Spoon - Gimme Fiction (2005) (Matador/Musikvertrieb) |
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| von Rudolf J. Merkle am Mittwoch, 1. Juni 2005 in Neuerscheinungen | |
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Spoon - ausgezeichneter intelligenter Indie-Sound mit Soul Geschätztes Auditorium, uff! Es sei zu Beginn frank und frei eingestanden: Der Rezensent hat das ungeteilte Vergnügen, eine ausgezeichnete Scheibe klingender Natur zu diskutieren. Man zeihe der Entscheidung selbigen Rezensenten Respekt, dass er darauf verzichtet, die anderen Alben von Spoon im Folgenden zu berücksichtigen, allein dieses: Sie sind ähnlich hoher Güte, will sagen: hören und kaufen. Wie meint Sänger Britt Daniel im Opener "The Beast, and Dragon, Adored" doch? "I got a feelin it don't come cheap/ I got a feelin oh and then it got to me/ It took its time a-working into my soul/ [...] Believe it come from rock and roll." - Oh ja, wie wahr, wie wahr. Sic est - so verhält es sich genau mit diesem Schmuckstück. Abgesehen von den beiden letzten Songs, die den Rezensierenden aufgrund einiger Längen etwas weniger überzeugen als der Rest, ist das anzuzeigende Album stark, sehr stark. Kompakte, dichte Songs, die alle im eigentlichen Sinne komponiert sind, werden dargeboten. Bei welcher akustischen Gelegenheit ertappte man sich in jüngerer Vergangenheit, dass man zufriedener im Rhythmus eines animierten Songs wie "I Summon You" gewippt hätte? Wann hat man letztmals ein derart gut gemachtes 3-Minuten-Stück wie "The Two Sides Of Monsieur Valentine" gehört, in dem sich Violine, akustische Gitarre, Cello, Bass und Drums in eine Melodie ergeben und sanft die Grenze zum Kitsch tangieren, ohne dass man derowegen die Mundwinkel säuerlich in die Höhe zöge? Überhaupt ist die Instrumentierung hervorzuheben, wobei der hörende Schreibende - gewissermassen repräsentativ - diesbezüglich lobend "My Mathematical Mind" und "Merchants Of Soul" erwähnt wissen will. Das Piano setzt ein, wo es hingehört, der Bass bleibt im Hintergrund ("The Infinite Pet"; "They Never Got You"), ohne je Gefahr zu laufen, banal vor sich hin-zuklimpern, die Drums drängen sich nicht auf ("Was It You?"), teils säuseln Streicher sachte. Wie man eine schräge Note einbringt, zeigen die angedeuteten knorrigen Sequenzen in "Sister Jack". An Prince gemahnt zweifelsfrei das soulige "I Turn My Camera On" - hier groovt jemand und berührt damit. Gelungen ist das, wahrlich gelungen. Der Abklang von "Was It You?", der nach allen Regeln der Kunst triphopelt, lässt ein erfreutes "Oha" entfleuchen. Stimmlich arbeitet Britt Daniel innerhalb der Grenzen, die ihm zweifelsohne gegeben sind. Er verfügt nicht über Opernstar-Volumen, besitzt kaum Varianz und offeriert - vielleicht am eindringlichsten in "Carryout Kids" (stand etwa Ian Curtis Pate?) -, was er kann. Das reicht. Auch textlich wird die Welt nicht neu erfunden, man macht auf Nabelschau - sei's drum. Als sympathisch zu qualifizieren ist die schlanke Produktion, Mastering und Mixing setzen dergestalt Massstäbe. Hier wird Musik gespielt, ohne Fisimatenten, ohne Bluff. Unaufgeregt gehen Spoon musikalisch ihren Weg, den Postpunk verlassend, unaufgeregt, nichtsdestoweniger vergnügt, folgt der Hörende. Doch, etwas gibt's zu mäkeln: Was soll das Artdesign? Unsere Ansicht: Man höre und beurteile all dieses selbst. Besten Dank für die ungeteilte Aufmerksamkeit. Seit 9. Mai 2005 im Handel. Anspieltipps: alle ('s ist halt so ...) similar artists: Interpol (doch, doch), The Cooper Temple Clause, einiges von Blur > Hören und Kaufen > Offizielle Seite > Label > CH-Vertrieb Bio: Seit 1994 produziert das aus Bush sen.-Clinton-Bush jun.-Land stammende Duo Britt Daniel (Gesang/Gitarre) und Jim Eno mit unterschiedlichen Gästen zunächst Minimal-Punk, später feinen Indie. Jenseits des grossen Teichs Kult-Status erlangt, gelang der Durchbruch diesseits 2002 mit "Kill The Moonlight" (eine ebenso späte wie kecke Reminiszenz an Bauhaus' "Who Killed Mr. Moonlight"?). Diskographie: > Telephono (1996) > Soft Effects (1997) > A Series Of Sneaks (1998) > Love Ways (2000) > Girls Can Tell (2000) > Kill The Moonlight (2002) > Gimme Fiction (2005)
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