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Sam Moore - Overnight Sensational

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von Tobias Imbach am Freitag, 20. Oktober 2006 in Neuerscheinungen   
Genre: Soul, Pop, Blues
Label: Rhino
CH-Vertrieb: Warner Music
Unsere Wertung:Sam Moore - Overnight Sensational

Fehler in der Rezeptur
Sam Moore - Overnight SensationalEine Black Music-Legende kehrt zurück, vermischt und präsentiert aber nicht  das, was der mehr oder minder anspruchsvolle Soul-Hörer auf dem Plattenteller haben möchte.

Wie üblich, die gute Nachricht zuerst? Sam Moore ist zurück. Ja, “DER Soul Man“, der eine Teil vom legendären Soul-Duo “Sam&Dave“ welches mit deepen Southern Soul Classics wie “Hold on, I'm Comin'“ oder eben “Soul Man“ Musikgeschichte schrieb. Und Sam Moore ist offensichtlich bester Laune und voller Elan, auch heute noch ähnliche Grosstaten zu vollbringen.
Damit wären wir leider schon bei der schlechten Nachricht angelangt. Denn das mit den Grosstaten geht nicht so ganz auf, der Sprung ins Heute gelingt nicht so wie’s etwa bei Solomon Burke vor vier Jahren der Fall war.
Als ziemlich hinderlich diesbezüglich erweist sich die Wahl von Sam’s very spezial guests und der Songs. Vermutlich gibt es nicht gerade viele Menschen, die sich gewünscht haben, dass Moore Stücke von oft doch eher miesen Country-Poppern wie Garth Brooks und Conway Twitty oder auch schon von Milli Vanilli interpretiertes Material ins Repertoire aufnimmt.
Oder, wenn auch die Gästeliste zweifellos vielfältig und lang ist, dass Jon Bon Jovi, Zucchero und Mariah Carey auf ebenjener auftauchen.
Oder dass als Produzent Randy Jackson fungiert, der in den Staaten eher zweifelhaften Ruhm als Jurymitglied von “American Idol“ erlangte. Vielleicht darf man Jackson für die obigen Missstände ankreiden. Ganz so schlimm wie’s dies alles nun vermuten lässt, ist “Overnight Sensational“ nicht geraten, die Plastik-Alarmsirene darf der Schreibende nicht anwerfen. Mit dem himmlisch schönen “You Are So Beautfiul“ präsentiert Moore zumindest eine wahre Perle, als Gäste tun hier Eric Clapton, Zucchero und vor allem der kürzlich verstorbene Billy Preston einen hervorragenden Job. So schnell kommt man davon nicht wieder los, allein für diese letzte Aufnahme Prestons darf man sich die Platte geben. Auch das unverwüstliche “I Can't Stand the Rain“ überzeugt, bei vielem aber zeigt sich vor allem Ernüchterung. Zweifellos grossartige Künstler wie Steve Winwood, Sting oder Bruce Springsteen helfen den blassen Songs nicht aus dem oft ärgerlich überproduzierten Klangsumpf raus, die Neo-Souler Van Hunt und Nikka Costa zeigen zwar wie immer Stil, aber auch “If I Had No Loot“ kommt in keiner Sekunde übers Mittelmass hinaus. Jaja, schon klar … demnach ist die eingangs erwähnte gute Nachricht eigentlich auch nicht besonders gut. Schade, bleibt zu hoffen, dass Sam Moore bei einem potentiellen nächsten Album etwas Eigenständigeres versucht.


Seit  25. August 2006 im Handel.

Anspieltipps:
I Can't Stand the Rain; You Are So Beautiful
Trackliste: 1) I Can't Stand The Rain (with Wynonna, BeBe Winans & Billy Preston); 2) Better To Have And Not Need (with Bruce Springsteen); 3) Blame It On The Rain (with Fantasia); 4) Lookin' For A Love (with Jon Bon Jovi); 5) Ain't No Love (with Steve Winwood); 6) None Of Us Are Free (with Sting & Sheila E.); 7) It's Only Make Believe (with Mariah Carey & Vince Gill); 8) Don't Play That Song (with Bekka Bramlett); 9) If I Had No Loot (with Van Hunt, Nikka Costa & Billy F. Gibbons); 10) Riding Thumb (with Travis Tritt & Robert Randolph); 11) We Shall Be Free (with Paul Rodgers); 12) You Are So Beautiful (with Billy Preston, Eric Clapton, Zucchero & Robert Randolph)   
similar artists: Rufus Thomas, Wilson Pickett, Al Green

> Hören und Kaufen > Offizielle Webseite > Label > CH-Vertrieb

Bio:

Mit Dave Prater zusammen wurde der in Miami, Florida, geborene Sam Moore weltberühmt. Das 1961 gegründete Duo gilt auch heute noch einer der grossen Acts des Southern Soul. Sie schrieben, produzierten und interpretierten Hits, die nicht nur dem Soul-Kenner auch heute noch im Ohr liegen, unter anderem “ "Soul Man", "Hold On! I'm Comin'" und "I Thank You". Nach 10 Jahren famoser Erfolgsgeschichte, die mit dem 1967 veröffentlichten “Soul Men“ ihren Höhepunkt erreichte, folgte 1971 die Trennung. Zwar waren in den folgenden Jahren mehrmals Comebacks geplant, 1976 wurde dann auch das eher schwache “Back at 'Cha!“ veröffentlicht, aber zu altem Ruhm und Erfolg zurück fanden Sam & Moore kurzzeitig im Jahre 1980, natürlich zusammenhängend mit dem ersten Blues Brothers-Streifen, durch den die alten Sam&Dave-Hits ein noch grösseres Publikum erreichten. Nach einigen Konzertauftritten folgte allerdings die endgültige Trennung. 1987 wurde Moores Ex-Partner Prater verhaftet und starb ein Jahr darauf bei einem Verkehrsunfall. Sam Moore selbst war 1992 auf Bruce Springsteens “ Human Touch“ zu hören. 1970 hatte Sam Moore mit der Unterstützung vom genialen King Curtis ein Album aufgenommen, dessen Veröffentlichung aber unter anderem aufgrund der kurz nach den Aufnahmen stattgefundenen Ermordung von King Curtis verschoben und verschoben wurde. Erst 2002 kam es unter dem Titel “ Plenty Good Lovin': The Lost Solo Album“ auf den Markt.

Sam Moore - Overnight Sensational
Diskographie:
> Plenty Good Lovin': The Lost Solo Album (2002)
> Overnight Sensational (2006)


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