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Sons & Daughters - This Gift

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von Philipp Gautschi am Sonntag, 24. Februar 2008 in Neuerscheinungen   
Genre: Indierock
Label: Domino
CH-Vertrieb: Musikvertrieb
Unsere Wertung:Sons & Daughters - This Gift


Schöne Bescherung
This GiftDie Söhne und Töchter aus Glasgow schmeißen ihr drittes Album auf den Markt. Frech, rebellisch und gewohnt energiegeladen.

Irgendwo im Hinterkopf erinnere ich mich mit Müh und Not an ’Repulsion Box’. Und ehrlich gesagt fällt mir die Erinnerung schwer. Entsprechend verzichte ich auf einen Vergleich mit dem Vorgänger und widme mich ausschliesslich dem neuen Material. Der Opener ’Gilt Complex’ schlägt ein wie Handgranate. Treibendes Schlagzeug, repetitives Riff, frecher Gesang. Very British. Start geglückt; da rockt die Indiedisco auf 100. ’Split Lips’ ist anschliessend poppiger, flüssiger, radiotauglicher. Auch gut. Doch bereits hier fällt mir auf, dass gerne zum meiner Meinung nach nicht ganz stilsicheren Mittel des gesanglich nicht allzu einfallsreichen Uouooooo und Ahahahahahaaaa gegriffen wird. ’The Rebel with The Ghost’ kombiniert dann gar nanananananaaaa im Refrain mit ständigem uououooooo im Hintergrund. Und tatsächlich beginnt dies mich zu stören. Die Songs sind durchwegs frech und catchy, das Mittelmass zwischen Britpop, Punk und Rock treffen sie zielsicher wie Sportschützen die Zielscheibe. Wenn uououoooo nicht gerade von Sängerin Adele Bethel eigesetzt wird, kann man sich sicher sein, dass die Backvocals ein bisschen auauauauuuuen. Dies eignet sich bestimmt zum lauthalsen Mitschreien an Konzerten, doch auf Platte verdirbt es mir die Laune mit zunehmendem Auftreten doch ein bisschen. Der Titeltrack ’This Gift’ bietet dann zur Abwechslung mal ein ‘th(iiaaaiaiiiiiii)s Gi(aiaiaiaiaiaia)ft‘, sowie ein herzerwärmendes Duett zwischen Adele Bethel (auauauauauaaaa) und Scott Paterson  (aoaaoaoaoaooooo). Da kann man natürlich drüber hinweghören, doch stören tut’s früher oder später trotzdem.
’Darling’ gefällt mir dann wieder sehr gut, die zweite Gitarre setzt kurze und prägnante Akzente, der Beat geht in die Knie, die Melodie ist niedlich und abwechslungsreich. Zum Schluss wird nochmals ein bisschen auf die Pauke gehauen, und fertig ist der kurzweilige Spass. Allgemein ist das Album gelungen, es wird zwar die Indierockwelt nicht auf den Kopf stellen, dazu sind die Tracks schlicht zu normal, zu gewohnt, zu etabliert und zu kurz. Ein paar schöne, blecherne Gitarrenspielereien, ein paar Tanzflächenknaller, eine angenehme, unaufdringliche Stimme, schöne Melodien, gutes Verhältnis zwischen frechem Rock und angenehmem Pop. Eine kurze Anmerkung bzw. Auffälligkeit kann ich mir zum Schluss nicht verkneifen: in ’Iodine’, einem eigentlich gelungenen Track wiederholt Frau Bethel die Textpassage ’I die, I die, I die…’ –zig mal, ob der Band da der Track ’Angel Food’ von Green Concorde grob eingefahren ist, bleibt eine Vermutung meinerseits.


Seit  25. Januar 2008 im Handel.

Anspieltipps: Gilt Complex, Darling
Trackliste: 1) Gilt Complex; 2) Split Lips; 3) The Nest; 4) Rebel With The Ghost; 5) Chains; 6) This Gift; 7) Darling; 8) Flags; 9) Iodine; 10) The Bell; 11) House In My Head; 12) Goodbye Service
similar artists: Garbage, Dover, Blondie, The Launderettes, The White Stripes

> Hören und Kaufen > Offizielle Webseite > MySpace > Label > CH-Vertrieb

Bio:
Sons and Daughters sind Adele Bethel (Vocals, Gitarre, Piano), David Gow (Drums, Percusion), Ailidh Lennon (Bass, Mandoline, Piano) und Scott Paterson (Vocals, Gitarre) und stammen aus Glasgow. Adele Bethel war gerade auf Tour mit Arab Strap, als sie David Gow von ihrer Idee einer Band mit dem Namen Sons And Daughters erzählte. Gow stieg sofort ein und wenig später gesellte sich Ailidh Lennon zum Duo. Als viertes Bandmitglied kam Scott Paterson hinzu, nachdem die anderen eines seiner Konzerte gesehen hatten. Das Lineup der Band stand also fest, und Sons And Daughters spielten unzählige Gigs, worauf sie vom Scottish Arts Council die benötigten finanziellen Mittel bekamen, um ein erstes Album aufzunehmen. Kurz darauf wurde der Amerikaner Ben Goldberg auf die Band aufmerksam und veröffentlichte 2003 auf seinem Label Ba Da Bing! Records der Band erstes Mini-Album mit dem Titel ’Love The Cup’. 2004 wurden Sons And Daughters auch vom Domino Recording Label aus London entdeckt, auf dem das zweite Album (’The Repulsion Box’) der Band erschien. 2006 nimmt Moryssey die Band mit auf seine Tournee. Seit 2007 haben die Schotten an ihrem dritten Album ‘This Gift’ gearbeitet, welches nun in den Plattenläden bereitsteht.

Sons & Daughters
Diskographie:
> Love The Cup (2004)
> Repulsion Box (2005)
> This Gift (2008)


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