Ry Cooder – Chávez Ravine (2005) (Nonesuch/Warner Music) |
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| von Tobias Imbach am Samstag, 25. Juni 2005 in Neuerscheinungen | |
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Reise in die Vergangenheit Genauer gesagt nach Chávez Ravine, einem kleinen, heute nicht mehr in dieser Form bestehenden Gebiet in der L.A. Hillside. Im Jahre 1950 musste dieses aussergewöhnliche Viertel und die zum Grossteil aus mexikanischen Einwanderern bestehende Bevölkerung den Plänen von Visionären und Bauherren weichen, die alles platt wälzten, um dort ein Football-Stadion zu errichten. Von diesem Ereignis und von vielen weiteren, oft in humorvolle und emotionale Geschichten verpackten Begebenheiten berichten Ry Cooder und zahlreiche Gastmusiker auf diesem Konzeptalbum. Mit “Poor Man's Shangri-La“, einem sehr sommerlichen Stück zwischen Rumba und Tropicalia, beginnt Cooder seine ambitionierte Hommage an Chávez Ravine. In faszinierender Art und Weise vermittelt Cooder im Verlaufe des Albums eine Atmosphäre, die wohl typisch für Chávez Ravine gewesen sein muss. Verschiedenste Kulturen feiern hier ein aussergewöhnliches, aber trotzdem bemerkenswert stimmiges Aufeinandertreffen. Im seltsamen “Don’t Call Me Red“ beispielsweise wird eine wundervolle Ballade von einem erst jazzigen, später komplett austickenden Zwischenstück unterbrochen, um nach dem grossstädtisch anmutenden Durcheinander in schlichter Schönheit wie zu Beginn auszuklingen. Der “Corrido De Boxeo“ klingt so, als wäre ein mexikanischer Buena Vista Social Club am Werk gewesen. In ähnlichem Stil hat Ry Cooder auch für seine neuste Produktion in Vergessenheit geratene Musiker wie Don Tosti, Ersi Arvizu oder die Chicano-Legende Lalo Guerrero eingeladen, die in mehreren Stücken mitwirken. Chávez Ravine ist gleichermassen bitter wie süss, genauso entspannend wie mitreissend. Bei “Chinito, Chinito“ darf man ob des witzigen Stilmixes ungetrübt lächeln, der Ballade “Barrio Vejo“ lauscht man gerührt und beim bluesigen “ It's Just Work For Me“ verharrt man, während beim aufgestellten “ Los Chucos Suaves“ niemand ruhig bleibt. Chávez Ravine steht auch für Vielfalt: Klassischer Mariachi, R’n’B, Son, Latin Jazz, TexMex und Costa Ricanische Folkmusik kommen ebenfalls zum Zug. Musikalische Finesse, der faszinierende Hintergrund und der ganz besondere Zauber, der diese Ära und ihre Musik durchströmt, lassen “Chávez Ravine“ zu einem eindrücklichen Erlebnis werden. Vermutlich eines seiner besten Alben. Seit 13. Juni 2005 im Handel. Anspieltipps: Chinito, Chinito, 3rd Base Dodger Stadium, Soy Luz Y Sombra similar artists: Buena Vista Social Club, Lalo Guerrero, Paul Simon > Hören und Kaufen > Label > CH-Vertrieb Bio: Ryland Cooder wird 1947 in Los Angeles geboren. Mit drei Jahren nahm er schon die Gitarre in die Hand, mit sechzehn Jahren startete er seine Karriere als Bluesmusiker. Aufgrund seines aussergewöhnlichen Talents wurde er schon bald von namhaften Musikern wie Johnny Cash, den Stones oder Randy Newman als Studiomusiker verpflichtet. 1970 veröffentlichte er das erste Album unter seinem Namen. Acht Jahre später beginnt Cooder auch als Filmmusiker zu arbeiten. Zu seinen bekanntesten Werken aus dieser Zeit gehören die Soundtracks zu den Wim Wenders Filmen “Paris – Texas“ und “Buena Vista Social Club“. In den 90ern folgten auch zahlreiche Kollaborationen mit Musikern aus aller Welt. Mit seinem neuesten Album “Chávez Ravine“ legt Ry Cooder sein erstes wirkliches Soloalbum seit mehr als 15 Jahren vor. Diskographie: Komplette Liste mit Soundtracks & Kollaborationen > Ry Cooder (1970) > Into the Purple Valley (1972) > Boomer's Story (1972) > Paradise & Lunch (1974) > Chicken Skin Music (1976) > Showtime (1977) > Jazz (1978) > Bop Till You Drop (1979) > The Long Riders (Soundtrack) (1980) > Borderline (1980) > The Slide Area (1982) > Ry Cooder Live (1982) > Paris, Texas (Soundtrack) (1985) > Alamo Bay (Soundtrack) (1988) > Crossroads (Soundtrack)(1986) > Blue City (Soundtrack) (1986) > Get Rhythm (1987) > Pecos Bill (Soundtrack)) (1988) > Johnny Handsome (Soundtrack) (1989) > Trespass (Soundtrack) (1992) > A Meeting By The River (mit Vishwa Mohan Bhatt)(1993) > Geronimo (Soundtrack) (1993) > Talking Timbuktu (mit Ali Farka Toure) (1994) > The Very Best of Ry Cooder (1994) > Music by Ry Cooder (1995) > Last Man Standing (Soundtrack) (1996) > Buena Vista Social Club (1997) > The End Of Violence (Soundtrack) (1997) > Primary Colors (Soundtrack) (1998) > Mambo Sinuendo (mit Manuel Galbán) (2003) > Chávez Ravine (2005)
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