Vielschichtig und gut verhallt moans that beast.
Es leuchtete mir die rote Warnlampe – Gefahr, Gefahr!
Eine so called All-Star-Band liefert ihren vermeintlich überflüssigen Befreiungsschlag – doch weit gefehlt, meine sehr verehrten Damen und Herren und Meitli und Buben. "Beast Moans" ist ein tolles Supergroup-Produkt at all! Nur wer leichte Kost gewöhnt, kriegt's wohl schwer verdaut. Die 13 Titel, resp. die 13 im Hallnebel herumirrenden und von Millionen Schichten überlagerten, wirklich wunderbaren Melodien, welche so dann die eigentlichen Lieder bilden, sind glücklicherweise allesamt alles Andere als Radio Argovia-Programm (auf luzernisch: Radio Pilatus).
Mein erster Eindruck war in etwa derselbe, wie nach meiner damaligen Weissheitszahn-OP: Erleichterung versetzt mit einem leicht dominanten taub-dumpfen Gefühl, inkl. eiselndem Blutsgeschmack vermischt mit Jodaroma der lochstopfenden Jodgaze im hinteren, unteren Zahnfleischtieflochbereich (Fachjargon: Wundloch tamponiert mit steriler Jodgaze zwecks Offenhaltung bei gleichzeitiger Abdeckung).
Ein zweites Hören jedoch, sowie allgemein open minded Ohren mögen helfen. Gestern Nacht – zum Einschlafen, obwohl ich bis zum CD-Ende eben grad' nicht eingeschlafen bin und daher heute morgen leicht belämmert aus der Wäsche guckte, als Sohnemann zwar wie immer, in diesem speziellen Falle für mich jedoch viel zu früh, sein Frühstück in Form von in Wasser aufgelöstem weiss-gelblichem Pulver auf Sojabasis lauthals und gleichzeitig sehr vehement orderte – gelang mir der Einstieg in die Schwanensee-Klangwelt. Ich empfehle daher Kopfhörer und Stille drum herum – faszinierend: Ein echtes Werk! Ein Höchst auf den/die Mischer, der/die diese Klangteppiche zu weben wusste(n). So viel Hall, Echo und Vibrato und doch kein Gewussel! Chapeau, Chapeau!
Ebenso ein Bravo gebührt der Band: Tolle Melodien und Mut zu krudem Arrangement. Anstelle todsicherer 3-Minuten-Hits ließen sie Kleinstwerke der Klangkultur entstehen, scheinbar ohne Kummer um Verschmäh. Mich erinnert's an die LSD-Zeit der Beatles (Drogenmissbrauch suggeriert auch das vorliegende Cover-Artwork) oder die Space-Ära eines Bowie – innovativ ganz einfach. Herrliche Abwechslung erzeugt durch unterschiedliche Gesangsstimmen bei anhaltendem Gesamtwohlgefühl. Eine – für mich – wunderbare Neuentdeckung!
Und wenn es dann im Booklet heisst: "BEAST MOANS is a testament to friendship, eternal and otherwise", dann bleibt mir lediglich Euch zuzurufen: Gehet und höret, laufet und kaufet!
Ab 11. November 2006 im Handel.
Anspieltipps: Are You Swimming In Her Pools, All Fires
--> am besten jedoch am Stück, schon wieder und aufs Neue...
Trackliste: 1) Widow's Walk; 2) Nubile Days; 3) A Venue Called Rubella; 4) All Fires; 5) The Partisan But He's Got To Know; 6) The Freedom; 7) Petersburg, Liberty Theater, 1914; 8) The Pollenated Girls; 9) Bluebird; Pleasure Vessels; 10) Are You Swimming In Her Pools; 11) Shooting Rockets
similar artists: David Bowie, The Beatles
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Bio:
Swan Lake ist eine neue Band, bestehend aus den drei Bekannten Daniel Bejar (Destroyer, New Pornographers), Spencer Krug (Wolf Parade, Sunset Rubdown) und Carey Mercer (Frog Eyes). Mit "Beast Moans" offerieren sie ihr Debut aus funkelnden Stimmen, zischenden Hi-Hats und verfremdeten Pianos. Die Songs schlagen grosse und zugleich weiche Wellen, rücken die Songwriterkunst von Bejar, Krug und Mercer als ganz Selbstverständliches in den Mittelpunkt. "Beast Moans" entstand in einer Sommerferienstadt in Kanada sowie in einem Haus in Victoria, welches Krug und Mercer sehr vertraut und für Bejar gefühlsmässig passend war. Selbstproduziert!