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Shabazz Palaces - Black Up

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von Paul Klur am Dienstag, 20. September 2011 in Neuerscheinungen   

Genre: Psychedelic Hip Hop  |  Label: Sub Pop (Irascible)  |  Unsere Wertung: 7.5/10

Black UpEs ist ein Rappen in der Nacht
„With that moonlight on your mind, you´ll wonder what you find / With that sunlight falling down you got to find the sound / With that starlight  in your eyes you wanna find surprise“-wunderbar wenn sich Musik selber so treffend beschreibt.

"Black Up“ fährt von der ersten Sekunde an alle Geschütze auf. Das fängt schon mit dem Artwork an. Auf der mit schwarzem Samt eingeschlagenen Hülle glänzen goldene Fasern wie Sterne, und selten hat ein Label so gut ausgesehen wie das Sub Pop-Emblem auf der Rückseite- Shabazz Palaces sind übrigens die erste Hip Hop-Band dort. Ist das etwa Hip Hop fürs Planetarium ?

Shabazz Palaces bestehen aus dem amerikanischen Rapper Ishmael Butler, in den 90ern als „Butterfly“ mit der Jazz Rap-Combo Digable Planets unterwegs, und dem in Zimbabwe geborenen Perkussionisten Tendai Maraire. Ihr erstes Album in voller Länge nimmt den Hörer völlig gefangen. Es baut auf unglaublich tiefe Bässe, Butlers eindrucksvolle Stimme und eine Baukasten voll psychedelischer Effekte. Beim ersten Hören wird man von all dem förmlich erschlagen, durch die Loops und Delays von den meisten Songs enorm gefordert. Keine Spur von Standard-Strukturen, einfachen Hooks oder Refrains. Man kann das eintönig oder brüchig finden, aber mit der Zeit entwickelt dieser Klang einen pechschwarzen Sog, wie ein Strom aus dem man nicht entfliehen kann.

Nicht zuletzt sorgt Maraire mit seinen Einflüssen aus der Shona-Musik für die Unverwechselbarkeit des Duos, besonders wenn dadurch wie in „An Echo from the  Hosts That Profess Infinitum“ (bei weitem nicht der längste Songtitel) der Song kurz aufgebrochen wird, und so ein brillianter Moment entsteht. Besonders hier fällt auch auf, wie fokussiert das ist: Die frappierend simple Hookline „Clear Some Space Out / So We Can Space Out“ aus „Recollection of the Wraith“ ist ein seltenes Beispiel für eine eingängige Passage, ansonsten braucht es nur wenige perfekt aufeinander abgestimmte Faktoren, mit denen sich sich „Black Up“ schnell ins Gedächtnis brennt. Und das ist wichtig, wenn man in einem Genre punkten will, dass durch grosse Gesten, viel Pomp und Show in den letzten Jahren viel zu oft von der Musik dahinter abzulenken versuchte. Damit hat „Black Up“ aber sowieso nicht viel zu tun, es zeigt aber auch nicht nur, was möglich ist, wenn man Jazz und Experimental miteinbezieht. Wer viel von den mutigen Klängen der Achtziger und frühen Neunziger in diesem Genre hält, wird dieses Album genau so zu schätzen wissen wie Indie-Fans ohne Tellerrand. Vorausgesetzt, man ist in der Stimmung dazu. Und das geht hier eben am besten nachts- der Sternenhimmel wird ja gleich mitgeliefert.     

Seit  24. Juni 2011 im Handel.

> Hören und Kaufen > Offizielle Webseite > MySpace > Label > CH-Vertrieb

Anspieltipps:
> An Echo from the Hosts That Profess Infinitum
> Recollection Of The Wraith

Diskographie:
> Shabazz Palaces / Eagles Soar, Oil Flows EP (2009)
> Of Light EP (2009)
> Black Up (2011)

Ähnliche Künstler:
> Digable Planets
> Gonjasufi
> Flying Lotus
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