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Stratovarius - Elysium

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von Simon Grünig am Freitag, 21. Januar 2011 in Neuerscheinungen   

Genre: Melodic/Power Metal  |  Label: Edel (Phonag)  |  Unsere Wertung: 7.0/10

ElysiumMozarts der Moderne
Mit „Elysium“ hieven sich Stratovarius in die Zukunft, führen zugleich ihre Tour fort und rocken im Frühjahr 2011 zusammen mit Helloween die Bühnen weltweit (vorerst Europa und Asien). Im Gepäck der Finnen lauert mit „Elysium“ ein neues Artefakt. Wir hören genauer hin.

Man staune: die finnische Stratovarius-Flagge flattert – auch! – schon seit 26 Jahren am Masten und prangt seit jeher erhaben für das Melodische im Metal. Sicherlich würde die Band-Chronik etliche Geschichtsbücher füllen, so konzentrieren wir uns hier auf die Gegenwart und nehmen die jüngsten Querelen rund um Timo Tolkki, welcher 2008 den Ausstieg und die temporäre Bandauflösung bekannt gab, zur Kenntnis. Timo Tolkki ist – besser: war – der sprudelnde Kreativbrunnen und Motor von Stratovarius. Unter seinen Fittichen realisierte Stratovarius in den 90er-Jahren die Alben „Episode“, „Visions“ oder „Infinite“, welche heute allesamt als Meilensteine der Finnen hochgelobt werden. Den Zenit erklimmte die Band in genannter Dekade und Tolkki hat wesentlich zu diesem Triumphzug beigesteuert. Die Frage „gibt es ein Leben nach Tolkki?“ war nach seinem Ausstieg daher berechtigt.

Aber …the show must go on: der heutige Leithammel Timo Kotipelto und Kompanie fassen sich ans Herz, verpflichten kurzum den Gitarristen Matias Kupiainen und zimmern im 2009 den zwölften Longplayer “Polaris”. Und siehe da: ohne ernsthafte Kreativverstopfung frickelt und prickelt es auf Anhieb intakt – auch ohne Timo Tolkki. Gar mit Bravur bauen sie Brücken und schafften sie die klangliche Quintessenz zu ihrer Vergangenheit. Ebenso weht seither in der Band ein genehmes, motivierendes Arbeitsklima. Beste Voraussetzungen unbefangen die Zukunftsmusik zu arrangieren und komponieren – Steuerbord voraus…

„Elysium“ heisst die Zukunft. Aufstrebend und rosig klingt diese Generation: das Album liefert gekonnt metallische Klassiksonaten à la Stratovarius. Die Truppe wählt gezielt fundamentale Tugenden und riskiert mit dieser Wahl null Konflikte. Überraschend? Zu hören sind neun bombastische Werke, wobei „Infernal Maze“ der stampfend heimliche Höhepunkt auf dem Silberling symbolisiert. Stratovarius bieten auf „Elysium“ mit Leichtigkeit durchgängig ein klasse Gitarrenspiel/-riffing gepaart zu einem in sich kleinen Rockorchester. Lebhafte Sinfonien und Gütesiegel inklusive. Und dies alles platzt ziemlich druckvoll aus den Boxen. Vorwärts Marsch…

Alles Friede, Freude, Eierkuchen bei dem Fünfer? Leider nein: etwas nörgeln ist erlaubt. Stratovarius gelingt mit „Elysium“ jedoch nicht DER Quantensprung. Nach mehrmaligem Hinhören wirken einzelne Songs etwas gar monoton und phasenweise in die Länge gequält. Für traditionelle Ohrwurm-Arien, schön fürs Nachpfeifen unter der Dusche, ging wohl die Tinte oder der Platz auf der Partitur aus… Der Wow-Effekt bleibt mir insgesamt tiefer im Hals stecken. Pardon. Daher gibt es für „Elysium“ satte sieben, aber verdiente, Punkte – quasi die Bronzemedaille. Aber mit Prädikat zur waschechten „kleinen Nachtmusik“ für Headbanger und Konzertschwärmer.

Hinweis: Helloween und Stratovarius auf ihrer „The Seven Sinners World Tour“  machen am Montag, 31. Januar 2011 Halt im Z7 in Pratteln.

Seit  14. Januar 2011 im Handel. 

> Hören und Kaufen
> Offizielle Webseite > MySpace > Label > CH-Vertrieb
Stratovarius
Anspieltipps:
> Infernal Maze
> Fairness Justified
 
Diskographie:
> Fright Night (1989)
> Twilight Time (1992)
> Dreamspace (1994)
> Fourth Dimension (1995)
> Episode (1996)
> Visions (1997)
> Destiny (1998)
> Infinite (2000)
> Elements Pt. 1 (2003)
> Elements Pt. 2 (2003)
> Stratovarius (2005)
> Polaris (2009)
> Elysium (2011)
 
Ähnliche Künstler: 
> Helloween
> Hammerfall
> Edguy
> Kotipelto
> Revolution Renaissance
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