Simple Plan - Still Not Getting Any... (2005) (Atlantic Records/Warner Music) |
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| von Philipp Gautschi am Sonntag, 1. Mai 2005 in Neuerscheinungen | |
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Dass es so was noch gibt! Ein allzu grauer Bart bin ich mit meiner knappen 2 am Rücken noch nicht, doch ich fühle mich bereits zu betagt, um an Gehörenem Gefallen zu finden. Ich denke beim Hören dieser Scheibe an schlechteste US-Teeniefilme, wo junge Versager an öden Home-Partys höchst erfreut Biere ab 21 schlürfen, während sich Witze jenseits der Gürtellinie meterhoch stapeln und hübsche Sexobjekte mit ihren Hinterteilen wackeln. Lieder, fürs Radio und die Mittelstufe wie geschaffen, wiederholen sich mit immergleicher, näselnder und nervender Säuselstimme. Einfachste Akkorde, zehntausendmal gehörte Melodien, schwachsinnige Texte ("I just want to jump, don't wanna think about tomorrow..."). Hierbei kommt Partystimmung maximal beim Ausschalten der Stereoanlage auf - tatsächlich schleicht sich momentan ein seltsamer Wackelkontakt durch meine Lautsprecher; ich denke an Arbeitsverweigerung seitens meiner Anlage. Doch da muss man durch... Gut, einige der zahllosen Möchtegern-Avril-Lavignes an Mittelschulen sowie junge weisse Amerikaner (drüben ist die Platte anscheinend - logischerweise - ein Hitparadenstürmer) mögen ihren Spass an so etwas finden. Coole Typen, lustige Partyliedchen, der Wunsch nach Unabhängigkeit vom Elternhaus, erste scheue Drogen und Sexexperimentchen, Unzufriedenheit mit allem und jedem... Begleitmusik für die schlimmste Phase des Lebens. Immerhin muss ich eingestehen, dass ich damals noch tiefer gefallen bin und an Konzerten zum einfachsten Beat mitnickte. Simple Plan spielen Lieder mit vorhersehbarem, langweiligem Aufbau, stupiden Texten, grossteils poppig-schnulzig mit äusserst schwachen, harmlosen Ausflügen in die interessante Welt des Punkrocks (- obwohl es eine Frechheit gegenüber sämtlichen guten Punkbands ist, solchen Schwachsinn als Punk zu betiteln). Tut mir beinahe ein ganz kleines bisschen Leid, doch Musik wie diese könnte von Big-Brother-Teilnehmern gespielt werden, falls diese ein rockig-angehauchtes Album produzieren würden. Die Knaben versuchen irgendwie harte Punker und gleichzeitig süsse Mädchenstars zu sein, aber leider Gottes gibt's diese Masche schon zur Genüge und zu überzeugen vermochte dieser Stil bisher noch nie. Mehr gibt's dazu nicht zu sagen, traurig aber wahr. Seit 28. März 2005 im Handel. Anspieltipps: keine similar artists: Blink 182, Good Charlotte, Sum 41 > Hören und Kaufen > Offizielle Seite > Label > CH-Vertrieb Bio: Pierre Bouvier (voc.), Chuck Comean (dr.), David Derosiers (b., voc.), Sebastian Lefebvre (git., voc.) und Jeff Stinco (git.) gründeten, nachdem einige Bandmitglieder noch zum Spielenlernen animiert werden mussten, 2001 die Truppe. Erstaunlich schnell ernteten sie erste Erfolge im Schlepptau des Hypes um Teenie-Filme bzw. -bands. (z.B Auftritt an der Warp-Tour, MTV-Awards-Nomination) Erst punkend, zwischenzeitlich poppig, versuchen sie dem Erfolgsdruck mit dem neuen Album gerecht zu werden und schaffen dies aufgrund der kauffreudigen, jugendlichen Zielgruppe höchstwahrscheinlich. Diskographie: > No Pads, No Helmets... Just Balls (2002) > A Big Package For You (2003) > Still Not Getting Any... (2005)
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