Shantel - Bucovina Club Vol. 2 (2005) (Essay Recordings/RecRec) |
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| von Tobias Imbach am Donnerstag, 23. Juni 2005 in Neuerscheinungen | |
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Getränkt von Melancholie im Freudentaumel Bucovina – diesem historischen Landstrich zwischen Rumänien und der Ukraine, seinen Roma-Blaskapellen und swingenden Gypsy-Klängen widmet DJ Shantel seinen neusten Output. Dass es sich hier nicht um eine gewöhnliche Compilation handelt, sondern mehr um ein Konzeptalbum eines Künstlers, zeigt sich rasch. Shantels Wirken ist auf “Bucovina Club 2“ deutlicher ersichtlich als auf dem ersten Teil. Zum einen macht das anhand von zahlreichen eigenen Stücken wie dem famosen Opener “Ya Rayah“ oder dem hinreissend schönen “Dunarea“ viel Freude, allerdings ist das Album auch deutlich clubbiger geworden. “Da Zna Zora“ vom Sandy Lopicic Orkestar zum Beispiel hätte Shantel ruhig in ursprünglicher Form lassen können, anstatt fehl am Platz wirkende House-Beats unter das treibende Stück zu setzen. Teilweise funktionieren die Remixe aber auch bemerkenswert gut, so bei Shantels Edit von “Mahalageasca“ von der Mahala Raï Banda. Bei seinen Stücken wird Shantel von grossartigen Künstlern wie Boban Markovic oder dem bulgarischen Sänger Jony Iliev unterstützt. Eine Delikatesse stellt auch “Ciganka“ von Shantel und seinem Bucovina Club Orkestar dar. Selten stehen sich Melancholie und pure Lebensfreude – generell typisch für die Musik aus Südosteuropa – so nahe wie bei diesem Stück, das vor allem von der anmutig singenden Vesna Petkovic, der Melodie und antreibender Rhythmik lebt. Neben Shantel sind natürlich auch einige der wichtigsten Künstler der Balkanhalbinsel mit eigenen Stücken auf “Bucovina Club 2“ vertreten. So unter anderen Fanfare Ciocărlia mit zwei der besten Stücken ihres neuen Albums, der legendäre Dr. Nelle Karajlic mit “Duj Sandale“ oder Goran Bregovic mit “Maki Maki“, welches das Album mit traurig-schönem Bläserspiel abschliesst. Den Zauber Bucovinas fängt Shantel mit dem zweiten, geringfügig schwächeren Teil erneut ein. Das musikalische Erbe, welches die Zigeuner hinterliessen, lebt nun seit Jahren dank der zunehmenden Zahl an Roma-Acts und vor allem dank Shantel und seinem Bucovina Club wieder auf. Und das ist etwas, was man kaum hoch genug einschätzen kann. Ab 4. Juli 2005 im Handel. Anspieltipps: Mahala Raï Banda vs. Shantel - Mahalageasca (Bucovina Dub), Goran Bregovic - Maki, Maki similar artists: Boban Markovic, Fanfare Ciocarlia, Kocani Orkestar, Besh-O- Drom, Taraf de Haidouks, Balkan Beat Box > Hören und Kaufen > Offizielle Seite > Label > CH-Vertrieb Bio: Stefan Hantel, 1968 in Frankfurt “am Meer“ geboren, war dem Publikum lange Zeit als eigenständiger Electronica-Musiker, DJ und Produzent bekannt. Mit gelungenen Alben wie “Great Delay“, genretechnisch vorzugsweise in Lounge, House, Electro und Trip Hop angesiedelt, erarbeitete er sich einen exzellenten Ruf. Seit einiger Zeit widmet sich Shantel vor allem der Musik aus dem Balkan. Schon als Kind kam er mit den Roma-Balladen und dem Balkan Brass in Kontakt - Hantels Familie stammt ursprünglich aus Czernowitz, der ehemaligen Hauptstadt Bucovinas. Auf einer Reise in die Heimat seiner Grosseltern entdeckte Shantel diese faszinierende Kultur wieder und entschloss sich, sie einem breiteren Publikum näher zu bringen. Als Folge lancierte Shantel schliesslich den Bucovina Club, mit dem er anscheinend, angesichts des einschlagenden Erfolgs europaweit, den Nerv der Zeit traf. Diskographie: > Club Guerilla (1997) > Higher Than the Funk (1998) > Great Delay (2001) > Bucovina Club (2003) > Bucovina Club, Vol. 2 (2005)
» 1 Kommentar
1"Geil"
am Freitag, 4. Dezember 2009 10:37von Shantel Fan Yeah, Shantel & Bucovina Club Orkestar spielen am Do, 10.12. im Kofmehl Solothurn! Hier gefunden: http://www.kofmehl.net
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