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Steve Von Till - A Grave Is A Grim Horse

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von Michael Zuckschwerdt am Samstag, 24. Mai 2008 in Neuerscheinungen   
Genre: Singer/Songwriter
Label: Neurot Recordings
CH-Vertrieb: Irascible
Unsere Wertung: Steve Von Till - A Grave Is A Grim Horse


Erdverbunden
A grave is a grim horseMit spartanischer Instrumentierung und leisem Gesang weiss Steve Von Till sowohl die Coverversionen wie auch die eigenen Songs ins rechte Dämmerlicht zu rücken.

„A Grave Is A Grim Horse“ ist das dritte Sololalbum vom Neurosis-Mitstreiter, das er unter seinem eigenen Namen veröffentlicht. Darauf finden sich neben sieben eigenen Songs auch vier Coverversionen sprich Ehrerweisungen an die Originale und deren Komponisten. Allen elf Songs wohnt eine Erhabenheit inne, die durch die zurückhaltende Umsetzung noch unterstützt wird.
Das Gerüst der Songs bilden jeweils eine akustische oder unverzerrte elektrische Gitarre und die Stimme Von Tills. Das ganze Songwriting scheint der Maxime „weniger ist mehr“ untergeordnet worden zu sein. Bei einem solchen Ansatz fällt automatisch das Detail mehr ins Gewicht. Auf „A Grave Is A Grim Horse“ gibt es davon eine Vielzahl wunderschön umgesetzter zu hören. Man spürt bei jedem gespielten Ton, bei jeder gesungenen Silbe und beim Luftholen dazwischen, dass nichts dem Zufall überlassen wurde.

Diese Feinheiten wurden mit einem relativ bescheidenen Arsenal an weiteren Instrumenten und einer Handvoll Gastmusikern umgesetzt, darunter Desmond Shea (Fender Rhodes, Hammond), Joe Goldring (E-Gitarre), Jeffrey Luck Lucas (Cello), David Philips (Pedal Steel).

Der Titeltrack und Opener gehört zu der Minderheit der Songs, bei denen ein Schlagzeug zum Einsatz kommt, das mit seinem stoisch anmutenden langsamen Rhythmus gut zur düsteren melancholischen Stimmung passt. Hervorragend klingen die Einsprengsel nach dem Refrain mit der angezerrten Gitarre, genau solche Kleinigkeiten machen den Reiz dieser Platte aus.
Bei „Clothes Of Sand“ (Original von Nick Drake) besticht der Kontrast von flächigen Celloklängen im Refrain zu der mehr gesprochenen als gesungenen Strophe, mit seiner dezent im Hintergrund wabernden Hammondorgel.
Bei der Interpretation von Mickey Newberrys „Willow Tree“ gefällt neben der herzerweichend schönen Pedal Steel-Gitarre, auch die Rhtythmik im Gesang, tendiert doch der gute Herr Von Till bei seinen eigenen traurig anmutenden Texten, die Gesangsrhythmik zu Gunsten der Inbrünstigkeit etwas stark zu vernachlässigen.
Vereinzelt findet man auf dem Album auch wohl dosierte verzerrte Gitarrenklänge, die dezent an Drone-Sounds erinnern und die Stimmung jeweils exzellent untermalen, beispielsweise in „The Western Son“ oder dem letzten Song „Gravity.“

„A Grave Is A Grim Horse“ ist ein ruhiges Album für alle, die Freude am Detail haben. Trotz der durchgehend melancholischen Stimmung verbreiten die Songs keine Tristesse – im Gegenteil, sie wirken irgendwie demütig, versöhnlich und spenden Trost. Wenn man weiss, dass Steve Von Till vor kurzem aus der Stadt in ländliche Gefilde umgezogen ist, kann man sich den Neurosis-Frontmann, der mit seiner Hauptband Massstäbe punkto Noise und Heavyness gesetzt hat, beim Schaufeln vorstellen – jedoch eher zufrieden im Garten als verbittert auf dem Friedhof. 4 Punkte für ein zeitloses Stück Musik, das durch mehrmaliges Hören an Wert gewinnt.


Seit  2. Mai 2008 im Handel.

Anspieltipps: A Grave Is A Grim Horse; Willow Tree; Western Son
Trackliste: 1)A Grave Is A Grim Horse; 2) Clothes Of Sand; 3) The Acre; 4) Willow Tree; 5) Valley Of The Moon; 6) The Spider Song; 7) Looking For Dry Land; 8) Western Son; 9) Brigit’s Cross; 10) Promises; 11) Gravity
similar artists: Mark Lanegan, Woven Hand, ferner: Johnny Cash

> Hören und Kaufen > Offizielle Webseite > MySpace > Label > CH-Vertrieb

Bio:
Steve Von Till ist hauptsächlich bekannt durch sein Schaffen mit Neurosis, bei denen er seit Ende der 80er Jahre für Gesang und Gitarre mitverantwortlich ist. Sein musikalisches Schaffen lässt sich aber beileibe nicht auf die erwähnten Wegbereiter des immer noch florierenden Postrock-Genres reduzieren, Steve Von Till gehört auch zum psychedelisch experimentellen Kollektiv Tribes Of Neurot, veröffentlicht unter seinem eigenen Namen und unter Harvestman seine Soloprojekte. Für Harvestman hat er soeben die Arbeit am Filmsoundtrack für den Psycho-Thriller „h2odio“ abgeschlossen.

Seine unter dem Namen Steve Von Till veröffentlichten Alben zeigen den vielseitigen Künstler von seiner ruhigen Seite. Durchs Band lassen sich aber auch bei seinen akustischen und entfernt von Folk-Musik inspirierten Klängen ein Hang zu düsteren Themen, zu Mythologie und Spiritualität ausmachen. Neben der akustischen und unverzerrten elektrischen Gitarre prägt seine beschwörende Stimme das Klangbild. „A Grave Is A Grim Horse“, das dritte Soloalbum ist soeben auf dem Neurosis-Mutter-Label Neurot Recordings erschienen, wo neben dem Gros der Projekte, an denen seine Bandmitstreiter beteiligt sind, auch diverse andere talentierte Bands, die man als Brüder im Geiste bezeichen kann, unter Vertrag stehen.

Steve Von Till
Diskographie:
> As The Crow Flies (2000)
> If I Should Fall To The Field (2002)
>Lashing The Rye, als “Harvestman” (2005)
> A Grave Is A Grim Horse (2008)


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