Smog - A River Ain't Too Much To Love (2005) (Drag City/Musikvertrieb) |
|
|
| von Magdalena Oehen am Mittwoch, 1. Juni 2005 in Neuerscheinungen | |
|
Düster. Düsterer. Smog. Oder doch nicht? "A River Ain't Too Much To Love" ist bereits die zwölfte Studio-LP des inzwischen in Chicago ansässigen Bill Callahan alias Smog. Der Lo-Fi-Pionier der ersten Stunde wartet mit zehn düsteren, spärlich instrumentierten Songs auf, die sich meist mit einer akustischen Gitarre, sanfter Perkussion und Callahans charakteristischer Stimme begnügen. Das Album beginnt mit einem einzigen in den Raum gestellten Ton - dann kommt lange nichts mehr. Bill Callahan scheint Gefallen daran zu finden, eine verunsichernde und schwer zu ertragende Spannung aufzubauen, nur um sie danach mit wunderbarem Gitarrenspiel und seinem scharfen Sinn für Melodien wieder aufzuheben. "The Well" ist ein bezeichnender Song für diese leicht schizophrene Haltung: Dunkle Moll-Akkorde wechseln sich während fast sieben Minuten mit entspannenden Dur-Melodien ab, darüber singt Callahan mit aufgesetzt jovialer Miene seine beizeiten dadaistisch anmutenden Lyrics. Die hypnotischen Gitarrenriffs kombiniert mit Callahans eindringlichem Gesang wirken oft verstörend, zumal man sich dieser Stimme, die direkt im Kopf des Zuhörers zu erklingen scheint, unmöglich entziehen kann. Trotz dieser sich breit machenden Verunsicherung mag ich niemandem vom Hörgenuss dieses Albums abraten - zumal Bill Callahan ausreichend Erfahrung und Talent besitzt, um sein Handwerk zu verstehen. Die folkig-countryesken Melodien und zerbrechlichen Klangkonstrukte berühren ebenso wie Callahans vor Melancholie triefender Bariton. Lyrisch ist der Herr eine Klasse für sich. Mit "narrative", also erzählerisch, wird seine vertonte Poesie beschrieben. "I am a rock bottom riser, and I owe it all to you", lässt er verlauten, den Sarkasmus kann man unmöglich verfehlen. "Whether or not there is any type of God we're not supposed to say / And today, I don't really care/God is a word and the argument ends there". Was ist dazu noch zu sagen? Man sollte sich vom Umfang des Gesamtwerkes dieses Ausnahme-Künstlers nicht abschrecken lassen. Alles beginnt mit dem ersten Schritt - im Abenteuer "Smog" vielleicht mit dem Erwerb von "A River Ain't Too Much To Love". Seit 30. Mai 2005 im Handel. Anspieltipps: The Well, I Feel Like The Mother Of The World, I'm New Here similar artists: Will Oldham aka Bonnie Prince Billy, Arab Strap, Tindersticks > Hören und Kaufen > Offizielle Seite > Label > CH-Vertrieb Bio: Smog ist das Pseudonym von Bill Callahan, der als unterschätzter Pionier der Lo-Fi-Revolution der 80er-Jahre bezeichnet wird. Seine erste Veröffentlichung 1988 bestand aus einem 4-Track Tape, das er auf seinem eigenen Label Disaster herausbrachte. 1991 wurde er vom renommierten Label Drag City unter Vertrag genommen, veröffentlichte die EP "Floating" und ein Jahr später das erste Full-Length Album "Forgotten Foundations". Es folgten zahlreiche weitere Alben und Kollaborationen mit namhaften Künstlern wie Sonic Youths Jim O'Rourke und Cynthia Dall. 2005 meldet er sich mit "A River Ain't Too Much To Love" zurück. Diskographie: > Floating EP (1991) > Forgotten Foundation (1992) > Julius Caesar (1993) > Burning Kingdom (1994) > Wild Love (1995) > Sewn To The Sky (1995) > Kicking A Couple Around EP (1996) > The Doctor Came At Dawn (1996) > Red Apple Falls (1997) > Hit The Ground Running EP (1999) > Knock Knock (1999) > Dongs Of Sevotion (2000) > Strayed EP (2000) > Neath The Puke Tree (2000) > Rain On Lens (2001) > Accumulation: None (2002) > Supper (2003) > A River Ain't Too Much To Love (2005)
» Noch keine Kommentare
Es gibt bisher noch keine Kommentare.
» Kommentar schreiben
Nur registrierte Benutzer können Kommentare schreiben.
Bitte melden Sie sich an oder registrieren Sie sich. |
| < Zurück | Weiter > |
|---|




