Genre: Indie / Post-Rock | Label: K Records (Irascible) | Unsere Wertung: 5.5/10
Jo’Anna Rita Lee
Beim Hören des neuen Albums von Tara Jane O’Neil wurde es mir etwas langweilig, so dass ich versucht habe mit dem durchaus interessanten Namen ein Anagramm zu bilden, was mir letztendlich auch gelungen ist. Geboren war Jo’Anna Rita Lee, eine junge Frau aus Portland, Oregon, die auf ihrem neuen Album „A Ways Away“ zehn Songs vereint, die man wie eine Orange auspressen muss, um etwas Süsses darin zu finden.
Zuerst muss ich erwähnen, dass ich hier über eine tolle Künstlerin schreibe, die eben nicht nur Musik macht, sondern auch als bildende Künstlerin tätig ist und mit ihren Werken schon viel Anerkennung eingeheimst hat. Auf ihrer Homepage gibt sie einen tollen Einblick in ihr Schaffen. Ob nun in der Musik oder in der visuellen Kunst, bei beiden spielt sich wohl sehr viel im Kopf wie auch im Herzen des Künstlers ab und so ist es für den Betrachter, den Zuhörer nicht immer einfach das Ergebnis als stimmig zu empfinden. Überhaupt ist es in der Kunst schwierig eine Synthese zu finden, die vielleicht nur durch die Augen und Ohren des Künstlers selbst existiert.
Die Musik von Tara Jane O’Neil ist von eben jener nicht fassbaren Unbekannten durchzogen, die es einem erschwert, das Album einzuordnen. Sie deutet immer wieder an, dass es eine eigentümliche Schönheit besitzt. Auf „A Ways Away“ überzeugen vor allem die rein instrumentalen Parts und Songs („Pearl Into Sand“ und „The Drowning Electric“). Sehr toll muten dabei die klaren, post-rockigen Gitarren an, die einige Songs vom Ertrinken retten. Denn allzu oft geht die Stimme von Tara Jane O’Neil etwas unter und es macht den Eindruck, als wolle sie ihre Texte, ihren eigentlich schönen Gesang („Drowning“) absichtlich dahin plätschern lassen. So übernimmt die Gitarre die Hauptrolle und lässt Tara etwas im Schatten stehen, die sich aber, um es mal durchs Auge des Künstlers gesehen, in diesem Schatten sicher nicht ganz unwohl fühlt...
Der am zugänglichste Song ist bestimmt „Dig In“, in dem sich Stimme und Gitarren gut verstehen und von einem stetigen Tambourin begleitend, Hand in Hand voranschreiten. Das mehrstimmige „In Tall Grass“ wirkt etwas unbeholfen und belanglos. „Drowning“ bringt die Stimme von Tara wohl am besten zur Geltung, aber auch da sind die Gitarren einfach eine Spur lauter. „A New Binding“ empfinde ich als schwächsten Song, der selbst im Kinderbecken absaufen würde, mit diesen langweiligen „La-La-La“ Parts und dem nervenden Backing Vocals, die irgendwas Undefinierbares ins Mikrophon hauchen. Zum Ende hin überzeugt dann vor allem „A Vertiginous One“ und das Instrumentale „The Drowning Electric“.
„A Ways Away“ ist sicher ein Album, welches ich noch ein paar Mal hören werde um irgendwann vielleicht noch mehr Süsses rausfiltern zu können, doch im Moment sticht vor allem der etwas säuerliche Geschmack einer Grapefruit raus, der den Hörgenuss etwas trübt.
Ungetrübt klar ist jedoch, dass Tara Jane O’Neil eine talentierte Künstlerin ist, deren Namen allein zu kreativen Buchstaben-Spielereien animiert. Musikalisch bietet die junge Frau jedenfalls viele experimentelle Momente, die ein sehr durchschnittliches Album doch interessant wirken lassen. Und trotzdem möchte man ihr zurufen: „Give me hope, Jo’Anna“. Wenigstens ein bisschen mehr...Sie rettet sich immer wieder geschickt vor dem Ertrinken, doch den Sprung ins grosse Wasser würde ich ihr aufgrund dieses Albums dann doch nicht ganz zutrauen.
Seit 30. April 2009 im Handel.
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Anspieltipps:
> Dig in
> Drowning
> Pearl Into Sand
Diskographie:
> Peregrine (2000)
> In The Sun Lines (2001)
> Music for a Meteor Shower (2002)
> TJOTKO (2002)
> You Sound, Reflect (2004)
> Bones (2005)
> In Circles (2006)
> A Ways Away (2009)
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> Julie Doiron
> Rachel Goswell
> Cat Power
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> Ida