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Stephen Malkmus - Face The Truth (2005) (Domino Recordings/Musikvertrieb)

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von Magdalena Oehen am Mittwoch, 1. Juni 2005 in Neuerscheinungen   
Gratwanderung

Stephen Malkmus - Face The Truth (2005) (Domino Recordings/Musikvertrieb)Wie unvorstellbar schwer muss es sein, sich als Solokünstler aus dem Schatten einer Kult-Band wie Pavement hervorzutun. Stephen Malkmus mit einem erneuten Versuch.

Wir alle müssen der Wahrheit ins Gesicht sehen: Die Vergangenheit als Leadsänger von Pavement wird wohl ewig ihren Schatten auf Stephen Malkmus' Solowerk werfen. Was durchaus nicht negativ gemeint ist. Denn wer wünscht sich eine legendäre Band wie Pavement nicht unsterblich?
Mit "Face The Truth" legt Stephen Malkmus bereits sein drittes Soloalbum vor. Den bewährten Stilmix aus Indie, Rock, Country, Pop und einigen funkigen Klängen hier und da trägt er mit Hilfe der Band The Jicks mit gewohnter Präzision vor. Ein wohlgeordnetes Chaos sozusagen. Stephen Malkmus' Stimme bildet auch auf "Face The Truth" den Pol, um den die Musik wie verrückt zu revoltieren scheint. Beizeiten so verrückt, dass bescheidenen Zuhörern wie mir der Zugang zu den Songs völlig verwehrt bleibt. Den Opener "Pencil Rot" vermag ich auch nach mehrmaligem Anhören nicht so recht einzuordnen - zu wild sind die E-Gitarrenriffs, zu nervend die ungeordneten Synthesizerklänge, zu konzeptlos das ganze Songkonstrukt. Man wird das unangenehme Gefühl nicht los, dass Stephen Malkmus alles und nichts zugleich sein möchte, sich neu erfinden und seine Pavement-Vergangenheit doch nicht ablegen möchte.
Glücklicherweise ist mit dem Opener das Schlimmste bereits überstanden (vom 8-Minuten Disaster "No More Shoes" wollen wir hier mal absehen...) und man kann sich getrost den angenehmeren Seiten von "Face The Truth" zuwenden. In "Freeze The Saints" kommt endlich Stephen Malkmus' Gespür für immer leicht schräge aber gefällige Melodien ans Licht, während "Post-Paint Baby" auf angenehme Weise die gloriosen Zeiten von "Wowee Zowee" wieder auferstehen lässt. Auch "Baby C'mon" vermag ansatzweise zu begeistern mit seinem legeren Rock'n'Roll-Groove und Malkmus' schiefen Vocals.
Leider vermögen diese einzelnen Lichtblicke nicht über die Konturenlosigkeit von "Face The Truth" hinweg zu täuschen. So schwer es mir fällt, der Wahrheit ins Gesicht zu sehen, muss ich doch sagen: Sorry Mr. Malkmus, kein gelungener Versuch, please try again. Wenn möglich mit einem etwas durchdachteren Konzept. Vielen Dank.


Seit 23. Mai 2005 im Handel.

Anspieltipps: Freeze The Saints, Post-Paint Baby
similar artists: Pavement, Modest Mouse

⇒ Hören und Kaufen ⇒ Offizielle Seite ⇒ Label ⇒ CH-Vertrieb

Bio:
Stephen Malkmus wurde 1966 in Santa Monica, Kalifornien geboren und vermochte sich schon von klein auf für die Musik von Buddy Holly und Fleetwood Mac zu begeistern. Während des Studiums gründete er seine erste Band Ectoslavia und zog bald mit seinen beiden Bandmitgliedern nach New York, wo sich die Band in Silver Jews umbenannte. Nach einem Wiedersehen mit seinem Kindergartenfreund Scott Kannberg, gründeten die beiden mit drei anderen Freunden die "Most British American Band" Pavement, die mit ihrem Debütalbum "Slanted And Enchanted" beinahe Kultstatus erreichten. Nach mehreren Pavement-Alben wurde 2000 traurigerweise der Split der Band publik und Stephen Malkmus widmete sich seinen eigenen Projekten. 2001 veröffentlichte er sein Solodebüt mit der schlichten Betitelung "Stephen Malkmus", das trotz der Mithilfe von The Jicks ein mehr oder weniger gelungener Pavement-Abklatsch blieb. 2003 brachte er sein zweites Werk "Pig Lib" heraus, diesmal unter dem Namen Stephen Malkmus&The Jicks und mit einer grösseren Ideenvielfalt als sein Vorgänger. Sein drittes Soloalbum "Face The Truth" erscheint 2005, wiederum mit tatkräftiger musikalischer Unterstützung von The Jicks.

Stephen Malkmus - Face The Truth (2005) (Domino Recordings/Musikvertrieb)
Diskographie:
⇒ Stephen Malkmus (2001)
⇒ Pig Lib (2003)
⇒ Face The Truth (2005)






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