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The Appleseed Cast – Peregrine (2006)

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von Florentin Jäggi am Mittwoch, 19. April 2006 in Neuerscheinungen   
Genre: Atmosphärischer Indie, Emo-Pop, Rock
Label: Gentlemen
CH-Vertrieb: Irascible
Unsere Wertung:The Appleseed Cast – Peregrine (2006)

Sunset Drama Kings
The Appleseed Cast – Peregrine (2006)Fast drei Jahre nach ihrem traumhaften Album „Two Conversations“ überrascht die legendäre Band aus Kansas mit unerwarteter Progressivität.

The Appleseed Cast waren spätestens seit „Two Conversations“ diejenige Band, die mit ihren Klängen die blausten Meere und schönsten Sonnenuntergänge in meine Tagträume zeichnete. Selbst wenn sie dazu Feuerwerk-Raketen in den Himmel aufsteigen liessen, verloren sie sich nie im Kitsch. Ich weiss nicht, wie gross Horizonte in Lawrence, Kansas sind, aber sie müssten eigentlich gigantisch sein.

Doch wir dürfen nicht vergessen, dass The Appleseed Cast auch immer eine Band der Veränderung gewesen ist. Alles begann in den späten Neunzigern, als Emo noch kein Vorwand und in erster Linie Indie-Rock war. Damals zählte sie mit Gruppen wie Sunny Day Real Estate oder Mineral zu den Speerspitzen des so genannten Mid-West-Emo, ein Stil, der heute leider mehrheitlich in der Suppe aus fett produzierten Gitarrenbrettern untergegangen ist. Was danach kam - Ausflüge zu Emo-Opern und ein Weg hin zu epischen Popsongs auf „Two Conversations“.

Insgeheim hatte ich gehofft, dass sich The Appleseed Cast nicht mehr verändern würden. Nun also ein neues Werk. Vieles hätten wir den Musikern aus Kansas zugetraut, kaum aber die Transformation zu „Peregrine“. The Appleseed Cast sind auch heute noch unmissverständlich The Appleseed Cast. Salopp ausgedrückt sind sie vor allem sperriger geworden. Nicht, dass die Amerikaner ihren Songs keinen Raum mehr geben würden, eher schon, haben sie den Raum doch viel dichter kultiviert. Mehr Noten, mehr Drumschläge, mehr Geklimper. Die Melodien sind wie immer gross, aber ihr Fluss wird des Öfteren unterbrochen. Den Ausdruck „laid back“ kann die Band nur noch zeitlich begrenzt für sich beanspruchen, Landschaftsbilder werden von einer kalkulierten Formel in den Hintergrund gedrängt. Fans der zweiten und dritten Stunde werden sich vielleicht ob der schweren Ladung erdrückt oder bedrängt fühlen. So war’s bei mir. Es wird sich legen.

Glücklicherweise gibt es sie noch, Songs, überdimensional wie Outback-Horizonte. Von „Sunlit And Ascending“ bis zu „Song 3“ wähnen wir uns in einer imaginären Hängematte. Es sind Lieder, die Fernweh auslösen. Später werden sie uns vielleicht einmal daran erinnern, wie schön’s doch früher war, als wir noch nicht am anderen Ende der Welt verweilten. Man muss diese Band einfach mögen. So wie sie einmal war, wie sie heute ist und wie sie einmal sein wird. Auf, zu neuen Ufern. „I’ve got a dream for us!“


Seit 17. März 2006 im Handel.

Anspieltipps: Sunlit And Ascending; February; An Orange And A Blue; Song 3
Trackliste: 1) Ceremony; 2) Woodland Hunter (Part I); 3) Here We Are (Families In The Hallways); 4) Silas’ Knife; 5) Mountain Halo; 6) Sunlit And Ascending; 7) February; 8) An Orange And A Blue; 9) Song 3; 10) Woodland Hunter (Part II); 11) Peregrine; 12) A Fate Delivered; 13) The Clock And The Storm
similar artists: A Red Season Shade, The Gloria Record, Sunny Day Real Estate, Mineral, Giardini di Mirò

> Hören und Kaufen > Offizielle Webseite > Label > CH-Vertrieb

Bio:

Die Appleseed Cast starten ihre musikalischen Experimente in der zweiten Hälfte der Neunziger. Sie touren um die Welt mit Bands wie den Get Up Kids, Cursive, Jimmy Eat World, The International Noise Conspiracy und den Mates Of State. Die Band hat im Laufe ihrer Bandgeschichte einen eindrücklichen musikalischen Wandel vollzogen. „Mare Vitalis“ wird als Meilenstein in ihrer Karriere angesehen. Das Album bildet einen Übergang von punk- zu poporientierter Musik. Peregrine ist ihre fünfte Full-Lenth-Platte, produziert von John Congelton (Explosions In The Sky). Die heutige Besetzung basiert auf den Gründungsmitgliedern Chris Crisci und Aaron Pillar, dazu gekommen sind Bassist Marc Young und Drummer Nathan Richardson.

appleseedcast
Diskographie:
> The End of The Ring Wars (1998)
> Mare Vitalis (200)
> Low Level Owl I (2001)
> Low Level Owl II (2001)
> Lost Songs (2002)
> Two Conversations (2003)
> Peregrine (2006)


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