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Ritornell - Golden Solitude

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von Marcel Grieder am Freitag, 13. März 2009 in Neuerscheinungen   

Genre: Electronica, Ambient  |  Label: Karaoke Kalk  |  Unsere Wertung: 6.0/10

Golden SolitudeVertonung eines Sonntagnachmittags
Der Österreicher Richard Eigner alias Ritornell hat hier zusammen mit Roman Gerold nach eigenen Angaben ein Album zwischen Avant-Garde und Pop geschaffen. Mit Avant-Garde kann man es sehr wohl bezeichnen, Pop haben wir aber nicht viel gefunden (Tanzmusik schon gar nicht.)

Wem das Album “Secret Rhythms 2“ von Burnt Friedman & Jaki Liebezeit gefallen hat (man lese unser Review hier), der wird wahrscheinlich auch “Golden Solitude“ von Ritornell mögen. Die Parallelen sind zahlreich: Ruhige, jazzige Klänge, Sax, Kontrabass, schleppende Drums. Hin und wieder finden sich auch Spielereien mit Samples in den Tracks, nie aber wirklich dominant, sondern immer dezent im Hintergrund. Die tragenden Instrumente sind immer Sax, Vibraphon, Rhodes und die Drums. Ab und zu wird mal mit einer Posaune abgerundet (z.B. in "Catch & Kiss"). Was man beim Vergleich mit “Secret Rhythms 2“ anmerken müsste ist, dass “Golden Solitude“ weniger harmonisch ist und (vor allem später auf dem Album) mehr mit Dissonanzen spielt. Vocals gibts auf dem Album keine, nur im Track "A Fancy Friendship (Richard's Rework)" wurden einige kurze, abgeschnittene “Uhhh“s einer Frauenstimme eingebaut.

Erwähnenswert sind die Tracks "Golden Solitude Part I“ und “... II“, beide in sehr langsamen Tempo mit Saxophon und Vibraphon, eine schöne Einstimmung auf das Album. Später dann "Catch & Kiss", teilweise beinahe ohne Beat, also fast nur eine Stimmung. Das oben schon erwähnte "A Fancy Friendship (Richard's Rework)" mit den Bläsern und den Stimmen und "Nina", welches eigentlich nur aus vereinzelten Tönen besteht, zählen zu den Höhepunkten des Albums. Höhepunkt meint hier aber eher der entgegengesetzte Sinn, nähmlich die grösste Entspanntheit.

Die Platte ist eigentlich im Gesamten sehr entspannt und passt mit seiner Instrumentalen Leichtigkeit zum Sommer, zum Beispiel an einem Sonntag Nachmittag hinter dem Haus im Grünen, mit Liegestuhl, Sonnenschirm und einem guten Buch (und vielleicht einem Nickerchen). Der zweitletzte Track, "Concrete Leaves", steht vielleicht einzig ein wenig schräg zu diesem Bild, besteht er eigentlich nur aus zwei oder drei Bläsern (schwierig zu sagen, wie viele das sind), die wieder jene dissonanten Töne spielen. Vielleicht eine Mücke im oben genannten Sonntag-Nachmittag-Bild.ritornell.jpg

Viel Neues gibt es auf dem Album zwar nicht. Auch an die verglichene “Secret Rhythms 2“ von Friedman & Liebezeit kommt sie nicht ganz heran, auch wenn sie stilmässig sehr ähnlich ist. Dennoch - ein schönes Album.

Seit 6. März 2009 im Handel

> Hören und Kaufen > Offizielle Webseite > MySpace > Label


Dies ist eine Rezension unserer Partnerseite out-of-space.ch.

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