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Stars - The Five Ghosts

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von Michael Messerli am Freitag, 2. Juli 2010 in Neuerscheinungen   

Genre: Pop  |  Label: Vagrant (Irascible)  |  Unsere Wertung: 6.5/10

Five GhostsWer ist wir?
In Konsumentenschutzsendungen wird gerne anhand von Würfelzucker veranschaulicht, wie viel Zucker Süssgetränke enthalten. Würden sie es mit der neuen Stars ebenso machen, es wäre kein unwesentliches Türmchen.

So ist „The Five Ghosts“ wohl mehr Pop als Indie, aber sicher nicht Mainstream, weil Indie ja offenbar der neue Mainstream ist. Sagen zumindest diejenigen, die ihren Vollchecker-Status gefährdet sehen, wenn man gute Musik plötzlich mit dem Nachbarn teilen muss. Und zwar nicht dank entsprechender Lautstärke der eigenen Anlage, sondern weil der gute Musik auch gut finden will. Die Stars teilt man gerne mit anderen, weil sie auf den Vollecker-Status pfeifen. Sie geben sich abgesehen davon grosse Mühe, den Zucker in etwas Substantiellem aufzulösen. Mancher Mainstream macht das nicht. Mancher Mainstream ist Zucker in Reinform. So viel zu den Unterschieden. Kommen wir zu den Gemeinsamkeiten.

„The Five Ghosts“ fügt dem Kosmos, in dem die Stars zuhause sind, keine neuen Bilder hinzu. Aber zumindest bleiben sie da, wo sie hingehören und wo sie immer waren. Gemeinsam ist diesen Songs die Nähe zum Vergangen und zu sich selber. Ein Besuch alter Freunde, sozusagen. Man kennt sich – und so bringt es nichts, nochmals zu erwähnen, wie sehr die Stimme von Amy Millan verzaubert und wie sehr sie mit der von Torquil Campbell harmoniert. Natürlich geht es um Beziehungen, das Leben und überhaupt um das Thema aller Themen. "You sold me some cheap ecstasy/ So you could have some sex with me/ But I don't want your body/ I don't want your body”. Die Stars wollen keinen Sex, sie wollen kuscheln. Da war das Zweifeln in einem Song wie “Personal” berührender, diesem herausragenden Statement zum Thema Partnersuche im Internet. Tom Hanks und Meg Ryan konnten einpacken. Aber nicht dass wir uns missverstehen: „We Don’t Want Your Body“ ist ein toller Popsong und „The Five Ghosts“ ist ein tolles Popalbum. Es will halt nicht deinen Körper, sondern dein Herz. Und diesbezüglich hat man sich bereits früher entscheiden müssen, ob man die Stars mag oder nicht. Argumente für ein Ja gibt es zum Glück genug.

Seit 25. Juni 2010 im Handel. 

> Hören und Kaufen
> Offizielle Webseite > MySpace > Label > CH-Vertrieb
Stars
Anspieltipps:
> We Don’t Want Your Body
> Dead Hearts
> Wasted Daylight
 
Diskographie:
> Nightsongs (2001)
> Heart (2003)
> Set Yourself on Fire (2004)
> In Our Bedroom After the War (2007)
> The Five Ghosts (2010)
 
Ähnliche Künstler: 
> Amy Millan
> Broken Social Scene
> Memphis
> Metric
> Rilo Kiley
» 2 Kommentare
1Kommentar
am Freitag, 2. Juli 2010 07:16von Herr B.
Sorry, aber es heißt: "you sold me some cheap ecstasy. so you could have some sex with me.".
2Kommentar
am Freitag, 2. Juli 2010 12:24von Michael Messerli
@ Herr B. 
Da haben mir das Internet und meine Ohren einen Streich gespielt. Herzlichen Dank für den Hinweis. Ich habe es geändert. Gruss, Michael.
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