Genre: Indie Punkrock | Label: Merge Records (Musikvertrieb) | Unsere Wertung: 7.5/10
Skateboarderzeiten
Superchunk haben sich ins Studio gesetzt und ein Album aufgenommen. Wiedermal. Nach neunjähriger Pause, kommt das gut?
Superchunk sind ein Urgestein der Independent-Rock-Punk-Szene (oder wie man auch immer sie nennen mag) - ein Urgestein allemal. Gegründet im 1989 mit nun neun Alben auf dem Buckel. Das heisst im Schnitt liessen sie sich 2,3 Jahre für ein Album. Der Schnitt trübt. Für „Majesty Shredding“ liess sich die Truppe aus den Vereinigten Staaten satte neun Jahre Zeit. Manch einer hat sie totgeschrieben, die sind aber schlecht informiert. Die drei Jungs und die Bassistin Laura Ballance tourten im Land herum und hielten hier und da mal ein Konzert und traten auf Festivals auf. Auf der neusten Scheibe, die wie auch die Vorgänger, punkig und schnelllebig daher kommt, leiten sie das rockige Feuerwerk mit einer schönen Rakete ein. „Digging for Something“ ist sorglos unbekümmert und man spürt wunderbar die Leidenschaft, aber auch die Routine. Ein wunderbarer erster Track.
„My Gap Feels Weird“ lässt mein etwas eingerostetes Punk-Herz höher schlagen. Und zwar richtig höher. Gitarre, Schlagzeug und eine Stimme Superchunks wie es besser kaum sein könnte. Der Instrumentalteil nach der Hälfte vollendet das Stück perfekt. „Rosemarie“ schaltet die Zügigkeit einen Gang runter und das passt gut ins Konzept. Die Stimme ist auch nicht mehr so rebellisch wie am Anfang, dafür singen sie gewisse Passagen im Chor. Sogar ein Kanon lässt sich ganz schwach heraus hören gegen Ende des Stücks. „Crossed Wires“ ist ein typischer Superchunktrack, der Gesang ist solide, das Schlagzeug ein wirklich sehr schön anzuhörendes Puzzleteil und Erinnerungen der Skateboarder-Zeiten steigen in mir hoch. Damals noch, als das Skateboard nur hinten nach oben gebogen war und das Deck noch gepflegt wurde wie ein Haustier, das einem Schönheitswettbewerb bevorstand, das waren noch Zeiten; aber eine andere Geschichte...
„Slow Drip“ erinnert mich irgendwie an Green Day, jedoch wie auch „Fractures in Plaster“ haut mich der Track nicht um. Es macht weder gross Stimmung noch lässt es die Heiterkeit sinken. Es ist einfach und das ist manchmal gar nicht so verdreht, einfach zu sein. „Learned to Surf“ kommt mir als allererstes eines in den Sinn: Luftgitarren-Flash! Ach, ich liebe es. Ein grosser Pluspunkt. Vom sandigen Strand mit dem Surfbrett unter dem Arm, gehts gleich in die „Winter Games“. Das einfach-sein-Syndrom von Slow Drip und Fractures in Plaster kehrt zurück. Dafür fangen sie sich bei „Rope Light“ wieder und zaubern ein schnittiges Superchunk-Stück in nur zwei Minuten dreissig auf das Album. Der Sänger, Mac McCaughan kommt bei „Hot Tube“ an seine Grenzen und das hört man. Nicht weiter schlimm, aber gesanglich gibt es noch einige Perlen die noch leuchtender und noch Kalcium haltiger sind.
„Everything at Once“, ist der elfte und letzte Track von Majesty Shredding. Vielleicht der letzte für die nächsten zehn Jahre? Vielleicht noch lange nicht der letzte überhaupt von Superchunk? Ich weiss es nicht, aber was ich weiss, ist, dass „Alles auf einmal“ das neunte Album äusserst schön ausklingen lässt und mir persönlich wohltuend und angenehm einfährt.
Seit 14. September 2010 im Handel.
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Anspieltipps:
> Digging for Something
> Learned to Surf
> Everything at Once
Diskographie:
> Superchunk (1990)
> No Pocky for Kitty (1991)
> On the Mouth (1993)
> Foolish (1994)
> Here's Where the Strings Come in (1995)
> Indoor Living (1997)
> Come Pick Me Up (1999)
> Here's to Shutting Up (2001)
> Majesty Shredding (2010)
Ähnliche Künstler:
> Green Day
> Arcade Fire
> Weezer