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Sons & Daughters - The Repulsion Box (2005) (Domino/Musikvertrieb)

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von Ivana Leiseder am Mittwoch, 1. Juni 2005 in Neuerscheinungen   
Click-click-click, Franz Ferdinand aufgepasst.

Sons & Daughters - The Repulsion Box (2005) (Domino/Musikvertrieb) Die Glasgower Sons And Daughters veröffentlichen mit ihrem zweiten Album eine originelle, düstere Mischung aus Punk, Country, Folk und einer Prise Gothic, die sie zurecht zu den heissesten Newcomern Schottlands macht.

Bis anhin galt wie allgemein bekannt eher Glasgow = Post-Rock + New Wave-Post-Punk-Art-Rock, aber diese Formel wird nun mit Sons And Daughters ohne Zweifel erweitert werden müssen. Und nicht etwa - oh, man staune! - um eine weitere Retro-New Wave-Formation, nein, bei den Söhnen und Töchtern handelt es sich um etwas gänzlich Deliziöses, etwas kulinarisch Aussergewöhnliches, das dem verwöhnten, wohl geschwungenen Ohr sehr zu gefallen vermag.
Nach einem Mini-Album im Jahre 2004 servieren uns die vier Schotten nun den ersten Full-Length-Streich, der 80ies Punk munter mit Americana und Country verbindet und dem Ganzen als Tüpfelchen auf dem i noch einen guten Schuss Gothic beifügt. Klingt unmöglich, macht aber Heidenspass! Man stelle sich eine öde, weite Wüste im Wilden Westen vor, Strohballen rollen durch die verlassene Gegend, und irgendwo in einer dunklen, verrauchten Kneipe tanzt ein schwarz gekleidetes und geschminktes Paar Tango zu intellektuell-düsterer Partymusik. Die metrischen Drums treiben unablässig voran, die Mandoline zupfelt einen süssen Rhythmus, der Bass groovt thrillermässig im Gleichschritt und die Gitarre wiederholt dieselben mörderischen Riffs over and over again - und all dies begleitet von einer ausrufenden Frauenstimme und einem beinahe schon gregorianisch anmutenden Männerpart, beide mit wunderbar schottischem Akzent um Medikamente, Monster und andere spassige Dinge duellierend. Die Songstrukturen sind herrlich einfach gehalten und dennoch ungemein interessant, was den Sons And Daughters als grosse Stärke angerechnet werden muss. Alle zehn Songs vermögen zu gedanklichen Höchstleistungen und tanzenden Salti anzutreiben und mit dem Stück "Rama Lama", das Herz der Box des Abscheus, findet die grossartige Simplizität mit dem gesungenen "Click-Click-Click" und dem süffisanten Säuseln ihre Vollendung. Wo ist mein Colt? Wunderbar, wunderbar, ja einfach GROSSARTIG! Franz Ferdinand? Wer braucht die neue Scheibe Franz Ferdinands denn noch? Die Schreibende jedenfalls nicht. Ein Hoch auf Sons And Daughters! Bravo!


Seit 6. Juni 2005 im Handel.

Anspieltipps: Dance Me In, Rama Lama
similar artists: The Velvet Underground, The White Stripes, New Model Army

> Hören und Kaufen > Offizielle Seite > Label > CH-Vertrieb

Bio:
Die schottischen Sons And Daughters sind Adele Bethel (Vocals, Gitarre, Piano), David Gow (Drums, Perkussion), Ailidh Lennon (Bass, Mandoline, Piano) und Scott Paterson (Vocals, Gitarre). Adele Bethel war gerade auf Tour mit Arab Strap, als sie David Gow von ihrer Idee einer Band mit dem Namen Sons And Daughters erzählte. Gow stieg sofort ein und wenig später gesellte sich Ailidh Lennon zum Duo. Als viertes Bandmitglied schliesslich kam Scott Paterson hinzu, nachdem die anderen eines seiner Konzerte gesehen hatten. Das Lineup der Band stand also fest und Sons And Daughters spielten unzählige Gigs, worauf sie vom Scottish Arts Council die benötigten finanziellen Mittel bekamen, um ein erstes Album aufzunehmen. Kurz darauf wurde der Amerikaner Ben Goldberg auf die Band aufmerksam und veröffentlichte 2003 auf seinem Label Ba Da Bing! Records der Band erstes Mini-Album mit dem Titel "Love The Cup". 2004 wurden Sons And Daughters auch vom Domino Recording Label aus London entdeckt, auf dem nun das zweite Album ("The Repulsion Box") der Band erscheint. Sons And Daughters gelten als eine der heisstesten Newcomer- bands 2005 und können u.a. Franz Ferdinand und Clinic zu ihren treuen Fans zählen.

Sons & Daughters - The Repulsion Box (2005) (Domino/Musikvertrieb)
Diskographie:
> Love The Cup (2003/2004)
> The Repulsion Box (2005)


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