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Stereo MCs – Paradise (2005) (Graffiti Recordings/Musikvertrieb)

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von Tobias Imbach am Sonntag, 21. August 2005 in Neuerscheinungen   
Stereo MCs – Paradise (2005) (Graffiti Recordings/Musikvertrieb)

Bedingt Liebe zum Pop

Stereo MCs – Paradise (2005) (Graffiti Recordings/Musikvertrieb) Nach einer vergleichsweise kurzen Pause von vier Jahren präsentieren die Briten ein neues Album, das Leute, die schon zu “Connected“ oder “Step It Up“ unaufhörlich tanzten wie auch ’jüngere’ Hörer zufrieden stellen dürfte.

Ihr neues Album vertreibt die Gruppe um DJ The Head und Rapper Rob Birch nicht mehr über ein Majorlabel, sondern über ihr neu gegründetes Label Graffiti Recordings. Man kann sich also im ersten Eindruck, der beim Anhören von “Paradise“ gewiss aufkommt, bestätigt fühlen: Die Stereo MCs hatten bei der Produktion ihres neuen Albums wohl wirklich freie Hände. “Paradise“ ist ein abenteuerlicher Pop-Trip, bei dem unzählige Genres mit dabei sind.
Bei “The Fear“, einem ansprechenden Gemisch aus Blues, Poprock und Soul, steuert die famose Neo-Soul-Sängerin McKay ihren Gesang bei, der auch hier (wie gewohnt) zum Niederknien ist. Allerdings fällt (nicht nur) bei diesem Stück ein wenig störend auf, dass einige Parts relativ belanglos sind. Häufig bekommt man das Gefühl, dass die Stücke etwas zu sehr auf Radio- beziehungsweise Massentauglichkeit getrimmt wurden. So ist das zurückhaltend groovende “Sun“ schlussendlich viel zu brav geraten, zudem verstärkt der misslungene, wiederum Formatradio-konforme Refrain den Drang, so schnell wie möglich die Skip-Taste zu betätigen. Aber nicht zuletzt wegen dieser Massentauglichkeit können sich die Stereo MCs auch zu den erfolgreichsten Hip Hop-Acts Europas zählen lassen - ist diese massentauglich dargebotene Vereinigung von klassischem Hip Hop und elektronischer Clubmusik schon seit jeher ein typisches Erkennungsmerkmal für die Stereo MCs. Sowieso kann man die Klänge, die “Paradise“ aus den Lautsprechern erschallen lässt, zu einem grossen Teil als “nostalgisch“ beschreiben. Wäre das hip-poppige “Set It Off“ schon auf dem 1992er-Hit-Album “Connected“ zu finden gewesen; niemand hätte sich verwundert die Augen gerieben. Trotz aller Nostalgie finden sich auf “Paradise“ natürlich auch modernere Laute wieder. Spätestens mit dem dunklen “Breathe Out“ ist man dann wieder im Hier und Jetzt angelangt: Das clubbige Hip-Hop-Stück sticht mit seinem vorzüglichen Beatgerüst, sägendem Bass, feinen Raps und leichtem Banghra-Touch hervor.
Trotz einigen wenigen Aussetzern und dem Faktum, dass die elf Songs auf “Paradise“ fast durchgehend immer etwas überfrachtet sind, kann für dieses Album schlussendlich doch eine Empfehlung ausgesprochen werden.


Ab 29. August 2005 im Handel.

Anspieltipps:
Set It Off, The Fear
similar artists: The Brand New Heavies

> Hören und Kaufen > Offizielle Webseite > Label > CH-Vertrieb

Bio:
Schon 1985 gründeten der DJ und Producer Nick “The Head“ Hallam und der Rapper Rob Birch die Stereo MCs. Im Verlauf der Jahre veröffentlichten die beiden Londoner in Zusammenarbeit mit dem 4th And Broadway-Label beziehungsweise Island Records erste Singles sowie im Jahr 1989 ihr erstes Album “33-45-78“, das allerdings nicht weiter grosse Beachtung fand. In den nächsten Jahren folgten die Beitritte von neuen Mitgliedern (DJ Cesare, Owen If(Drums) und Cath Coffey (background vocals)), die Veröffentlichung eines zweiten Albums sowie viele Auftritte an Konzerten, bei denen sich die Stereo MCs einen hervorragenden Ruf als Live-Hip Hop-Act erarbeiteten. Erst sieben Jahre nach ihrer Gründung erfolgte mit dem dritten Album “Connected“ der definitive Durchbruch. Die Gruppe war dank ihrem songorientierten Hip Hop in aller Munde und heimste Lob und Preise von allen Seiten ein. Nach einer längeren Schaffenspause erschien 2001 mit “Deep Down&Dirty“ ihr viertes reguläres Studioalbum. Die Stereo MCs entschlossen sich nach einer weiteren Pause mit “Graffiti Recordings“ ein eigenes Label zu gründen und damit ihr neues Album “Paradise“ zu vertreiben.

Stereo MCs – Paradise (2005) (Graffiti Recordings/Musikvertrieb)
Diskographie:

> 33-45-78 (1989)
> Supernatural (1990)
> Connected (1992)
> Deep Down & Dirty (2001)
> Paradise (2005)


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