Und
sie können es doch noch: The Automatic zeigen, dass neue englische
(walisische, um genau zu sein) Bands noch immer grauenhaft rocken
können.
’What’s that coming over the hill – is it a Monster?’ Ja, ein rockfreches Rotzmonster. Und wies der Zufall wollte spielten The Automatic gestern (21.1.07) ihr einziges Konzert in der Schweiz. Ich packte die Gelegenheit beim Schopf und ging kurz hin, um zu schauen ob die junge Truppe live genauso rockt wie auf Platte. Und sie waren tatsächlich noch deftiger als auf Platte, das Abart bebte spürbar. Im einschlägigen Jargon bezeichnet man solche Typen als gemeine Bühnensäue, Publikumszerstörer oder Vorschlaghämmer. Ich tanzte jedenfalls bis an die (Schmerz-) Grenzen meiner gebrochenen Kniescheibe (Donghua Li wäre stolz gewesen). Gut, die Musik kennt man zwar seit den Kaiser Chiefs, die bekennenden Fans des grossen Hoff aka David Hasselhoff kommen jedoch mit so viel Schwung daher dass man an ihrem Debüt einfach Spass haben muss. Kurzfristig zumindest. Denn dies ist mal wieder eine Platte welche nach einer Woche intensivem Durchhören massiv verleidet und in den Tiefen der Sammlung untergeht. Findet man das Teil nach etwa einem Jahr mal wieder hat man bestimmt wieder Spass daran und schwelgt in Erinnerungen…im Sinne von ’ach war das ne schöne Zeit…damals…vor einen Jahr’. Sämtliche Stücke sind äusserst eingängig und absolut Party (ja, ich hab sie wahrscheinlich zehn Mal angehört und am Konzert mehr oder minder textgetreu mitgebrüllt…), entsprechend schnell hat man genug davon. Doch was soll’s, ein Hoch auf die Kurzlebigkeit in einer kurzlebigen Welt oder wie The Automatic sagen würden: ’So much Trash on the Radio today – keep dancing in the routined way’. Den Referenzen kann man guten Gewissens entnehmen, wie The Automatic etwa tönen. Freche Synths und sympathisch-giftige Screamo-Einlagen verleihen dem an und für sich inseltypischen Sound das gewisse punkige Etwas. Ein M-Budget Energydrink im wachsenden Dschungel des Englischen New-Wave-Punk-Pop (oder Elektro-Disco-Metal-Rock, wie die Band ihren Sound nennt); fährt schnell ein und verliert genauso zügig seine Wirkung. Und dann bin ich bereits am Ende meines Lateins und empfehle allen, die Spass am Genre haben, gerne das Tanzbein schwingen oder zuviel Geld haben, sich die Platte zu kaufen.
Seit 19. Januar 2007 im Handel.
Anspieltipps: Monster, Recover, By My Side
Trackliste: 1) That’s What She Said; 2) Raoul; 3) You Shout You Shout You Shout You Shout; 4) Recover; 5) Monster; 6) Lost At Home; 7) Keep Your Eyes Peeled; 8) On The Campaign Trail; 9) Team Drama; 10) By My Side; 11) Rats
similar artists: Kaiser Chiefs,
Maximo Park, The Rakes, The Blue Van, Dirty Pretty Things,
We Are Scientists, Bloc Party,
Arctic Monkeys, Billy Talent
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Bio:
Robin Hawkins (ba., voc.), James Frost (git, voc.), Alex Pennie (synth., perc., voc.) und Iwan Griffiths (dr.) stammen aus einem Waliser Kaff namens Cowbridge bei Cardiff. Im zarten Alter von 12 Jahren gründen sie ihre erste Band White Rabbit, welche vier Jahre später in The Automatic umgetauft wurde. Dies deshalb, weil sie sich einig sind, kein ’automatic life’, d.h. Schule, Lehre, Job etc. zu führen. 2004 beginnen sie, erste Demos aufzunehmen und wecken 2005 das Interesse von B-Unique Records. Es folgen Konzerte als Support von den Kooks quer durch Grossbritannien. Mit Ihrer dritten Auskopplung ’Monster’ (von NME als ’catchiest indie hit of the summer’ ernannt) gelingt der grosse Durchbruch. Das im Juni 2006 erschienene Debüt ’Not Accepted Anywhere’ stürmte die englischen Charts. Ausserdem gewannen sie den ’Pop Factory Award’ als heissester Newcomer. Die Nachfrage stieg dermassen, dass bereits über 100 Konzerte in England gespielt werden mussten. Mit etwas Verspätung ist die Platte auch hierzulande erhältlich.