Der Deep Funk/Soul-Sechser aus Down Under geht mit dem dritten Album weiter Richtung Massentauglichkeit.
Mit “Step It Up“ sorgten die australischen Bamboos 2006 für Aufsehen im Deep Funk-Lager. Schnelle Drums, beherzte Gitarren-Licks, schwurbelnde Orgeln und schneidige Bläsersätze bildeten die Hauptzutaten, klassischer Funk, jeglicher offensichtliche Einsatz von Elektronik fehlte, der Tiefgang auch, aber die Musik fungierte perfekt als Untermalung für die sonnigsten Momente des Jahres. Die Rhythmen vom neuen Opener “Nightsport“ rufen besagtes Album in Erinnerung, eine druckvolle Einleitung, aber leider etwas gesichtslos bleibend.
Der Eindruck dieser Gleichgültigkeit verstärkt sich mit den folgenden zwei Stücken.
“Tears Cried“ und “Now That You Are Mine“ mit Kylie Auldist am Mikro wirken austauschbar, scheinen bereits tausendmal gehört. Dem Gesang von Kylie Auldist mangelt es an Originalität, besonders auch in den Refrains, die Melodien derjenigen sind radiotauglich im negativsten Sinne. Beim komplexeren, aber extrem eingängigen “King Of The Rodeo“ (im Original von, jepp, Kings Of Leon) kriegen die Bamboos die Kurve und bleiben danach mit dem Reggae-Funk von “Funky Buttercup“ auf der Spur, bis zum elften und letzten Stück (eine ansprechende Reinterpretation des Winstons-Klassikers “Amen, Brother“).
Zahlreich wie noch nie zuvor sind die verschiedenen Vokalisten, was weg vom rauen Deep Funk des Debüts hin zum eingängigeren Northern/Retro-Soul führt. Eine Richtungsänderung, die bereits auf dem zweiten Album “Rawville“ angedeutet wurde. In “Can’t Help Myself“ sorgt der begnadete UK-Rapper
Ty für die aussergewöhnlichste Gastperformance und damit für ein weiteres Highlight. Wünschenswert wären hier nur etwas kraftvollere Drums gewesen, die neben den schweren Orgelakkorden recht mager und unpassend wirken. Mit dem von Filmmusik inspirierten “One Man Entourage“ und dem dynamischen Titeltrack folgen darauf die zwei stärksten Instrumentals auf dem neuen Album. Die Stücke, die wunschlos glücklich machen, sind auf dem neuen Album nicht besonders zahlreich, dasselbe gilt allerdings auch für die Schwachpunkte. Bleibt ein tadellos gespieltes, stellenweise etwas zu braves Funk/Soul-Album für die Sommerverlängerung.
Seit 10. Oktober 2008 im Handel.
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Anspieltipps:
> King Of The Rodeo
> Side-Stepper
Diskographie:
> Step It Up (2006)
> Rawville (2007)
> Side-Stepper (2008)
Ähnliche Künstler:
> The Quantic Soul Orchestra
>
Sharon Jones & The Dap Kings
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