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Ryan Adams – 29 (2006)

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von Magdalena Oehen am Freitag, 3. Februar 2006 in Neuerscheinungen   
Genre: Country
Label: Lost Highway
CH-Vertrieb: Universal
Unsere Wertung: Ryan Adams – 29 (2006)

9 Jahre – 9 Songs
Ryan Adams – 29 (2006) Es ist vollbracht: Drei Alben in nur einem Jahr. Ryan Adams – das Arbeitstier – schafft es tatsächlich, die Qualität nicht unter der Quantität leiden zu lassen.

Turbulente Jahre müssen das gewesen sein. Bei so viel Liebeskummer, Herz- und Weltschmerz, runtergespült mit einem, zwei, drei Gläsern Whiskey muss Ryan Adams schrecklich gelitten haben. Doch was des einen Leid, ist des andern Freud. Mit seiner Retrospektive auf die wilden Jahre zwischen 20 und 30, verarbeitet zu neun geballt emotionalen Songs, liefert Ryan Adams erneut ein wunderbares Countryalbum.
Nachdem die ersten beiden Alben seiner während eines Jahres veröffentlichten Trilogie zusammen mit der Countryband The Cardinals eingespielt wurden, ist „29“ wieder eher so etwas wie ein Soloalbum. Und vielleicht daher auch so persönlich. Die Geschichten von Freud und Leid, Verwirrung und Einsamkeit, Drogenexzessen und Liebschaften verschaffen dem Zuhörer einen Einblick in die Gefühlswelt des Ryan Adams. „I think I’ve died 100'000 times“ singt Ryan Adams im Opener “29” – die Dramatik soll sich durch das ganze Album ziehen, auch musikalisch. Abgesehen vom Titeltrack „29“, ein vergleichsweise up-tempo Hillbilly-Song, dominieren countryeske Balladen mit Banjo und Slide-Gitarre und manchmal beinahe zu Tränen rührenden Klaviermelodien („Blue Sky Blues“). Die grosse Ausnahme bildet der Song mit dem vielsagenden Titel „The Sadness“. Aufgekratzt singt Ryan Adams zu dramatischer, orchestraler Begleitung im Stile des unerreichbaren Ennio Morricone, dass man den Wüstenstaub und das Schiesspulver der Revolver förmlich riechen kann.
Pathos und Kitsch liegen auf „29“ bisweilen nah beieinander. Weil es Ryan Adams bis auf wenige Ausnahmen (heulende Wechsel in die Kopfstimme sind in Massen zu geniessen) gelungen ist, die Grenze gerade noch zu ziehen, gibt’s für „29“ vier Sterne.


Seit 6. Januar 2006 im Handel.

Anspieltipps:
Blue Sky Blues; The Sadness
Trackliste: 1) Twenty Nine; 2) Strawberry Wine; 3) Nightbirds; 4) Blue Sky Blues; 5) Carolina Rain; 6) Starlite Diner; 7) The Sadness; 8) Elizabeth, You Were Born to Play That Part ; 9) Voices
similar artists: Whiskeytown

> Hören und Kaufen > Offizielle Webseite > Label > CH-Vertrieb

Bio:

Geboren 1974 in Jacksonville, kam Ryan Adams schon von klein auf mit Country in Berührung. Mit 15 Jahren begann er sich für Punk zu interessieren und gründete seine erste Band The Patty Duke Syndrome. Um ein grösseres Publikum zu erreichen, zog die Band nach Raleigh, wo Ryan Adams bald klar wurde, dass er sich von hartem Punkrock abwenden und seine Vorliebe für Country und melodiösen Pop in seine Musik einfliessen lassen möchte. So gründete er 1994 Whiskeytown, die mit ihrem Debüt "Faithless Streets" (1996) grossen Anklang fanden. Trotz Plattenvertrag bei einem Major Label kamen Whiskeytown aufgrund von zwischenmenschlichen Problemen nicht über zwei Alben heraus und Ryan Adams beschloss, auf Solopfaden weiterzugehen. Sein Solodebüt "Heartbreaker" (2000), aufgenommen mit der Hilfe von Gillian Welch und David Rawlings, gefiel Kritikern und Publikum und verschaffte ihm einen Vertrag beim Americana-Label Lost Highways. Es folgten mehrere Alben und Kollaborationen mit solch namhaften Künstlern wie Emmylou Harris und Lucinda Williams, die Ryan Adams' Ruf als grossartiger Singer/Songwriter festigten. Für 2005 waren drei Alben angekündigt, deren Drittes mit wenigen Tagen Verspätung am 6. Januar 2006 veröffentlicht wird.

Ryan Adams
Diskographie:
> Heartbreaker (2000)
> Gold (2001)
> Demolition (2002)
> Rock’n’Roll (2003)
> Love Is Hell (2004)
> Cold Roses (2005)
> Jacksonville City Nights (2005)
> 29 (2006)


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