The Art Of Fighting – Second Storey (2005) (Bella Union/Irascible) |
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| von Magdalena Oehen am Montag, 8. August 2005 in Neuerscheinungen | |
![]() The Art Of Dreaming Wer die Musik von The Art Of Fighting zum ersten Mal zu Gehör bekommt, käme nicht im Geringsten auf die Idee, dass so etwas wie ein gewalttätiges Videospiel den Ursprung des Bandnamens der vier Australier ausmachen könnte. Denn wer die Musik von The Art Of Fighting hört, den erinnert nichts an die Gewalt und Niederträchtigkeit in unserer Welt, sondern der wird aufgenommen in weiten Klanglandschaften, der wird geborgen in der ganzen traurigen Schönheit, dem kann auch der gegen das Fenster klatschende Regen nichts mehr anhaben, weil er sich schon lange von dieser Welt gelöst hat und in den höheren Sphären von "Second Storey" schwebt. "Second Storey" beginnt mit dem mehrschichtig konstruierten Opener "Along The Run" und man weiss bereits nach wenigen Sekunden: Das ist Indie-Pop vom Feinsten. Ollie Browne singt mit schöner Stimme und untermalt von teils folkiger, teils Electronica-angehauchter Instrumentierung feinste, melancholische Melodien, die genau dahin treffen, wo's am meisten weh tut: Mitten ins Herz. Jeder der Songs überzeugt in seiner Einzigartigkeit: Sei es das beinahe groovende "Your Easy Part" mit seiner spiralförmigen Konstruktion, "Busted, Broken, Forgotten", dessen delikates Gitarrenspiel und die sanften Drums den Traum weiterspinnen, oder "Heart Translation", dessen versöhnender und in sich geschlossener Grundton das Album abrundet. Nicht unerwähnt bleiben soll das aussergewöhnlich schöne und zum Nachdenken anregende Albumcover von "Second Storey": Selten gelingt es einer Band, ein Albumcover zu finden, das so genau ihrer Musik entspricht. Die Häuser auf dem Cover sehen einladend aus und versprechen mit ihrem Charme schützende Geborgenheit und Wärme. Aber sie stehen einsam und isoliert auf winzigen Inseln in einer stürmischen See und ihr stelzenartiger Unterbau verweigert den Zugang. Ein hoffnungsloses und doch wunderschönes Bild. Ähnliche Emotionen vermitteln uns The Art Of Fighting mit ihrer Musik: Man taucht ein und wähnt sich sicher aufgehoben in den mehrschichtigen Songkonstrukten, gleichzeitig löst die träumerische Schönheit ein Gefühl der Melancholie und des Unerreichbaren aus. "Second Storey" ist ein Album für Träumer. Und solche, die es noch werden wollen. Seit 4. April 2005 im Handel. Anspieltipps: Your Easy Part, Busted Broken Forgotten, Two Rivers similar artists: Death Cab For Cutie, The Have Nots, Coldplay > Hören und Kaufen > Offizielle Seite > Label > CH-Vertrieb Bio: Das australische Quartett The Art Of Fighting wurde 1995 um Sänger/Gitarrist Ollie Browne und Bassistin/Sängerin Peggy Frew gegründet. Nach einigen selbst aufgenommenen Demotapes folgte 1998 die erste EP "The Very Strange Year" (Half A Cow Records). Nach einer weiteren EP veröffentlichten AOF 2001 ihr LP-Debüt "Wires" (Trifekta Records), das ihnen weltweite Aufmerksamkeit und Anerkennung verschaffte. 2005 erscheint der langersehnte Nachfolger "Second Storey" auch in Europa. Diskographie: > The Very Strange Year EP (1998) > Empty Nights EP (1999) > Wires (2001) > Second Storey (2005)
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