreiben
Nur registrierte Benutzer können Kommentare schreiben. Bitte melden Sie sich an oder registrieren Sie sich.
|