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Tame Impala - Innerspeaker

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von Michael Messerli am Donnerstag, 25. November 2010 in Neuerscheinungen   

Genre: Psychedelic  |  Label: Rough Trade (Musikvertrieb)  |  Unsere Wertung: 6.5/10

InnerspeakerHandzahm?
Wer in seinem Regal Dungen und die Beatles stehen hat, kann in einem musikgenetischen Experiment versuchen, diese Bands zu kreuzen – oder „Innerspeaker“ von Tame Impala kaufen.

Beim Wort Retro winken einige schon vor dem ersten Song ab. Im Falle von „Innerspeaker“ wäre das ein grober Fehler, weil „It Isn’t Meant to Be“ nicht nur der Übersong dieser Platte ist, sondern auch für einige Nichtliebhaber des Genres mit auf die Jahresbestenliste gehören dürfte. „Desire Be, Desire Go“ reicht als Grund, die Beatles als Referenz zu nennen und „Alter Ego“ treibt einen direkt in die Arme von Dungen aus Schweden. Schubladen ziehen leicht gemacht. Aber diese Rezension dauert ja noch ein bisschen. Tame Impala stammen aus Perth, Australien. Und ja, Impala ist eine Antilope. Nicht unbedingt die beiden ersten Assoziationen, die man hat, wenn man den Begriff Psychedelic-Rock hört. Das ist so erfrischend wie diese elf Songs, die kaum nach 2010 klingen, trotzdem aber nicht nur rückwärtsgerichtet sind. Tame Impala treten nicht in Fussstapfen, sie weiten sie aus und landen dabei Hits. Zwei Fragen seien trotzdem erlaubt: Warum spielen die Schlagzeuger in solchen Bands eigentlich immer die gleichen Fill-ins? Und was meinen die denn bitteschön mit zahm?

Der Grund also, weshalb die Bewertung oben rechts nicht höher ausfällt, liegt vielmehr darin, dass „Innerspeaker“ nach der tollen Single „Solitude Is Bliss“ etwas zu vernebeln beginnt. Was bei einem Debüt durchaus erlaubt ist und auch nicht jeden stören wird. „Expectation“ ist da so ein Beispiel, wo man nicht recht kapiert, was es mit sich und dem Hörer will. Geht es aber andererseits auf, wie im siebenminütigen „Runway, Houses, City, Clouds“, weiss man dafür auch gleich, wohin es gehen könnte, wenn die Hits zur Nebensache werden. Nichts da mit kurzer Aufmerksamkeitsspanne. Es braucht manchmal nur einen zwingenden Groove, den einen grossartigen Basslauf oder die eine schräge Gesangsmelodie. Streitbar ist auf diesem Album also kaum etwas. Ausser für diejenigen, die beim Wort Retro bereits vor dem ersten Song abwinken. Fehler, Jungs. Fehler.

Seit  5. November 2010 im Handel.

> Hören und Kaufen > Offizielle Webseite > MySpace > Label > CH-Vertrieb

Tame ImpalaAnspieltipps:
> It Isn’t Meant to Be
> Alter Ego
> Why Won’t You Make Up Your Mind?

Diskographie:
> Innerspeaker (2010)

Ähnliche Künstler:
> Dungen
> The Beatles
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