Hach, die Shout Out Louds. Wie sehr habe ich ihr erstes
Album geliebt, zeitweise lief die Scheibe fast rund um die Uhr, und wie
sehr habe ich meine damalige Mitbewohnerin mit dem Schwedenpop genervt.
Und nun: Das neue, das zweite, ein heikles Album. Zu viele Erwartungen
können enttäuscht werden.
“Tonight I Have To Leave It“ kennt man schon aus dem Netz, es ist ungewohnt beschwingt, sind die Shout Out Louds ansonsten doch eher für ihre süsse Melancholie bekannt. Als Opener gar nicht übel, doch der wahre Shouties-Stoff folgt erst: “Parents Livingroom“ eröffnet den Reigen und erfüllt erstmals das, was ich mir von dieser Band wünsche. Nämlich: Adam Olenius' einzigartiges Timbre, ins Herz zielende Harmonien und im Hintergrund irgendein Geklimper oder Gebimmel. Schön poppig ist das, und das erste Highlight des Albums. “You Are Dreaming” und “Suit Yourself“ hauen in dieselbe Kerbe.
Schon folgt das nächste Highlight: Shout Out Louds goes Velvet Underground. Oder besser: Dekorationsfrau Bebban goes Nico. Das unterkühlt eingesungene “Blue Headlights“ erinnert mich bei der ersten Note an die Sixties-Ikone. Deko war mal, diese Frau kann was! (Auch wenn sie wie ABBA-Agnetha aussieht...)
Anschliessend: Eigentlich ziemlich erwartbares Material, aus dem immer mal wieder ein gelungenes Riff oder eine auffallende Textzeile heraussticht. Hervorzuheben sind “Time Left For Love“ (das Glöckchen vom ersten Album! Endlich!) und “Hard Rain“, welches das Album mit etwas mehr Drive ausläutet. Die Songs erschliessen sich allerdings nicht auf Anhieb, es waren mehrere Durchgänge nötig, um zum folgenden Urteil zu gelangen.
Hach, die Shout Out Louds. Ich mag das neue Album. Aber zum Glück kann ich mir “Howl Howl Gaff Gaff“ auch noch anhören. Und zum Glück kommen die Schweden im Sommer in die Schweiz. Auf der Bühne nämlich, da erstrahlen sie erst so richtig.
Seit 1. Juni 2007 im Handel.
Anspieltipps: Parents Livingroom; Suit Yourself; Blue Headlights
Trackliste: 1) Tonight I Have To Leave It; 2) Parents Livingroom; 3) You Are Dreaming; 4) Suit Yourself; 5) Blue Headlights; 6) Impossible; 7) Normandie; 8) South America; 9) Ill Wills; 10) Time Left For Love; 11) Meat Is Murder; 12) Hard Rain
similar artists: Peter, Björn & John,
Sugarplum Fairy
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Bio:
Die vier Schweden Adam (voc., git.), Carl (git.), Ted (bass) und Eric (dr.) sowie die Schwedin Bebban (key.) lernten sich an einer Kunstakademie (ach wie klischeehaft...) kennen und haben den Medien zufolge bis zur Bandgründung anno 2001 in Stockholm noch keinen einzigen Song geschrieben. Glücklicherweise wurden sie von Schwedens bedeutendstem Produzenten Ronald Bood (Mando Diao, Sugarplum Fairy) unter die Fittiche genommen und konnten bis zum heutigen Zeitpunkt bereits beachtliche, ja überwältigende Erfolge in den USA verbuchen, dank denen sie auch zum grossen Deal mit Capitol kamen.