Es geht nicht um die Frage, ob man mit dieser Split den
Fünfer oder das „Weggli“ kriegt, Squarewell und Fugo sind zwei
talentierte Bands und „Entremets d’hier“ ist geeignet, um die Bands
kennen zu lernen und die Wartezeit zum nächsten Album zu überbrücken.
Squarewell aus Louisville, Kentucky, steuern die ersten fünf Songs dieser Split-CD bei. Eigentlich sind es drei neue Songs aus den jüngsten Aufnahmesessions (soeben als EP veröffentlicht), plus die zwei Songs der letzes Jahr erschienenen 7“ Picture Disc. Die neuen Songs zeigen eine Entwicklung der Band auf, hin zu mehr vertracktem Songwriting – der Gesang passt sich in dem Sinne an, dass die Melodien, welche Jeff Drake durchaus zu singen versteht, den eher gesprochenen, oder sagen wir, den energetisch erzählten Worten weicht. Die Vocals sind sicherlich gut ausgearbeitet, ich bin jedoch der Meinung, dass man die eingängigen Melodien etwas zu stark zurückgedrängt hat. Diese würden der jungen Band auf jeden Fall eher Wiedererkennungswert bescheren als diese „emomässigen“ Messages. Stellenweise wirken die Songs noch etwas unausgegoren, es gibt zwar viele interessante Parts, doch die Art und Weise, wie sie gespielt werden, lassen diese oft als hektisch und rastlos erscheinen. Ich habe öfters das Gefühl (beispielsweise im Opener „Did We Have A Choice“), dass man mit einer besseren Umsetzung noch mehr Wirkung aus den guten Ideen holen könnte – wenn sich die Band mehr Zeit dafür nehmen würde. Squarewell scheinen mir zwar als musikalisch nicht ganz ebenbürtiger, aber stilistisch passender Sparringspartner für Fugo auf dieser Split-CD. Für die Musik 3 Punkte und die neunschwänzige Katze für denjenigen, der die Idee durchgebracht hat, die Songs der Picture Disc auch auf die CD zu packen. Diese sind leider so viel schlechter produziert, dass es echt keinen Spass zum Hören macht, zudem ist es schade für die Songs, die absolut in Ordnung wären.
Die Bäcker von Fugo stecken in der Weiterbildung - Obwohl der Teig nicht frisch gemischt ist, er stammt nämlich von der M"aie"länderli-Produktion im Jahre 2004, sind die vier Guetzli sehr schmackhaft ausgefallen – Daniel Platisa von Q-Lab hat auf „P“ eine süsse Remix-Glasur geschmiert – eine leckere Kombination und Bereicherung dieses Desserts. Man schmeckt einfach, dass die Fugoten den Teig nochmals geknetet und einige feine Ingredienzien beigefügt haben. Im bewährten Ofen von Soma Records wurden die „Guetzli“ dann goldbraun gebacken, ausser „F.)“ – das war wohl etwas dünn gewallt und ist leicht angekokelt. Leider ergab der Teig nur 4 präzis gestochene Sternchen – dies ist auch gleich meine Wertung – bis auf Stern „F.)“der irgendwie nicht so gut schmeckt… Bleibt nur zu hoffen, dass die Bäcker weiterhin früh aufstehen und uns bald mal wieder ein grosses Blech voller leckerer „Guetzli“ um die Ohren hauen, getreu dem Bandmotto: Fugo – Other Gebäck!
Seit 29. Januar 2007 im Handel.
Anspieltipps: It’s Fall, But Nothing Has Changed; C.), P.) - Remix
Trackliste: 1)Did We Have A Choice?; 2) Pacing A Perimeter; 3) It’s Fall, But Nothing Has Changed; 4) Fleeting Stratagem; 5) Synthetic Sensation; 6) C.); 7) M.); 8) P.) - Remix; 9) F.)
similar artists: Fugazi, Quicksand,
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> Offizielle Webseite Fugo > MySpace Fugo
Bio:
Squarewell:
Jeff Drake (Gesang) und Martin Kehl (Schlagzeug) fanden nach Auflösung der Band „My Life Denial“ im Jahr 2003 in Paul Dailey (Bass), Matt Jaggers und Brandon Duggins (beide Gitarre) neue Mitstreiter und gründeten die Band Squarewell. 2004 veröffentlichten sie das Album „Two Toy Model“. Dailey wurde am Bass durch Bryan Jones ausgewechselt. Als die Band im Sommer 2006 von einer Europa-Tour zurückkam, verliess Gitarrist Duggins die Band. Statt ihn zu ersetzen, spielt fortan Jeff Drake zusätzlich Gitarre. Via Koi Records und Engineer Records veröffentlicht die Band eine limitierte 7“Picture Disc. Die Band nahm ausserdem im letzten Jahr in den Black Lodge Recording Studios weitere Songs auf, die auf einer EP ebenfalls durch Engineer Records aktuell veröffentlicht werden. Zwei Songs davon („Did We Have A Choice?” und „It’s Fall, But Nothing Has Changed”) finden sich ebenfalls auf der hier rezensierten Split-CD mit Fugo wieder.
Fugo:
Fugo entstanden im Dezember 2000, als Gitarrist und Exitmusic-Schreiberling Michael Rothen den Schlagzeuger Stefan Hell in Aarau traf. Nach den selbstproduzierten Demoversionen A.) bis F.) 2001 suchten die beiden einen Bassisten der ihrem Stil und Können getreu war und wurden in Roman Donzé fündig. Die Stücke G.) bis O.) entstanden 2003, P.) bis T.) 2004. 2004 begann dann die Zusammenarbeit mit dem in Alternativrockkreisen wohlbekannten Label EngineerRecords UK/USA. Dank finanzieller Unterstützung vom Kuratorium des Kantons Aargau sowie dem Kulturdepartement der Stadt Aarau konnte Aie Anfangs 2005 bei somarecords.ch aufgenommen und in den USA bei Reto Peter abgemischt werden. Seit August 2005 sind Fugo zu viert zu dritt. Christian Kyburz ersetzt bis heute Stefan Hell an den Drums, welcher bis heute nicht offiziell die Band verlassen hat. 2006 haben Fugo die Songs für die hier rezensierte Split-CD mit Squarewell augearbeitet und aufgenommen, sowie diverse Konzerte gespielt. Im Herbst wurde Fugo erneut ein Förderbeitrag vom Aargauer Kuratorium als CD-Produktionsbeitrag zugesprochen. Aktuell schreibt die Band Songs für das nächste Album, das ungefähr Ende 2007 erscheinen soll.